Oberkirch

»Wenn ich brenne, brenne ich sehr«

Autor: 
Johanna Graupe
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
14. Februar 2015

Gregory B. Waldis in seiner Rolle als Anwalt Koll, mit der er in Oberkirch gastiert. ©Bernd Böhner

Der Geburtsort von Gregory B. Waldis verspricht einiges: 1967 in Hollywood geboren, Schul- und Jugendzeit in der Schweiz, Nähe Winterthur. Bis zur Schauspielerei gab es allerdings noch einige Umwege: Maurerlehre, Ausbildung zum Radio-und TV-Elektroniker, schließlich die »F+F-Schule für Kunst und Mediendesign«  in Zürich, als er zum ersten Mal mit dem Theater in Berührung kam. Er jobbte nebenbei als Beleuchter und Bühnentechniker und fand Gefallen an der Schauspielerei.  1996 schließlich der Abschluss an der Schauspielschule in Mainz  – seither steht Waldis in Deutschland und der Schweiz vor der Kamera.
In Oberkirch gastiert Waldis als Solist in einem raffinierten Gerichtsthriller: Anwalt Koll hat nicht nur einen Prozess verloren, sondern bekam, nicht gerade zimperlich in seinen Methoden, wegen Ehrverletzung des Richters eine einjährige Gefängnisstrafe aufgebrummt. In den letzten Minuten vor Haftantritt erreicht ihn ein Anruf, der ihn elektrisiert und eine Wiederaufnahme des Verfahrens möglich macht. Es ging um einen Korruptionsskandal mit fatalen Folgen. Sein Mandant, ein Wissenschaftler, der lebensbedrohende Nebenwirkungen eines Medikaments öffentlich gemacht hat, wurde vom  beschuldigten Pharmakonzern ruiniert – Koll erfährt, dass das Medikament vom Markt genommen wurde und der Prozess eine Farce war. Unter Hochdruck versucht er, eine Wiederaufnahme des Prozesses, bevor sich die Gefängnistore hinter ihm schließen…
Bis 2012 war Waldis als Alexander Saalfeld Mittelpunkt der ersten Staffel von »Sturm der Liebe«, er ist Protagonist in der ARD-Serie »Tierärztin Dr. Mertens« und der Schweizer Arztserie »Tag und Nacht«. Im ARZ-Interview erklärt er, warum er neben den TV-Rollen immer wieder Theater spielt.
Theater oder Film?
Gregory B. Waldis: Ich kenne keinen guten Fernsehspieler, der nicht auch Theater spielt, da bin ich sehr konservativ. Beide haben ihre Vorzüge: Fürs Theater braucht man einen langen Atem. Außerdem hat man mehr Gestaltungsmacht, da ‚quatscht‘ einem niemand mehr rein, da gibt es keinen Cutter, der im Schnitt die letzte Entscheidung hat. Der Film verlangt Präzision, Feinheiten werden deutlich, er ermöglicht, sehr innerlich zu spielen. Ich darf  da glücklicherweise  eine große Bandbreite  spielen: bei der ARD bin ich der nette Gute, im ZDF eher der Zwielichtige.
Sie kamen über Umwege relativ spät zur Schauspielerei?
Waldis: Ich hatte als Beleuchter und Bühnentechniker Kontakt mit der Schauspielerei, lernte Rollen mit meiner Freundin und bin nach und nach reingerutscht. Ich kann mich für vieles begeistern: Wenn ich brenne, brenne ich sehr. Inzwischen ist auch Fotografie meine Leidenschaft und ich bin damit recht erfolgreich.
Ist es möglich, die Richtung einer Rolle in einer Serie mitzubestimmen?
Waldis: Der Vorteil einer Serie ist, dass sich die Figur mit der Serie weiterentwickelt. Wenn man nah an den Autoren ist und durch die kurze Zeit zwischen Schreiben und Drehen, ist Einfluss auf die Entwicklung der Figur schon möglich. Das geschieht natürlich auch über das Spiel.
Was macht den Erfolg von »Kolls letzter Anruf« aus? Es ist immerhin schon eine Wiederholungstournee der renommierten Konzertdirektion Landgraf.
Waldis: Es ist ein total spannender Abend, zwar ist es kein Krimi, aber das Stück hat Krimiatmosphäre. Der Autor Sobol hat ein sehr psychologisches Stück geschrieben: Der Mensch Koll hat eine große Ethik, aber wenig Moral. Meistens ist es eher umgekehrt. Anwalt Koll ist nicht zimperlich in seinen Methoden, auch nicht immer moralisch, aber er steht für das gerade, an was er glaubt und vertritt es mit Inbrunst. ‚Wenn ich etwas glaube, dann warte ich nicht, dass mich jemand darum bittet‘, positioniert er im Stück seine Haltung. Ein Thema, das Menschen umtreibt, wie ich aus den Publikumsreaktionen sehe. Trotzdem ist es kein Zeigefinger-Stück und lässt bis zum Schluss mitfiebern.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

