Nur Ersatzwagen im Einsatz

Warum die Zusenhofener Feuerwehr dringend ein Fahrzeug braucht

Autor: 
Roman Vallendor
Lesezeit 3 Minuten
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11. Juni 2021
Der Zusenhofener Feuerwehr steht aktuell nur ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung, um den Grundschutz der Ortschaft aufrecht zu erhalten.

Der Zusenhofener Feuerwehr steht aktuell nur ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung, um den Grundschutz der Ortschaft aufrecht zu erhalten. ©Roman Vallendor

Die beiden Einsatzfahrzeuge der Zusenhofener Feuerwehr sind unbrauchbar: Das eine kam nicht durch den Tüv, das andere bezeichnet Abteilungskomandant Kai Plehn als „Totalschaden“.

In der Bürgerfragezeit zum Auftakt der Sitzung des Ortschaftsrates am Dienstagabend in der Freiwaldhalle kam die aktuelle Situation der Fahrzeuge der Feuerwehrabteilung Zusenhofen ausführlich zur Sprache. So wies Abteilungskommandant Kai Plehn darauf hin, dass seit April die beiden Fahrzeuge nicht zur Verfügung stehen.
So musste das große Löschfahrzeug im Oktober letzten Jahres außer Dienst gestellt werden, nachdem es nicht mehr durch den Tüv kam. Das TSFW, das im Jahr 1996 beschafft wurde, war seiner Meinung nach von Anfang an für eine Ortschaft der Größe von Zusenhofen „eine totale Fehlinvestition“. Nachdem es seit Jahren alters- und funktionsbedingte Abnutzungserscheinungen zeigte, brachen bei einem Einsatz Mitte April in der Hinterachse an einem Zahnrad einige Zähne ab, das Fahrzeug war nicht mehr einsatzbereit und musste abgeschleppt werden. Eine Reparatur kann nur durch eine Spezialfirma durchgeführt werden, so Plehn, die Kosten belaufen sich laut Voranschlag auf 6000 Euro. Eine Überprüfung des Restwerts des Fahrzeugs ergab einen Betrag zwischen 3500 und 5000 Euro. „Im derzeitigen Zustand hat das Fahrzeug noch einen Restwert von rund 1500 Euro“, fasste Plehn zusammen, wirtschaftlich bedeute dies „einen Totalschaden“. Es mache wenig Sinn, diesen „alten Hobel“ jetzt noch zu reparieren.

Einsatzbereit sei man derzeit nur dank der Hilfe von Marcus Kohler und Fabrizio Wehrle von der Feuerwehr Oberkirch, die ein Ersatzfahrzeug besorgt haben. Um den Grundschutz in der Ortschaft aufrecht zu erhalten werde seither derzeit ein Mietfahrzeug eingesetzt.

Frühestens 2022?

„Das neue Fahrzeug war schon für den laufenden Doppelhaushalt vorgesehen“, rief Plehn in Erinnerung, jetzt drohe die Anschaffung wohl erneut verschoben zu werden. Damit könne es frühestens 2022 europaweit ausgeschrieben und im Folgejahr bestellt werden. Die ausführenden Fachfirmen haben Lieferzeiten von 20 bis 28 Monaten, so dass ein neues Feuerwehrfahrzeug für Zusenhofen frühestens 2026 zur Verfügung stehen könnte.

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Plehn bedauerte vor allem, dass die Chance mit einem Vorführfahrzeug zu einer schnellen Lösung zu kommen, nicht genutzt wurde. Das bestens ausgerüstete Fahrzeug hätte etwa 100 000 Euro weniger als ein vergleichbares Neufahrzeug gekostet, man hätte sich die Ausschreibung sparen und noch im Spätsommer dieses Jahres eine Lösung schaffen können, so seine Meinung, leider habe der Gemeinderat nicht zugestimmt.

Auch sie sehe die Notwendigkeit einer Neubeschaffung, betonte Ortsvorsteherin Tanja Weinzierle und verwies neben der Größe der Ortschaft mit über 2000 Einwohnern und mit Industrie- sowie zahlreichen Handwerksbetrieben. Der Brandschutz müsse gewährleistet sein. Andererseits habe die Stadt nach Auskunft der Verwaltung derzeit große Projekte unter anderem im Schul- und Kindergartenbereich zu bewältigen, deshalb sei ein strikter Sparkurs angesagt. Wie sie weiter berichtete, habe Oberbürgermeister Matthias Braun eine schriftliche Stellungnahme zu dem Thema angekündigt, diese solle man abwarten.

Tobias Müller, stellvertretender Abteilungskommandant, wies darauf hin, dass eine Verschiebung um einen weiteren Doppelhaushalt keine Lösung wäre, da im Feuerwehrbedarfsplan weitere Fahrzeuge zur Beschaffung anstehen.

Auch Mitglieder des Ortschaftsrates griffen das Thema auf. So sah Hansjörg Schmieder im großen Schaden am Fahrzeug eine Bestätigung der damaligen Kritik an der Beschaffung des TSFW, das von Größe, Qualität und Leistung nicht für Zusenhofen geeignet gewesen sei. Auch Peter Müller sah ein neues Fahrzeug ganz oben auf der Liste der Beschaffungen im nächsten Doppelhaushalt – eine Auffassung, die von allen Mitgliedern des Gremiums geteilt wurde.

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