Kappelrodeck-Waldulm

Waldulmer Petition: Kann Steinbruch erweitert werden?

Autor: 
Berthold Gallinat
Lesezeit 3 Minuten
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22. August 2017
Die Erweiterung des Steinbruchs Ossola in Richtung Pfarrberg macht Waldulmer Anwohnern gehörig Sorgen.

Die Erweiterung des Steinbruchs Ossola in Richtung Pfarrberg macht Waldulmer Anwohnern gehörig Sorgen. ©Gallinat

»Jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit andern schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden«. So lautet das Petitionsrecht als Grundrecht in Artikel 17 des Grundgesetzes.

Waldulmer Bürger haben dieses Recht in Anspruch genommen, weil sie in der geplanten Erweiterung des Steinbruchs Ossola großes Gefährdungspotenzial für ihre Häuser sehen. Am Donnerstag um 11 Uhr will eine Kommission des Landtags von Baden-Württemberg sich vor Ort ein Bild machen, worum es geht und was die Waldulmer Bürger bewogen hat, das Petitionsrecht in Anspruch zu nehmen. Im Anschluss an die Ortsbesichtigung findet im Rathaus in Kappelrodeck eine Erörterung statt. Im Rahmen dieser Erörterung wollen die Waldulmer Bürger auch eine Präsentation zeigen.  

Die Firma Schwarzwald Granit und Schotterwerke Hermann Ossola GmbH&Ko. KG beabsichtigt, ihren Steinbruch in Waldulm und auf Renchner Gemarkung in Richtung Süden zu erweitern. Wie Geschäftsführer Armin Ossola im November 2016 auf einer frühen Öffentlichkeitsbeteiligung in der Alten Schule Waldulm mitteilte, sei die Erweiterung notwendig, weil im derzeitigen Steinbruch der Oberkirch-Granit zu Ende gehe und auch das Ende beim anderen Granit absehbar sei. 

Die Abbauerweiterung ist auf einer Fläche von 3,75 Hektar geplant, die Erweiterung rückt den Steinbruch bis auf wenige Meter an den Pfarrberg heran. Auf dieser Fläche sollen in einem Zeitraum von 16 Jahren 1,6 Millionen Kubikmeter Granit abgebaut werden. Zur Sprengtechnik versicherte Diplomingenieur Horst Rehbock auf der Öffentlichkeitsbeteiligung: »Die Sprengtechnik im Ossola-Steinbruch ist abgestellt auf die Gesamtsituation, Sprengstofferschütterungen vergangener Zeiten sind nicht zu erwarten«. Genau daran aber haben die Waldulmer Anwohner große Zweifel, da die neue Abbaufläche teilweise bis zu 100 Meter an ihre Häuser heranrückt und insbesondere Anwohner im Bereich Pfarrberg, aber auch im Bereich Alm und Plätzmatte schon jetzt Risse in ihren Häusern auf Sprengungen zurückführen, die bisher erfolgt sind.

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»Wenn Sie klare Risse im Haus entdecken und selbst schon erlebt haben, wie bei Sprengungen die Gläser im Schrank tanzen«, teilte Markus Bürk im März dieses Jahres im Rahmen einer Ortsbegehung mit MDL Thomas Marwein mit, »dann beruhigt sie auch die Versicherung nicht, dass bei den Sprengungen die erlaubten Erschütterungswerte eingehalten und sogar unterschritten werden.« 

Es zeigte sich sowohl bei der Öffentlichkeitsbeteiligung als auch bei der Ortsbegehung mit Thomas Marwein über die zu erwartenden Sprengungen eine klare Diskrepanz zwischen subjektiver Erfahrung und objektiven Messwerten. Peter Koller in der Pfarrbergstraße ist überzeugt, dass der Fliesenboden in seinem Hauseingang durch Sprengungswellen gerissen sei. 

Andere Ursachen?

Horst Rehbock vermutete damals andere Ursachen und Armin Ossola versicherte, dass die Messwerte der Sprengungen in den vergangenen Jahren immer eingehalten wurden und dass Messungen insbesondere an den Häusern Gieringer und Koller, die dem Steinbruch am nächsten liegen, keine auffallenden Abweichungen von den zulässigen Werten erbracht hätten. 

Nicht zuletzt sehen die Wald­ulmer Bürger mit der Erweiterung auch eine Veränderung des Ortsbildes kommen. Der den Pfarrberg säumende Waldrand oberhalb der Reben wird sich bei einer zu erwartenden nur noch sieben Meter breiten Flur von der Bergkante bis zum zukünftigen Steinbruch kaum halten lassen. 

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