Die Corona-Pandemie und ihre Folgen

Wie OB Braun Oberkirch gut durch die Krise bringen will

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23. Januar 2021

(Bild 1/3) „Für das Oberkircher Krankenhaus hat der Kreistag mit großer Mehrheit eine Nachnutzungskonzeption beschlossen, die geeignet ist, die ambulante medizinische Versorgung in der Raumschaft sicherzustellen“, sagt OB Matthias Braun. ©Rüdiger Keller

ARZ-Serie „Das bringt 2021“: Oberkirchs Oberbürgermeister über die Corona-Pandemie, die Situation des Oberkircher Krankenhauses, die finanzielle Lage der Stadt und seine guten Vorsätze

Das Jahr 2020 war für die Menschen rund um den Globus kein einfaches. Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen in alle Bereiche und wird auch 2021, trotz berechtigter Zuversicht wegen der zum Einsatz kommenden Impfstoffe, maßgeblich beeinflussen. Wie sehen die Bürgermeister im Renchtal, Unternehmerpersönlichkeiten, Vertreter von Renchtäler Vereinen und Institutionen die Aussichten und Perspektiven? Wie ist ihre Sicht der Dinge auf 2021? Wir haben in einer Umfrageserie zum Jahresbeginn nachgefragt. Heute: Oberkirchs Oberbürgermeister Matthias Braun.

Worin sehen Sie Ihre wichtigste Aufgabe im Jahr 2021?

Matthias Braun: Das neue Jahr beginnt wie das alte aufgehört hat. Die Pandemie wird uns noch eine Zeit lang beschäftigen, aber es gibt auch Hoffnung, weil es einen Impfstoff gibt und in jeder Krise eben immer auch Chancen liegen. Es wird im neuen Jahr eine der wichtigsten kommunalen Aufgaben sein, dafür zu sorgen, dass wir als Stadt gut durch die Coronakrise kommen, indem wir handlungsfähig bleiben und die notwendigen und richtigen Entscheidungen treffen.

Die Themen Schaffung von Kindergartenplätzen, die Sanierung und Erweiterung unserer Schulen, die Nachnutzung des Oberkircher Krankenhauses, die weitere Schaffung von Wohnraum werden wichtige Aufgaben in diesem Jahr bleiben.

Worauf freuen Sie sich im Jahr 2021 besonders?

Ich freue mich besonders auf eine Rückkehr zur Normalität und hoffe, dass es auch bald wieder möglich sein wird, dass wir uns persönlich ohne Einschränkungen begegnen können, wir wieder Feste feiern und Konzerte besuchen, uneingeschränkt einkaufen, reisen und Essen gehen können. 

Wie haben sich die Folgen der Corona-Pandemie in Ihrem Leben am stärksten bemerkbar gemacht?

Dass eben nichts normal war. Die beiden Lockdowns im Frühjahr und im Winter, in dem wir uns aktuell auch noch befinden, haben sich stark bemerkbar gemacht. Das Geschehen, auch in unserer Stadt, darf nicht mehr stattfinden, wir können nicht mehr überall hin wo wir möchten, die sonst üblichen privaten Begegnungen sind nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht auch an alle denke, denen die Pandemie finanzielle Einbußen und Existenzsorgen gebracht hat. Ich denke auch an unsere Familien, Schülerinnen und Schüler, an unsere Vereine und die Corona-Erkrankten, an das medizinische und pflegerische Personal in den Krankenhäusern und Pflegeheimen. Wir alle sind in den unterschiedlichsten Ausprägungen von der Pandemie betroffen.

Welches Ereignis im Jahr 2020 hat Sie besonders berührt? 

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Die Bilder über das Leid, das Corona über die Menschen gebracht hat. Die Bilder über das „Sterben ohne Abschied“, das Massensterben in Norditalien, Bilder von Menschen, die für ihren Dienst am Nächsten bis zur Belastungsgrenze tätig sind, die – sicherlich notwendige – Abschottung der Angehörigen in den Pflegeheimen … Diese Bilder gehen mir so schnell nicht aus dem Kopf. Sie haben gezeigt, wie verletzlich wir sind und wie zerbrechlich unser Leben ist. Angenehm berührt hat mich aber auch die Erkenntnis, wie wichtig eine Gemeinschaft ist, die solidarisch zusammenhält, in der es Menschen gibt, die füreinander da sind, die sich einbringen und auch in schwierigen Zeiten Stärke, Mut, Flexibilität und Kreativität beweisen.

Mein großer Dank und Respekt gilt diesen Menschen, die auch unter Pandemiebedingungen und oft bis zur Erschöpfungsgrenze dazu beitragen, dass wichtige Einrichtungen noch funktionieren.

Und ich bin stolz auf unsere Stadtverwaltung. Wir haben uns auch unter Pandemiebedingungen handlungsfähig erwiesen, mit unserem Anspruch, für unsere Bürgerinnen und Bürger da zu sein und das Zusammenleben in dieser außergewöhnlichen Zeit zu organisieren und funktionsfähig zu halten. Mein Dank geht auch an den Gemeinderat und die Ortschaftsräte, die Frauen Ortsvorsteherinnen und Herren Ortsvorsteher. Durch das gute Zusammenwirken ist es uns gelungen, die kommunale Demokratie funktionsfähig zu halten, indem auch unter Pandemiebedingungen wichtige Entscheidungen getroffen werden konnten. 

Wie geht es mit dem Oberkircher Krankenhaus weiter? 

Für das Oberkircher Krankenhaus hat der Kreistag mit großer Mehrheit eine Nachnutzungskonzeption beschlossen, die geeignet ist, die ambulante medizinische Versorgung in der Raumschaft sicherzustellen. Diese Konzeption beinhaltet ganz bewusst Optionen für eine Weiterentwicklung. Es geht in diesem und in den kommenden Jahren darum, diese Chancen zu ergreifen, indem wir mit den sogenannten Stakeholdern ein Netzwerk aufbauen, um nach und nach weitere Nachnutzungsmodule in Oberkirch zu platzieren.

Wie schätzen Sie die finanzielle Situation der Stadt Oberkirch aktuell ein?

Unsere Stadt ist bis jetzt wirtschaftlich und finanziell vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen. In der Nachkalkulation für dieses Haushaltsjahr 2021 auf Basis der November-Steuerschätzung 2020 ist – auch dank staatlicher Hilfen von Bund und Land – mit einer Ergebnisverschlechterung von unter einer Million Euro zu rechnen. Das ist für unseren Haushalt mit einem Volumen von 60 Millionen Euro verkraftbar. Folglich kann die Stadt die im Doppelhaushalt veranschlagten Projekte ohne Einschränkungen weiter vorantreiben. 

Gleichwohl müssen wir in Anbetracht der angespannten Lage weiterhin sehr behutsam mit den verfügbaren Mitteln umgehen. Nicht ohne Sorge betrachten wir die mittelfristigen Finanzplanungszeiträume ab 2022. Es ist nicht sicher, wie lange die Krise dauert. Und wir wissen nicht, wie wir letztlich auch wirtschaftlich aus der Krise herauskommen und wie stark die Kommunen von Bund und Land wegen der angehäuften Schuldenberge noch finanziell herangezogen werden.

Welche guten Vorsätze haben Sie sich persönlich für 2021 vorgenommen?

Mehr Bewegung und Sport an der frischen Luft. Das habe ich mir fest vorgenommen. Und dann sind ja auch noch die anderen Vorsätze geblieben, die ich von Jahr zu Jahr mitnehme.

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