Raserei bei Rheinbischofsheim

Warum der Kreis auf Tempokontrollen auf K 53 11 verzichtet

Autor: 
Stefan Bruder
Lesezeit 3 Minuten
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15. September 2018

(Bild 1/2) Auf der frisch sanierten, kurvenreichen Kreisstraße 53 11 zwischen Rheinbischofsheim und Wagshurst drücken vor allem Motorradfahrer gerne aufs Gas. Klagen gibt es zudem über Schotter auf dem neuen, parallel verlaufenden Radweg (Vordergrund). Im Straßenbauamt des Landratsamtes sieht man mit Blick auf die vereinzelte Raserei keinen Handlungsbedarf. ©Ellen Matzat

Auf der kurvenreichen Kreisstraße 53 11 zwischen Rheinbischofsheim und Wagshurst drücken Auto- und Motorradfahrer gerne ordentlich aufs Gaspedal. Das Landratsamt ist sich dessen bewusst, verzichtet aber auf Tempokontrollen – aus einem guten Grund. 
 

Sie ist frisch saniert, wenig befahren und bietet mit ihren zahlreichen Kurven eine ideale Rennstrecke – so zumindest denken offensichtlich nicht wenige Auto-, vor allem aber Motorradfahrer, die die rund sieben Kilometer lange Kreisstraße 53 11 zwischen Rheinbischofsheim und Wagshurst gerne als Rennstrecke betrachten. Die Verantwortlichen im Straßenverkehrsamt des Landratsamtes sind sich dieser Situation bewusst, halten hier Tempokontrollen aber nicht für sinnvoll. 

»Nicht wirkungsvoll«

»Dies wird nicht für wirkungsvoll erachtet«, erklärt Straßenbauamtsleiter Roland Gäßler auf Anfrage der Mittelbadischen Presse. Der Behördenleiter verweist darauf, dass auf dem Streckenabschnitt keine Geschwindigkeitsbeschränkung ausgewiesen sei, so dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen 100 Stundenkilometer (km/h) beträgt, auch wenn die Geschwindigkeit den Straßen-, Sicht-, und Wetterverhältnissen anzupassen sei.

Autofahrern sei es kaum möglich, auf dem kurvigen Straßenverlauf diese Obergrenze zu überschreiten. »Fast ausschließlich Motorradfahrer fahren hier mit Geschwindigkeiten über 100 km/h«, erklärt Gäßler, »aus Erfahrung jedoch nur, wenn sie sich zuvor durch Abfahren der Strecke vergewissern konnten, dass nicht geblitzt oder kontrolliert wird.« Eine Messstelle wäre somit nicht zielführend. Gleichwohl kontrolliere das Acherner Polizeirevier hier regelmäßig per Laser. Erfahrungsgemäß verbreite sich jedoch die Nachricht über Kontrollen rasant und die gewünschte Wirkung halte sich in grenzen, meint Gäßler.

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Tatsächlich gebe es auf der K 53 11 keine Unfallhäufungsstelle. Das bedeute nicht, dass es hier nicht krache, wohl aber, dass die Zahl der Unfälle nicht einen Grenzwert überschreite. Nach der Sanierung habe die Polizei die Strecke hinsichtlich der Unfalllage vom 1. August 2017 bis 31. Juli 2018 ausgewertet. Das Ergebnis: Von insgesamt acht Verkehrsunfällen ereigneten sich sechs unter der Beteiligung von motorisierten Zweirädern. Hierbei habe es sich fast ausschließlich um »Fahrunfälle« gehandelt, erklärt Gäßler, das heißt mit entsprechendem Geschwindigkeitsbezug bei Kurveneinfluss. Dennoch sei der Abschnitt nach Angaben der Polizei »zweifellos und nach wie vor eine beliebte Motorradstrecke«, teilt das Straßenbauamt mit. Offizielle Meldungen über Auto- oder Motorradrennen seien den Ordnungshütern aber nicht bekannt.

Auf neuestem Stand

Wie Gäßler weiter erklärte, stehe man mit den Ortsverwaltungen in Rheinbischofsheim und Wagshurst bezüglich der Verkehrsproblematik in regelmäßigem Kontakt. Dort werde die K 53 11 ebenfalls als Rennstrecke wahrgenommen. Nach Ansicht von Ortsvorsteher Robert Reifschneider (Rheinbischofsheim), der die Strecke fast täglich auf dem Weg zur Arbeit befahre, sei hier auch schon vor der Sanierung gerast worden, so die Offenburger Kreisbehörde. Die Verkehrseinrichtung sei auf dem neuesten Stand der Technik, so dass auch in dieser Hinsicht kein Handlungsbedarf bestehe. 

Zwar habe es Überlegungen hinsichtlich mobiler Kurvenleittafeln aus Kunststoff, enger gesetzter Leitpfosten im Kurvenbereich, Hinweistafeln mit der Aufschrift »Gefährlicher Streckenverlauf« oder »Achtung Radarkontrollen« gegeben. Alle Ergänzungen des Straßenzubehörs seien jedoch nicht wirklich zielführend. »

Wer rasen will, rast trotzdem«, ist Gäßler überzeugt.

Hintergrund

Gefährlicher Schotter auf Radweg

Hin und wieder gibt es Beschwerden, wonach Schotter auf dem parallel zur K 53 11 verlaufenden Rad-weg vor allem Fahrradfahrer gefährdet. Wie das Landratsamt dazu mitteilt, sei der Sicherheitstrennstreifen zwischen der Fahrbahn und dem Radweg aufgrund des Neubaus noch nicht komplett mit Niedergrün bewachsen. Das widerrechtliche Überfahren des Streifens führe dazu, dass an manchen Stellen etwas Schotter auf den Radweg gelange. »Dies wird sich mit der Ausbildung einer geschlossenen Wurzelschicht in der nächsten Zeit einstellen«. Für die Unterhaltung des Radweges seien die Städte Rheinau und Achern zuständig. Solange der Trennstreifen noch nicht voll bewachsen sei und damit ein erhöhter Unterhaltungsaufwand bestehe, werde das Straßenbauamt hier aber die Kommunen unterstützen, so Gäßler. bru 

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