Einmal Oslo und zurück

Wagshurster Paar fährt mit dem Tandem bis nach Norwegen

Autor: 
Redaktion
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27. September 2021
Diesen Sommer radelten Ilona und Andreas Schweizer bis nach Oslo und zurück. Stationen waren Berlin (Foto), Kopenhagen und Stockholm.

Diesen Sommer radelten Ilona und Andreas Schweizer bis nach Oslo und zurück. Stationen waren Berlin (Foto), Kopenhagen und Stockholm. ©Privat

„Die Zwei vom rode Hiesl” werden Ilona und Andreas Schweizer oft genannt. Das Ehepaar wohnt in einem auffälligen roten Holzhaus in Wagshurst. Diesen Sommer sind die beiden mit ihrem ebenso auffällig grünen Tandem von Wagshurst bis Oslo und zurück geradelt.

In zehn Wochen legten sie 6008 Kilometer zurück – umweltfreundlich und mit reiner Muskelkraft.
Auf einer großen Serviette haben die beiden ihre Stationen grob aufgezeichnet: Wagshurst, Berlin, Rostock, Kopenhagen, Stockholm, Oslo, Kristiansand, Hirtshals, Flensburg, Wagshurst. Sie hatten sich vorgenommen, mit ihrem samt Gepäck knapp 100 Kilo schweren Gefährt täglich 80 bis 100 Kilometer zurückzulegen. Das schafften sie tatsächlich. „So waren wir schon nach neun Tagen in Berlin”, erzählt Ilona Schweizer. In den Hauptstädten genossen sie die guten Radwege und gönnten sich eine Hotelübernachtung. Auf den langen Strecken dazwischen, meist über kleine Nebenstraßen, übernachteten sie in ihrem Zelt.

Schon häufig unterwegs

„Wenn wir abends nicht mehr weiterfahren wollen, ist nicht gerade ein Campingplatz in der Nähe”, erklärt Andreas Schweizer. Das habe die Erfahrung gezeigt, nachdem die beiden in früheren Urlauben bereits mit dem Tandem nach Santiago de Compostela und Barcelona geradelt sind. Jeden Abend suchen sie deshalb ein Plätzchen in der Nähe eines Hauses oder Hofes aus und fragen dort, ob sie ihr Zelt für eine Nacht aufbauen dürfen. Ab und zu lädt man sie sogar zum Duschen und Essen ein oder bietet ihnen ein Gästebett an.
„Reisen heißt für uns, die Menschen kennen zu lernen, die ein Land prägen”, sagen die gebürtigen Fautenbacher. Kirchen, Museen und Schlösser lassen sie links liegen. Von der Landschaft bekommen sie ganz viel mit: „Regen, Sonne und Wind zu spüren, Gerüche aufsaugen, das ist so schön”, schwärmt Ilona Schweizer: „Wenn wir irgendwo angehalten haben, sind immer Menschen auf uns zugekommen.” Das sei das einmalige an einer Radreise auf dem Tandem: „So was kann man nicht buchen.”

Am meisten genießt das Paar es, 24 Stunden am Tag zusammen zu sein. Er lenkt und bremst, sie übernimmt die Navigation. „Wir funktionieren als Team sehr gut”, freut sich Andreas Schweizer. Tandemfahren mache nur dann richtig Spaß, wenn beide ein Gespür füreinander hätten. Keiner müsse auf den anderen warten, man komme immer gemeinsam an und könne sich besser unterhalten als auf Einzelrädern. Autofahrer verhielten sich meist respektvoll.

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Viele grüßten sie freundlich oder fotografierten das Gespann: Viel Gepäck konnten die beiden nicht mitnehmen. Vier Fahrradtaschen und ein kleiner Anhänger für das Zelt, die Schlafsäcke und Isomatten standen zur Verfügung. Radklamotten, Regenhose, Regenjacke und Überschuhe waren ein Muss, ein kleines Kopfkissen eher Luxus. Der Campingkocher blieb zu Hause. „Brot, Wurst, Käse, Obst, Gemüse und Schokolade haben wir unterwegs immer frisch gekauft. Das hat uns meistens gereicht. Wir sind nur ganz selten mal Essen gegangen”, berichten sie.

Draußen und frei sein zu wollen, das verbindet das Ehepaar auch im Alltag. Fast alle Wege werden mit dem Rad erledigt. Auf ihrem grünen Tandem legen die beiden pro Jahr bis zu 12 000 Kilometer zurück – in diesem Jahr sogar mehr. Zeit ist ihnen wichtiger als ein großer Verdienst. Dass sie mit wenig materiellen Dingen zufrieden und glücklich sind, beweisen sie auch mit ihrem „rode Hiesl” in Wagshurst. Küche, Wohnzimmer und Esszimmer sind ein einziger bis zum Dachfirst offener Raum. „Mehr brauchen wir nicht”, sagen sie beide. Die Natur sei doch ein riesiges Wohnzimmer.

„Die Zwei vom rode Hiesl” haben einen Reiseblog geschrieben: schweizer.verycautions.de

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