Sasbachwalden

Windrad dreht sich auf der Hornisgrinde

Autor: 
Matthias Heidinger
Lesezeit 2 Minuten
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30. Oktober 2015

(Bild 1/3) ©Archiv: Peter Heck

Die höchstgelegene Windkraftanlage Deutschlands wurde gestern Nachmittag nach nur drei Monaten Bauzeit auf dem Gipfelplateau der Hornisgrinde in Betrieb genommen. Alle Festredner waren froh über den langen Atem der Investoren, der Acherner Familie Griebl.

Kühl, neblig und natürlich windig war es gestern Nachmittag, als  die Familie Griebl mit Umweltminister Franz Untersteller per symbolischem Knopfdruck das neue Windrad in Betrieb nahm. Der Minister unterstrich, wie viele Probleme die Behörden mit der Investorenfamilie in der fünfjährigen Genehmigungsphase bewältigen mussten. »Ohne das Durchhaltevermögen und die Hartnäckigkeit der Familie Griebl stünden wir nicht hier«, lobte er.

Wie auch seinen Vorredner Matthias Griebl freute es Untersteller, auf welch großes Interesse der Bürger der Bau der 120-Meter-Anlage gestoßen war. Deren Höhe war ein Kompromiss mit dem SWR, dessen Turm nur einen Katzensprung entfernt steht. Ende August waren landesweit 400 Windräder in Betrieb, sagte der Minister. 121 befänden sich im Bau, 279 seien bereits genehmigt oder zumindest beantragt.

Weitere Windräder?

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer nannte das Griebl-Projekt »Repowering par excellence«. Und sie deutete wie auch schon Matthias Griebl an, dass dies in interkommunaler Zusammenarbeit nicht das letzte Windrad auf der Hornisgrinde sein soll. Ihre Unterstützung dabei sagte sie zu.

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Den Windkraftgegnern, die »das Landschaftsbild wie eine Standarte vor sich hertragen« würden, schrieb Schäfer die folgenlose Verwertung der bisherigen drei Windräder, die jetzt in Süditalien Strom produzieren, ins Buch: »Wir wissen alle, wie wir an den Folgen von Atom- und Kohlestrom knabbern.«

Ein Lob Bärbel Schäfers freute Landrat Frank Scherer im Beisein von vielen Rathaus­chefs und Gemeinderäten besonders: Die Ortenau sei das Flaggschiff in Sachen Windkraft. Der Kreis habe progressiv den Standort Hornisgrinde gefördert, der auch durch seine »Vernarbtheit« besonders geeignet sei, so Scherer.

Valentin Doll, Bürgermeister von Sasbachwalden, auf dessen Gemarkung das Windrad steht, bestätigte Scherers Einschätzung, dass die Hornisgrinde schon lange hoch belastet ist. Doll wünschte sich, dass weitere Windräder entstehen.

Der feurigste Redner kam zum Schluss: Journalist und Buchautor Franz Alt, der am Vortag noch bei der Weltwindkonferenz in Jerusalem und schon bei der Einweihung der ersten drei Grinde-Windräder 1994 anwesend war, machte wortgewaltig klar, dass die Zukunft der Menschheit von einer gelingenden Energiewende abhängt.

Nachrichten-Video zum Thema in ORTENAU AKTUELL:
www.mibatv.de | Videocode: 16395

Stichwort

Zahlen & Fakten

Gesamthöhe: 120 Meter
Nabenhöhe: 84,5 Meter
Rotordurchmesser: 71 Meter
Generatorleistung: 2,3 Megawatt
Jahresstromertrag: etwa 5 Millionen Kilowattstunden (2000 Haushalte).
Die Betreiberin, die Windpark Hornisgrinde GmbH & Co. KG aus Achern, weist als Vorteile der neuen Anlage gegenüber den alten drei kleineren Windrädern aus, dass sie siebenmal mehr Strom produziert, deutlich mehr CO2 einspart, leiser und weniger wartungsanfällig ist und die Rotoren sich langsamer drehen.hei

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