28 Jahre Ortsvorsteher

Warum Karl Gieringers Bilanz für Ödsbach positiv ausfällt

Autor: 
red/RK
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19. Juli 2019
Nach 28 Jahren an der Spitze hat Karl Gieringer das Amt des Ödsbacher Ortsvorstehers abgegeben. Er war der dienstälteste Ortsvorsteher Oberkirchs.

Nach 28 Jahren an der Spitze hat Karl Gieringer das Amt des Ödsbacher Ortsvorstehers abgegeben. Er war der dienstälteste Ortsvorsteher Oberkirchs. ©Ulrich Reich/Stadt Oberkirch

Nach fast vier Jahrzehnten Engagement im Ortschaftsrat von Ödsbach, davon 28 als Ortsvorsteher, hat Karl Gieringer bei der Kommunalwahl am 26.  Mai nicht mehr für das Gremium kandidiert, das er lange Zeit führte.

Seit 1980  engagiert sich Karl Gieringer im Ödsbacher Ortschaftsrat. In den ersten Jahren war  der Neubau der Mooswaldhalle das beherrschende Thema. »Der Neubau der Halle war ein großer Gewinn«, erinnert sich Karl Gieringer. Davor fanden die verschiedenen Veranstaltungen im Saal der »Krone« oder in Festzelten statt. Mit der Einweihung der Mooswaldhalle im Jahr 1982 hat der gesamte Ort profitiert.

1991 wurde Karl Gieringer Ortsvorsteher von Ödsbach. Ortsvorsteher Werner Kauß verstarb überraschend im Alter von 58 Jahren und Gieringer wurde Nachfolger von Kauß, dessen Stellvertreter er bereits war. Ereignisse aus seiner Zeit als  Ortsvorsteher fallen Karl Gieringer einige ein, gerade die unschönen Momente stellten Herausforderungen dar: Das Hochwasser im Juni 1994 hatte massive Schäden an  Straßen und Brücken zur Folge, die danach saniert und erneuert wurden.

Am zweiten  Weihnachtsfeiertag 1999 wurde Ödsbach – wie die gesamte Raumschaft – vom Orkan Lothar hart getroffen. Der einst von Bäumen fast vollständig verdeckte Moosturm stand auf einmal wieder frei  in der Landschaft. »Hofzufahrten waren teils mehrere Tage blockiert, der Strom war in  Teilen ausgefallen. Es war schon eine besondere Situation«, erinnert sich Gieringer. Stadtwerke, Feuerwehr  und weitere Helfer waren bei der Beseitigung der Schäden gefordert. Ein glücklicher  Umstand war jedoch, dass das Flurbereinigungsverfahren für Ödsbach zu dem  Zeitpunkt noch nicht formell abgeschlossen war. Aus diesen Mitteln konnten acht Kilometer  Hofzufahrten nach Lothar saniert werden. Insgesamt misst das Wegenetz von  Ödsbach rund 40 Kilometer. »Erst Anfang der Siebziger Jahre wurden im Rahmen des BZV- Verfahren die Hofzufahrten asphaltiert«, erklärt Gieringer. Deren Unterhalt sei eine Daueraufgabe.

2006 wurde das ehemalige Rathaus, die heutige Ortsverwaltung, 100 Jahre alt. Seit der im Jubiläumsjahr abgeschlossenen Sanierung stehen im zweiten Obergeschoss  und im Untergeschoss Vereinsräume zur Verfügung. Das Angebot an Vereinen im Ort  ist breit und gerade die Jugendarbeit hat einen hohen Stellenwert.

Mit dem  Kindergarten »Talblick« und der Außenstelle der Johann-Wölfflin-Grundschule gibt es  Betreuungs- und Bildungsangebote, die Ödsbach gerade auch für junge Familien  attraktiv machen, blickt der ehemalige Ödsbacher Ortsvorsteher zufrieden zurück. Der in mehreren Etappen realisierte Radweg bindet seit 2015  Ödsbach mit der Kernstadt an und wird von Radfahrern, Spaziergängern und  Wanderern gerne genutzt. Mit dem Renchtalsteig und dem Brennersteig führen zwei  beliebte Wanderwege über die Gemarkung des Orts. Die in Ödsbach vorhandene  Hotellerie und Gastronomie lasse dabei ihren Gästen kaum einen Wunsch offen.     

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Zeit für Hobbys

Und was kommt noch? Die Beschaffung des neuen Fahrzeugs für die Feuerwehrabteilung ist in die Wege geleitet. Es findet dann seinen Platz im 2017 generalsanierten Feuerwehrhaus. Ein privater Investor entwickelt gerade ein  Wohnbaugebiet. »Die Einwohnerzahl liegt in den letzten Jahren konstant bei 1400  Personen«, sagt Gieringer. Dies liege daran, dass immer wieder junge Familien in den Ort gezogen  seien. »Ich bin überzeugt, dass das neue Baugebiet angenommen wird«, zeigt sich der ehemalige Ortsvorsteher überzeugt. Eine zeitgemäße Telefon- und  Internetinfrastruktur wird für den mit zahlreichen Zinken versehenen Ortsteil auch  künftig eine Aufgabe sein. 

Gieringer kann ein positives Fazit seiner Zeit als Ortsvorsteher ziehen: »Ich bin  überraschend im Alter von 36 Jahren in das Amt gekommen – aber wenn die Zusammenarbeit im Ortschaftsrat über all die Jahre nicht so harmonisch und sachlich gewesen wäre, hätte ich das Amt sicherlich nicht so lange ausgeübt.

Auch eine neue Ratsschreiberin wird Gieringers Nachfolger Thomas Maier attestieren. Monika Fischer tritt in den Ruhestand. 

»Mir wird jetzt sicherlich nicht langweilig«, erzählt Karl Gieringer mit einem Lächeln.  »Ich habe ja noch meinen landwirtschaftlichen Betrieb und bin auch wieder in den  Stadtrat von Oberkirch gewählt worden.« Aber es bleibt ihm sicherlich mehr Zeit für  seine Hobbys: In seiner Freizeit fährt er gerne Mountainbike, läuft im Winter Ski, spielt  in der Trachtenkapelle Klarinette und ist Vorsitzender von deren Förderverein. 

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