Entschleunigung als Nebeneffekt

Wie die Bäckerei Schmiederer durch die Corona-Krise kommt

Autor: 
red/RK
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16. April 2020

Entschleunigung ist für Bäckermeister Claudius Schmiederer ein Nebeneffekt der Corona-Krise. ©Schmiederer

  Claudius Schmiederer hat im Moment etwas mehr Zeit. Der Bäckermeister aus Bad Peterstal-Griesbach geht gerade viel raus zum Radeln und zum Laufen. 

Man ist nicht mehr so gehetzt“ erklärt Schmiederer. So gesehen, ist das Arbeitsleben im Moment recht angenehm. Wenn die Zeiten an sich nicht so merkwürdig wären – mitten in der Pandemie.

Schmiederer hat normalerweise nicht soviel Zeit. Schließlich ist er Inhaber einer Bäckerei. Das ist mehr als ein Fulltime-Job; 80 Arbeitsstunden die Woche sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Mit dem Verkauf von Brot sorgt er – ähnlich wie die Supermärkte – für die Grundversorgung der Menschen.

Aber im Moment kaufen seine Kunden tatsächlich nur „ihr täglich Brot“. Die Lust, mal eben noch in der Bäckerei ein Stück Kuchen oder ein süßes Teilchen für den Nachmittagskaffee mitzunehmen, sei stark zurückgegangen, erzählt Schmiederer.

Passanten und Laufkundschaft im Dorf sind rar. Der Einkaufsbummel entfällt und damit auch der größte Teil der Gelegenheitskäufe. „Die Menschen wollen halt auch nicht dauernd aus dem Haus“, vermutet der Bäckermeister. Zusätzliche Einkäufe beim Bäcker oder Metzger lässt man lieber aus. „Im Zweifel kauft man halt alle seine Erledigungen im Discounter“.

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Aber allein vom Verkauf des täglichen Brots kann eben eine Bäckerei nicht leben. Nicht nur im Laden sind die Umsätze deutlich nach unten gegangen. Der Verkauf an Kunden, welche ihre Kinder in die Schule und in den Kindergarten bringen, entfällt komplett. Die Filiale „Stehcafe“ hat Schmiederer umgehend geschlossen. Das Liefergeschäft an Hotels, Gasthöfe und Pensionen ist gänzlich eingebrochen. „Das trifft die Tourismusdestination Bad Peterstal-Griesbach besonders hart“ sagt Claudius Schmiederer. Im Gegensatz zu anderen Einzelhändlern und Gastronomen dürfen wir ja wenigstens noch produzieren und verkaufen, zeigt sich Schmiederer erleichtert.

Noch bleibt Schmiederer gelassen. Die Rücklagen reichen noch aus, die Liquidität ist noch gesichert. „Entlassungen wird es bei uns keine geben.“ Um das zu vermeiden hat die Bäckerei Schmiederer Kurzarbeit angemeldet.

Sie leisten Großes

Seinen Mitarbeiterinnen im Verkauf ist er dankbar, dass sie in dieser Zeit hinterm Tresen stehen und die Kunden bedienen. Der Bäckermeister hält das nicht für selbstverständlich. Abgesehen von der Gefahr, sich mit dem Virus zu infizieren, würden seine Bäckereifachverkäuferinnen Großes für die Gesellschaft leisten. Erfreut ist Schmiederer über die vielen positiven Reaktionen auf die Arbeit des Personals. Den Kunden sei schon anzumerken, dass sie dankbar sind für ihr tägliches Brot und das bringen sie auch zum Ausdruck. Nicht selten gibt es Lob: „Toll, dass ihr da seid!“ oder „Danke, dass ihr euch vor die Kunden stellt und uns versorgt.“

Diesen pfleglichen Umgang miteinander zu bewahren, wäre für Claudius Schmiederer ein gutes Ziel für die Zeit nach der Krise. Aber noch einen anderen Nebenaspekt würde er nach eigenem Bekenntnis gerne beibehalten: die Entschleunigung. Weniger Hektik und mehr Zeit für die Familie – das könnte ruhig so bleiben.

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