Zustimmung für den Vorstoß für eine Stadthalle im alten Kirchenraum der Illenau (von links): Stadträtin Jutta Römer (ABL), die vier Initiatoren Jörg Sandhacker (Architekt), Jürgen Franck vom Illenau Forum und die CDU-Stadträte Karl Früh und Bernhard Keller sowie Gebhard Glaser (Freie Wähler) und OB Klaus Muttach.
Vorstoß von vier Bürgern
vor 5 Stunden
Die Stadt Achern muss sich überlegen, ob sie eine Stadthalle bauen will. Eine Entscheidungshilfe brachten jetzt vier Bürger vor: Sie wollen den letzten noch unsanierten Teil der Illenau, den alten Kirchenraum über dem Festsaal, wie ein Rangtheater zum Veranstaltungssaal mit etwa 450 Plätzen...
Seit Dauerparker dort Parkgebühren bezahlen müssen, ist der Postparkplatz in Oberkirch nur noch spärlich belegt.
Oberkircher Bahnhofsareal
vor 8 Stunden
Eigentlich wollte die Stadt beim Umbau des Bahnhofsgeländes ein Parkdeck errichten. Ob es so kommt, erscheint inzwischen fraglich – weil der Standort offenbar einen entscheidenden Nachteil hat.
Die Bürgermeister Reinhard Schmälzle (links) und Hans Jürgen Decker erhoffen sich von der Installation der Verkehrszählgeräte Aufschluss über die Entwicklung der Verkehrsbelastung in Seebach und Ottenhöfen.
Verkehrszählgeräte gekauft
vor 9 Stunden
Vor dem Hintergrund der Mautpflicht auf den Bundesstraßen ab dem 1. Juli haben die Gemeinden Ottenhöfen und Seebach nun jeweils ein Verkehrszählgerät für je 3830 Euro angeschafft. Damit sollen die Auswirkungen innerhalb der beiden Gemeinden im Bereich der Landstraße 87 festzustellen.
Oppenau/Allerheiligen
vor 10 Stunden
Ein 23-jähriger Motorradfahrer ist am Dienstagnachmittag bei Oppenau-Allerheiligen von der Fahrbahn abgekommen und etwa 20 Meter tief einen Hang hinab gestürzt. Für die Bergung des schwer verletzten Mannes musste die Straße komplett gesperrt werden.
Die erste Baufreigabe kam am Montag, darüber freuten sich die Macher der Anima-Tierwelt (von links): Eckhard Wiesenthal, Maria Wruck, Davina Schmitz, Rainer Wohlfahrt, Bettina Mutschler und Bürgermeisterin Sonja Schuchter.
Infoabend
vor 11 Stunden
Beeindruckt waren die Sasbachwaldener beim Infoabend am Montag im Kurhaus von den Planungen für die Anima-Tierwelt am Breitenbrunnen. Und beruhigt waren sie auch: Vier Jahre nach der ersten Bürgerinformation kann jetzt die Umsetzung beginnen. 
Freuen sich über die Auszeichnung als Deutschlands fahrradfreundlichste Schule: die Mitglieder der Mountainbike-AG der Realschule Oberkirch mit ihren Trainern Johannes Baßler, Christian Huber und Axel Hauser sowie Rektor Werner Franz.
Lehrer erkennen Nachholbedarf beim Radfahren
vor 14 Stunden
Sicher fahrradfahren – das können heute nicht mehr alle Kinder. Schon das einhändige Fahren beim Abbiegen bereitet vielen Mühe. Die Realschule Oberkirch will das ändern: Für alle Fünftklässler steht Radsport auf dem Stundenplan. Jetzt ist die RSO in Willingen als fahrradfreundlichste Schule...
Oppenau
vor 16 Stunden
Ein schwer verletzter Motoradfahrer, ein leicht verletzter Autofahrer und ein Gesamtschaden von rund 10.000 Euro sind die Bilanz eines Verkehrsunfalles am Montag auf der L92.
Ende 2022 sollen die dieselbetriebenen Ortenau-S-Bahnen, wie hier an der Oberacherner Haltestelle, im Depot bleiben. Sie werden durch klimafreundliche Züge ersetzt.
Verzicht auf Dieselantrieb
vor 17 Stunden
Eine große Innovation im Schienenverkehr bahnt sich an: Statt der heutigen Regio-Shuttles mit Dieselantrieb sollen auf der Achertalbahn Ende 2022 wasserstoff- oder batteriebetriebene Züge rollen. Die Ortenau wird Pilot-Region des Landes für klimafreundliche Technologien im Bahnverkehr.
Feierlich nahmen Bürgermeister Michael Welsche und der Rheinauer Jugendgemeinderat – im Bild vorn mit Sprecherin Lea Seifried – das Kleinspielfeld am Friedrich-Stephan-Stadion in Betrieb. Anschließend wurde es bei einem Turnier getestet.
Einweihung
vor 20 Stunden
Mit einem Festakt und Jugendhobbyturnier wurde am Samstag das neue Kleinspielfeld am Friedrich-Stephan-Stadion eröffnet. Bürgermeister Welsche appellierte an die Jugendlichen, den Platz zu nutzen und auf ihn aufzupassen.
Zum »Leben im All startete der von Michael Seufert geleitete Unterstufenchor beim Konzert des Anne-Frank-Gymnasiums in der Graf-Reinhard-Halle.
Schulkonzert in "Bische"
vor 22 Stunden
Ein beeindruckendes Sommerkonzert präsentierte am Mittwoch das Anne-Frank-Gymnasium in der vollbesetzten Graf-Reinhard-Halle.   
Nichts zu jubeln gab es am Sonntagabend beim Public Viewing im Linxer Erlenpark, als die Mexikaner in der ersten Halbzeit mit 1:0 in Führung gingen und mit diesem Stand auch das Spiel gewannen.
Public Viewing in Linx
vor 22 Stunden
Rund 500 lange Gesichter verließen am Sonntagabend das »Erlenpark-Stadion« bei Weber-Haus: Nach dem Auftaktspiel der deutschen Nationalelf bei der Fußball-WM gegen Mexiko gab es für die Fans nichts zu jubeln.
Der Gospelchor Heaven’s Gate gab zusammen mit einem Projektchor in Sasbachwalden in der Heiligen Dreifaltigkeit Kirche ein mitreißendes Konzert.
Gospelchor sang mit »Verstärkung«
vor 22 Stunden
Es war ein Projekt und es ist geglückt. Das Ergebnis erlebten die Besucher bei einem mitreißenden Konzert in Sasbachwalden