Renchen
Dossier: 

Wie die Initiative Essen auf Räder in Corona-Zeiten arbeitet

Autor: 
Peter Meier
Lesezeit 3 Minuten
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25. März 2020

Bewährte Hilfe auch in Coronavirus-Zeiten: Heinz und Doris Schäfer von der Initiative Essen auf Rädern übergeben Robert Schindler die Mahlzeiten in Ulm. ©Peter Meier

Weil die Initiative Essen auf Rädern Senioren und Kranke versorgt, gilt es in Corona-Zeiten, unnötigen Kontakt zu vermeiden. Das ist nicht immer ganz einfach, wie sich in Renchen zeigt.

Die Aktion Essen auf Rädern versorgt in der Grimmelshausenstadt über 30 Hilfsbedürftige von Montag bis Samstag täglich mit einer warmen Mahlzeit. In Zeiten der Bedrohung durch das Coronavirus ist das allerdings deutlich schwieriger geworden, berichtet Heinz Schäfer, der in dieser Woche mit seiner Frau Doris die Mahlzeiten beim Ortenau-Klinikum Achern abholt.

Eingespieltes Team

Der Ablauf ist so organisiert, dass die Fahrer aus Renchen das frisch zubereitete Essen gegen 11 Uhr am Krankenhaus in Achern abholen. Auf dem Edeka-Parkplatz in Renchen erfolgt dann die Übergabe der Mahlzeiten an einen Fahrer aus Ulm – diese Woche ist es Robert Schindler –, der dann auch gleich in diesem Stadtteil mit der Verteilung an die sechs Hilfsbedürftigen beginnt. Gleichzeitig fahren Mitglieder der Ehrenamtsinitiative die Essen in Renchen aus; in der Kernstadt sind es knapp 30 Personen, die diesen Dienst in Anspruch nehmen, dazu kommt eine weitere in Erlach. Je nach Anzahl der Bestellungen ist die Tour dann kurz nach 12 Uhr abgeschlossen.

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Mit Blick auf das Coronavirus sind die Bedingungen bei der Auslieferung erschwert. Die meisten Helfer tragen Einmalhandschuhe, wer kann trägt eine Schutzmaske oder führt zudem ein Desinfektionsmittel mit. „Wir sollen nach Möglichkeit nicht mehr in die Wohnungen“, berichtet Robert Schindler. Also wird das Essen vor der Tür abgestellt, geklingelt und dann gewartet, bis der Empfänger öffnet und seine Mahlzeit hereinholt. Schwierig wird es, wenn sehr betagte oder behinderte Menschen die Tür nicht selbst aufmachen können. Dann bleibt den ehrenamtlichen Helfern nichts anderes übrig, als das Essen in die Wohnung zu tragen.

Derzeit sind es drei Ehepaare und sechs weitere Fahrer, die in sechs ehrenamtlichen Gruppen in wöchentlichem Rhythmus täglich für mehr als 30 hilfsbedürftige Menschen im Einsatz sind. Das bedeutet, dass jede Gruppe alle sechs Wochen zum Einsatz kommt. Drei Fahrer sorgen abwechselnd für die Verteilung der Essen im Stadtteil Ulm. Das Problem: Eine stattliche Zahl dieser Helfer ist über 65 Jahre alt und gehört damit zur Risikogruppe; einige haben auch Vorerkrankungen und angekündigt, dass sie deshalb nicht mehr eingesetzt werden wollen. „Da wäre es schön, wenn sich zusätzlich jüngere Menschen bereit finden, diesen Dienst mit zu übernehmen“, erklärt Heinz Schäfer. „Je mehr wir sind, desto besser können die wöchentlichen Ausfahrten verteilt werden, meint Jörg Ewert, der unterstützt von seiner Frau Ursula seit Jahren für Renchen die Organisation übernimmt.
◼ Wer sich an der Ehrenamtsinitiative Essen auf Rädern beteiligen möchte, erreicht Jörg Ewert in Renchen unter 
• 0 78 43/15 16. Nähere Infos gibt es zudem im Internet unter 

www.essenaufraedern-achern.de

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