Oberkirch

Winzer eG investiert 250.000 in Maischegärungsbehälter

Autor: 
Rüdiger Keller
Lesezeit 4 Minuten
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19. Juni 2015
Sie wollen die Oberkircher Winzer eG weiter nach vorne bringen: von links Geschäftsführer Markus Ell, Qualitätsmanager Frank Männle und Kellermeister Martin Bäuerle.

(Bild 1/2) Sie wollen die Oberkircher Winzer eG weiter nach vorne bringen: von links Geschäftsführer Markus Ell, Qualitätsmanager Frank Männle und Kellermeister Martin Bäuerle. ©Rüdiger Keller

Die Oberkircher Winzer eG treibt ihr Qualitätsstreben weiter voran: Nach der Millioneninvestition in eine neue Abfüllanlage werden in diesem Jahr 250 000 Euro in den Kauf neuer Maischegärungsbehälter gesteckt. »Damit sind längere Maischegärungsprozesse möglich, die der Qualität zugutekommen«, kündigt Geschäftsführer Markus Ell an.

Die Oberkircher Winzer eG ist mit dem Verlauf des am 30. Juni zu Ende gehenden Geschäftsjahres 2014/2015 zufrieden: »Wir liegen aktuell auf Vorjahresniveau«, erklärt Geschäftführer Markus Ell gegenüber der Acher-Rench-Zeitung. Zuletzt hatte die Genossenschaft 11,9 Millionen Euro umgesetzt, »das werden wir aller Voraussicht nach wieder erreichen.«

Es war kein einfaches Jahr für die Winzer eG: Zwei kleine Ernten aus den Vorjahren und eine normale Ernte im vergangenen Jahr machen nach wie vor zu schaffen, notwendige Preiskorrekturen nach oben und Konsumzurückhaltung beim Verbraucher hätten die Situation nicht einfacher gemacht. »Das war mit eines der herausfordernsten Jahre überhaupt«, beschreibt Ell seine Gemütslage. Die Maßnahmen hätten sich aber als richtig erwiesen, eine Korrektur der Strategie sei nicht geplant: »Nach wie vor sind wir beim Preis-Leistungs-Verhältnis top – das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können.«

Zweimal 30 000 Liter
Damit das so bleibt, wird auch in diesem Jahr kräftig investiert: 250 000 Euro lässt sich die Winzer eG die Erneuerung der Maischeabtropfbehälter kosten, acht werden durch drei größere Edelstahltanks ersetzt, dazukommen zwei Rotwein-Maischegärungsbehälter mit jeweils 30 000 Litern, so dass das zur Verfügung stehende Volumen deutlich erhöht wird. Kellermeister Martin Bäuerle und Qualitätsmanager Frank Männle erwarten von der Maßnahme einen weiteren Qualitätsschub. Der notwendige Eingriff in die Gebäudesubstanz wird sich auf den Dachbereich beschränken, da die neuen Behälter höher sind als die bisherigen.

Bäuerle und Männle hoffen auf eine gute Erntemenge. Die Vorzeichen dazu sind ausgezeichnet: Die Blüte legte durch die kurze Hitzewelle einen Sprint hin, war in drei Tagen abgeschlossen (üblich ist eine Woche und länger). Den Reben geht es – auch durch ausreichenden Regen – sehr gut: »Die Tendenz ist so, dass wir schöne Trauben bekommen.« In der letzten Septemberwoche könnte die Hauptlese beginnen.

Kirschessigfliege: »Nicht die ganzgroße Gefahr fürden Weinbau«

Wenn das nur auch die Obstbauern sagen könnten: »Die Kirschessigfliege ist nicht die ganz große Gefahr für den hiesigen Weinbau.« Der Satz stammt von Frank Männle, Qualitätsmanager der Oberkircher Winzer eG und der Kappelrodecker Hex vom Dasenstein. Sagte Männle im vergangenen Jahr noch seinen Urlaub ab, um die angespannte Situation in den Weinbergen begleiten zu können, sieht er die Lage in diesem Jahr entspannter: »Ich habe gebucht  und werde fahren.«

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Die Erfahrung habe gezeigt, dass die hiesigen Hauptrebsorten für die Kirschessigfliege unattraktiv sind: »Burgunder und Riesling sind nicht die bevorzugte Frucht des Schädlings«, weiß Männle. Große Schäden verursacht die Fliege bei Gutedel-, Regent- und Dornfeldertrauben. »In Rheinland-Pfalz ist das ein Riesenproblem.« Dort werde sogar überlegt, künftig auf andere Sorten umzusteigen.

Probleme bei Acolon?

Im Achertal gibt es kleinere Rebflächen, auf denen die Traubensorte Acolon angebaut wird. Dort erwartet Männle Probleme, da die Kirschessigfliege, Trauben mit dünner Schale zur Eiablage bevorzuge.  Der Qualitätsmanager empfiehlt den Winzern, das Blattwerk stärker zu entfernen, denn die Fliege mag die Hitze nicht und bevorzugt »Früchte im Schatten«.

Männle glaubt nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres, bei verschiedenen Sorten, wie dem Riesling, ganz ohne Behandlung gegen den Schädling auskommen zu können. Er weiß aber auch, dass es im Obstbau ganz anders aussieht. Dort bringt die Kirschessigfliege so ruinöse Schäden mit sich, dass sogar das engmaschige Einnetzen von ganzen Kulturen ausprobiert wird.

Fliege als Dauergast?

Das »Fliegengitter« im Obstbau wird zurzeit erforscht, um der riesigen Population Herr zu werden – eine kostenintensive Schutzmaßnahme für alle Landwirte. Männle ist überzeugt, dass die Kirschessigfliege in den hiesigen Breiten ein Dauerproblem bleibt: »Das Tier werden wir nicht mehr los.«

Stichwort

Kooperation

Seit zweieinhalb Jahren kooperieren die Oberkircher Winzer eG und der Kappelrodecker Winzerkeller Hex vom Dasenstein. Neben der gemeinsamen Nutzung der Oberkircher Abfüllanlage sind die beiden Geschäftspartner auch beim Vertrieb eng verbunden: »Strategisch war das für beide Häuser der richtige Schritt«, ist Oberkirchs Geschäftsführer Markus Ell überzeugt. Die erhofften Einspareffekte seien eingetreten und hätten zu Verbesserungen beim Betriebsergebnis geführt.

Die Zusammenarbeit der Mitarbeiter sei ausgezeichnet, sagt auch Qualitätsmanager Frank Männle, der für beide Unternehmen im Einsatz ist: »Aus einer Partnerschaft hat sich eine vertrauensvolle Freundschaft entwickelt.«

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