39 Hektar Grünland in Achern

Was ist eigentlich auf ehemaligem Truppenübungsplatz los?

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21. April 2021
39 Hektar Natur am Stadtrand von Achern bietet der ehemalige Standortübungsplatz. Die Stadt selber hat dort nichts zu melden.

39 Hektar Natur am Stadtrand von Achern bietet der ehemalige Standortübungsplatz. Die Stadt selber hat dort nichts zu melden. ©Matthias Heidinger

Der ehemalige Truppenübungsplatz in Achern gehört ganz der Natur. Naturschutzfachlich werden dort Flächen aufgewertet, um damit Ökopunkte zu vermarkten. Das Gelände ist frei zugänglich.

Der ehemalige Standortübungsplatz der Bundeswehr in Achern zwischen Infrastruktur- und Großweirer Straße gehört quasi der Natur. Offiziell ist es ein Regionaler Grünzug. Eigentümer des 39 Hektar großen Geländes ist der Staat, genauer die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Die Stadt Achern hat dort nichts zu sagen. Es ist überwiegend durch Offenland geprägt und eingerahmt von einem schmalen Waldstreifen, beschreibt Thorsten Grützner von der Bima den Ort.

Der Laubwald sei größtenteils durch natürliche Sukzession entstanden, also durch die Rückkehr heimischer Pflanzen: Schwarzerlen, Birken, Weiden und Zitterpappeln. An den Rändern gibt es zudem ehemalige Sichtschutz-Aufforstungen mit Fichten. Die großen Freiflächen im Inneren werden von einem Wäldchen durchzogen und sind durch Mager- und Nasswiesen geprägt.

1993 hatte die Wehrbereichsverwaltung V mitgeteilt, dass für den Standortübungsplatz kein militärischer Bedarf mehr besteht. Auch die französischen Streitkräfte zeigten kein Interesse. 1994 übergab die Wehrverwaltung des Bundes die Fläche dem Bundesvermögensamt Baden-Baden, Vorgängerinstitution der Bima. Danach verwilderte die Landschaft und wies bis etwa 2013 wenig naturschutzfachliche Wertigkeit auf.

Als die Schafe kamen

Ab 1998 wurde das Gelände zur Schafhut genutzt, seit 2012 besteht dort die Möglichkeit, Ökopunkte als vorgezogene Ausgleichsmaßnahme für Eingriffe in Natur und Landschaft zu generieren. Vor Ort ist die Bima durch ihren Bundesforstbetrieb Heuberg vertreten. Auf der Fläche werden seit 2014 sukzessive naturschutzfachliche Maßnahmen im Rahmen eines Ökokontos umgesetzt, weiß Grützner. Deswegen besteht für die Fläche auch eine Nutzungsbindung von mindestens 30 Jahren (siehe Hintergrund), weiß Grützner.

Ein Schwerpunkt liegt auf einer angepassten Mahd sowie einer Beweidung mit Schafen und Ziegen durch einen ortsansässigen Betrieb. Dadurch werde die Entwicklung der westlichen Grünflächen zur Magerwiese und der östlichen zur Nasswiese gefördert.

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Noch kein Monitoring

Die standortfremden Fichten, Zuckerahorne und Roteichen sollen verdrängt werden. „Vergleichbar mit einer traditionellen Kulturlandschaft entspricht der Zielzustand einer halboffenen Weidelandschaft mit Einzelbäumen und Gebüschen, die seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsort bieten sollen“, erklärt Grützner das Wunschziel. Nachweise über die Etablierung von Zielarten wie Kiebitz, Wendehals oder gefleckter Heidelibelle seien leider noch nicht erbracht worden. Hierfür wäre ein Monitoring erforderlich.

Einige Maßnahmen laufen noch. Die Zurückdrängung der dominierenden Goldrute und anderer gebietsfremder Arten scheint aber bereits zu glücken. Auch die Wiederaufnahme der Beweidung durch einen Schäfereibetrieb bewertet die Bima positiv. Ob sich bestimmte Arten in einem Gebiet langfristig ansiedeln, sei jedoch nur begrenzt planbar.
Das Gelände ist für Spaziergänger und Radfahrer frei zugänglich. Um den Bestand und die Ansiedlung bodenbrütender Vögel nicht zu gefährden, wird darum gebeten, Hunde in der Vogelbrutzeit, also vom 1. März bis 30. September, an der Leine zu führen. Darüber hinaus sollten die Wege nicht verlassen werden, rät die Bima.

Ein Problem: der Müll

Ein Problem ist die illegale Entsorgung von Müll. Reifen, Schotter und Grünschnitt finden sich immer wieder auf der Liegenschaft, insbesondere nahe des Parkplatzes, da ist die günstige Verkehrsanbindung und das Straßennetz, das die Liegenschaft umgibt, natürlich Teil des Problems. Der Bundesforstbetrieb Heuberg lässt den Müll in regelmäßigen Abständen entsorgen.

Über Altlasten auf dem Areal, das 2016 in der engeren Wahl für den Standort eines Edeka-Zentrallagers war, ist der Bima nichts bekannt.

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