Gelungener Eröffnungsball

Wagshurster Narren nehmen Nachbardörfer ins Visier

Autor: 
Reinhard Brunner
Lesezeit 3 Minuten
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11. Februar 2019

(Bild 1/2) Mit einem feurigen Flamencotanz aus dem wunderschönen Spanien begeisterte die große Garde der Houmocken. ©Reinhard Brunner

Turbulentes und neckisches Dorfgeschehen – noch besser aus den beiden »Lieblingsorten« Önsbach und Gamshurst – sowie fast schon atemberaubende Showtänze der drei Garden bot die rund vier Stunden dauernde Eröffnungssitzung der Wagshurster Narrenvereinigung Houmocken.
 

Ja, da ist sie wieder die »OWF« oder länger, die »Original Wooschter Fastnacht«, die mit einer Mehrfachrakete vor einer vollen Maiwaldhalle startete. Das raubte Präsident Manfred »Herm« Bähr der Erschde fast den Atem, »was da unten los isch und ich hab den schlechtesten Platz im Elferrat, ich seh alles nur von hinten«. 

Nach dem Einzug der »Houmocken« mit Gefolge eröffnete die kleine Garde mit der Marschpolka »Pfeffer & Salz« den Abend. Die tiefe Amtsmiene hatte mal wieder Dorfbott Thorsten Ell aufgesetzt und beleuchtete die Weltgeschehnisse. Hier hatte er gleich mal einen bombastischen Vorschlag: »EUxit statt Brexit«. Alle EU-Mitglieder außer Großbritannien treten aus. Ja, und dann gibt es im Nachbarort Neu­erungen in Sachen Holzversteigerung, dort gibt es neben dem bekannten Brennholz lang und Polderholz nun auch die neue Form Holz aus Parkraum. Versteigerungstermin ist der Weiße Sonntag.
 

Bier für zarte Haut

Große Sorgen macht man sich im Nachbarort Gamshurst um »OVHJM«. Wie gewohnt war der dortige Ortsvorsteher im Verkündblatt Achern Aktuell auf »durchschnittlich 27 Bildern je Ausgabe« zu sehen, »sein Vorgänger im Amt bekam zu seinem 80. Geburtstag im Dezember keine Zeile und kein Bild«. Freude weckte der Bott mit der Bekanntmachung, dass »Gamshorst« zur europäischen Storchenhauptstadt erklärt wird.

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Zur Tradition gehört der dann gezeigte schaurige Tanz der »Feuermännle«. »Braukultur der Ortenau« hieß der nächste Beitrag, denn dass das Ulmer Bier der Garant für zarte Haut ist, ergab sich aus dem Werbeblock des Elferrats und auch das Eutra Melkfett, das PH-neutrale Pflegemittel, bescherte Bäuerin Kerstin Huber zarte Hände. 

Live-Musik bei den zahlreichen Auftritten bot der Musikverein »Harmonie«. Die kleine Garde begeisterte als Trolle auf der Bühne, die mittlere Garde tanzte im Sauseschritt den Showtanz »Popcorn« und brillierte beim Marsch »Abel Tasman«, die große Garde flog nur so über die Bühne mit einem feurigen Flamencotanz aus Spanien und als Power Frauen beim »Böhmischen Traum«.

Als Feuerwerkstester strapazierten Macke (Markus Ell) & »Ello« (Thorsten Ell) die Lachmuskeln der Besucher. Im Seniorenheim hatten Macke, Rolf & Co. die Lacher auf ihrer Seite. Nicht »zappen« im TV, sondern die große »Wurstbüchse« namens Alexa hatte es ihnen angetan. Bei dieser »Pflegeheim-Gemeinschaft« flogen die unterschiedlichsten Hits kreuz und quer durch die Halle. Der Schollenhof feiert in diesem Jahr 700jähriges Bestehen. Doch was war da im Jahre 1319, da eskalierte ein Streit zwischen Wagshurst und Gamshurst um diesen Hof. Den Streit musste Markgraf Friedrich von Baden (Manfred Bähr), Hofnarr (Thorsten Ell) und Schreiber (Rolf Walter) bei einem Gerichtstag schlichten. Damals galt auch schon, »wer gut schmiert der gut fährt«, ein unehelicher Sohn des letzten Schollenhofbauern wurde von Vogt Ullrich (Ortsvorsteher Wagshurst) standesamtlich getraut, Wooserscht hatte den Schollenhof.
 

Toller Gastauftritt

Schönheit ist vergänglich, von wegen »wir sind so schön« besangen Karl Dall (Rolf Walter) und Mike Krüger (Paskal Strübel). Einen großartigen Gastauftritt hatten die Germanen aus Sasbachwalden als »pfeifende Synchromanen«. Nach einem weiteren Werbeblock des Elferrats & Co und den neuen Apreski-Hits trafen sich alle Akteure zum großen Finale auf der Bühne.

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