Kabarettistin Liese-Lotte Lübke eröffnet Renchener Kuturtage

Von rotzfrech bis nachdenklich

Autor: 
Katharina Reich
Lesezeit 3 Minuten
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12. Oktober 2018

Mit tiefsinnigen Texten und starker Stimme begeisterte Liese-Lotte Lübke am Mittwochabend in der Renchener Festhalle das Publikum. ©Katharina Reich

Von rotzfrech bis nachdenklich: Die Kabarettistin Liese-Lotte Lübke hat am Mittwochabend die Kulturtage in Renchen eröffnet. In ihrem Programm »Kopf in den Sand« rief sie zu mehr Ehrlichkeit und Echtheit auf und zeigte sich begeistert von Anzugträgern mit Lollis.

Das Publikum in der Renchener Festhalle kreischte und schrie. Das Schreien war Teil der von Liese-Lotte Lübke verordneten Therapie. Statt AfD zu wählen oder den Frust an den Mitmenschen auszulassen, empfahl die Kabarettistin ihrem Publikum, einfach mal loszuschreien. Und das Publikum machte mit: Nach »Drei, zwei, eins, los«  wurde es laut in der Festhalle. Weil Schreien auch bei Kindern ein probates Mittel sei, etwa um einen Lolli zu bekommen, gab die Kabarettistin eine Runde Lutscher an die vorderen Reihen aus, um sich dann über den schönen Anblick von Lollis lutschenden Männern in Anzügen zu erfreuen.
Bevor die Künstlerin mit ihrem Programm loslegte, warf sie einen genauen Blick auf das Publikum. »Der Altersdurchschnitt kommt dem in Renchen gefundenen Meteoriten nah«, kommentierte sie und lud erstmal zu einer Lockerungsrunde im Stehen ein. Das Alter ihres Publikums war auch Thema ihres ersten Liedes, in dem sie dafür warb, Zipperlein wie Rheuma oder Arthrose mit Humor zu begegnen. 
War der erste Titel des Abends noch klamaukig, wurden die Themen zunehmend ernster. Kabarett im Sinne von einer Anreihung an Schenkelklopfern gab es bei Liese-Lotte Lübke nicht. Dafür unterhielt die junge Frau aus Hannover mit Liedern, denen es an Tiefgang und Lebensweisheit nicht fehlte.

»Quotenfrau« 

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Die Oberflächlichkeit der Gesellschaft, die Menschen in Schubladen steckt, aus denen man so leicht nicht mehr herauskommt, beschäftigt die Kabarettistin. Dass man Männer und Frauen immer noch unterschiedlich bewertet, macht sie in ihrem Lied »Quotenfrau« zum Thema. »Seid mehr als nur ein Po und zwei Titten«. rief sie ihren Geschlechtsgenossinnen zu. 
Überhaupt geht es in ihren Liedern viel darum, das zu sein was man ist – echt und unverfälscht. Deshalb stellte Lübke ihren Zuhörern auch die Frage: »Was würdet ihr tun, wenn ihr könntet, wir ihr wolltet«, und bat um Antworten auf Zetteln.

Berührendes Lied

Das wohl berührendste Lied des Abends sang Liese-Lotte Lübke über den Tod ihres Vaters im vergangenen Jahr. Mit Zeilen wie »Die Uhren ticken weiter, im Abstellraum noch Bier« beschreibt sie darin, wie das Leben scheinbar normal weitergeht, obwohl sich doch alles geändert hat. 
Nicht nur mit ihren Texten begeisterte Liese-Lotte Lübke das Renchener Publikum, auch ihre klare, feste Stimme kann sich bis in höhere Töne hören lassen. Auch wenn die Kabarettistin immer wieder betonte, nicht wirklich lustig zu sein und darüber sogar ein Lied sang, hat sie dem Publikum einen unterhaltsamen Abend beschert, der nachhallen wird.

Stichwort

Ehrenamtliche als Ehrengäste

Die Eröffnung der Kulturtage Renchen nutzte Bürgermeister Bernd Siefermann, um den vielen ehrenamtlich Tätigen der Stadt seinen Dank auszusprechen. »Sie sind heute unsere Ehrengäste, um ihnen unseren Dank und unsere Wertschätzung auszusprechen«, sagte er. Unter den Gästen war auch eine Abordnung aus Gelnhausen, darunter der Bürgermeister der Stadt, Daniel Glöckner. Gemeinsam mit Gelnhausen vergibt die Stadt Renchen alle zwei Jahre den Grimmelshausenpreis. Glöckner lud in seinem Grußwort die Renchener zur 850-Jahrfeier der Stadt Gelnhausen ein, die in zwei Jahren stattfinden wird. 

Stichwort

Weitere Programmpunkte der Kulturtage

◼ Freitag, 12. Oktober, 20.00 Uhr, Festhalle Renchen: Afrika Yethu. Konzert der Afrikachöre Mokoyam
 
◼ Mittwoch, 7. November, 20.00 Uhr, Simplicissimus-Haus: Kerstin Handsteiner, »Helden wie du und ich – Eine Geschichte mit Bildern«.
 
◼ Freitag, 16. November, 20.00 Uhr, Simplicissimus-Haus, 15. Renchener Krimi-Lesenacht mit Zoë Beck und Monika Meier. 

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