Historischer Verein Achern

Vortrag über 2000 Jahre elsässische Literaturgeschichte

Autor: 
Michael Karle
Lesezeit 2 Minuten
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31. Januar 2019
Durch 2000 Jahre elsässische Literaturgeschichte nahm Stefan Woltersdorff Geschichtsinteressierte bei der Jahresauftaktveranstaltug des Historischen Vereins Achern.

Durch 2000 Jahre elsässische Literaturgeschichte nahm Stefan Woltersdorff Geschichtsinteressierte bei der Jahresauftaktveranstaltug des Historischen Vereins Achern. ©Michael Karle

Stefan Woltersdorff, promovierter und preisgekrönter Literaturwissenschaftler, referierte bei der Jahresauftaktveranstaltung des Historischen Vereins Achern. Er bot eine Tour durch 2000 Jahre elsässische Literaturgeschichte, für die er viel Beifall erhielt.

»Das Land der Vogesen und das Land des Schwarzwaldes waren wie die zwei Seiten eines aufgeschlagenen Buches – und ich sah deutlich vor mir, wie der Rhein sie nicht trennte, sondern vereinte, indem er sie mit einem festen Falz zusammenhielt«, stellte Stefan Woltersdorff ein für den Abend bezeichnendes Zitat des Autors René Schickele an den Abschluss.

Neben den Texten stellte der Vortragende auch sehenswerte Bilder vor. René Schickele – über ihn hatte der Vortragende promoviert – in einem Foto genau an der Grenze und eine Karikatur, die den Elsässer Dialekt als Bindeglied zwischen Frankreich und Deutschland zeigt, gehörten dazu.

Nicht als Kulturbarriere, wie etwa bei Cäsar und Tacitus vorgegeben, will Woltersdorff das Elsass und den Rhein verstanden haben, vielmehr als aus ursprünglich von Kelten, Germanen und Römern gespeiste »Mischkultur«, die sich wie ein immerwährender Strom durch die Geschichte zieht. Bei allen sich ändernden Grenzziehungen, bei allen Akteuren aus unterschiedlichen Kulturräumen, sei im Elsass eine »durchgängige Idee« festzustellen.

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Reicher Kulturschatz

Nach Blütenzeiten in der Merowinger- und der Karolingerzeit, in der Karl der Große für Mehrsprachigkeit aus Latein und den Volkssprachen gesorgt hatte, stellte Woltersdorff das Lobgedicht auf Ludwig den Frommen als Werk des Dichters Ermoldus wie die französische Version der »Straßburger Eide« als älteste französische Texte ebenso vor, wie Otfrid von Weißenburg als Stammvater der deutschen Literatur.

Was das Elsass als »Garten des deutschen Minnegesangs« in der Stauferzeit der Burgen hervorbrachte, fand ebenso hohes Interesse, wie die Zeit des Buchdrucks und der Reformation, in der etwa das »Narrenschiff« Sebastian Brants (1494) zur Weltliteratur »made in Elsass« gehörte. Die Literatur der Zeit des Dreißigjährigen Krieg, Goethes literarische Wirkungen im Elsass, die Sturm-und-Drang-Epoche, die französische Revolution und nicht zuletzt die Zeiten zwischen und während des 1870er Kriegs, des Ersten und des Zweiten Weltkriegs waren weitere Epochen, mit denen der Literaturwissenschaftler aufzeigte, wie deutsche und französische, aber auch Einflüsse aus anderen Literaturen sich im Elsass vermischten.

Stichwort

Vereinsbilanz

Einfacher zusammenzufassen als die mit höchstem Vergnügen zu genießenden Entfaltungen der elsässischen Literatur ist die Mitgliederversammlung des Historischen Vereins. Björn Habich bilanzierte sieben Vorträge und zwei Ausflüge 2018 sowie eine leicht auf 182 zurückgegangene Mitgliederzahl. Er lobte das Buch »175 Jahre Illenau«, das dank starker Beteiligung des Historischen Vereins in Druck gehen konnte. Peter Reinschmidt erläuterte einen guten Kassenstand. mk

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