Firma Stinova in Achern

„Wir können nicht sagen, was in drei Monaten ist“

Autor: 
Andreas Cibis
Lesezeit 4 Minuten
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28. April 2020

(Bild 1/4) Viele Firmen helfen derzeit mit der außerplanmäßigen Produktion von Gesichtsmasken. Stinova stellte in einer Hilfsaktion einige Masken für das Altenheim St. Franziskus her. ©Stinova

Bislang kommt das kleine mittelständische Unternehmen Stinova aus Achern eigentlich gut über die Coronakrise. Flexibilität ist gefragt. Dennoch ist derzeit vieles unkalkulierbar.

Wie lenkt man ein kleines mittelständisches Unternehmen durch die Corona-Krise? Derzeit ohne Kurzarbeit kommt beispielsweise die Acherner Firma Stinova aus. Der Objekteinrichter hat genügend Aufträge und stellt sich auf derzeitige Bedürfnisse seiner Kunden ein. Allerdings bleibt trotzdem die Frage, ob mögliche Auftraggeber auch künftig investieren wollen und werden. 

Rund 35 Mitarbeiter stark ist das Team der Geschäftsführer Sabine Stinus-Sandhacker und Jörg Sandhacker. Ihre Unternehmenstrategie, nicht nur auf einen Bereich zu setzen, könnte sich gerade jetzt in der Corona-Krise als erfolgreich erweisen. Eine Vorhersage, wie es weitergeht, ist schwierig. „Wir können nicht sagen, was in drei Monaten ist“, meinen die beiden Geschäftsführer. Bislang kommen sie ohne Kurzarbeit aus, Entlassungen sind in der jetzigen Situation erst recht kein Thema.

Das Hauptgeschäft ist für das Acherner Unternehmen die Ausstattung und Erneuerung der Innenarchiktur von Flusskreuzfahrtschiffen in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Niederlande. Zu den Kunden von Stinova gehört unter anderem die A-Rosa-Flussschiff GmbH. 

Aufträge abgearbeitet

Vom Spätherbst bis ins Frühjahr bringt die Firma Stinova mit einer Reihe von Partnerfirmen vor Ort die Inneneinrichtung der Schiffe während der Winterpause auf Vordermann. Die Corona-Krise macht vor allem auch der Tourismus- und Reisebranche einen großen Strich durch die Rechnung. So kann es sein, dass manches Unternehmen aus Geldmangel von geplanten Investitionen absehen wird. Oder aber das Gegenteil könnte der Fall sein: Die Unternehmen nutzen die Zwangspause, um lang hinausgeschobene Investitionen zu tätigen und nach der Corona-Zwangspause mit frischen Schwung weiterzumachen.

Die im Winter angestandenen Aufträge konnten bis März zu rund 98 Prozent abgearbeitet werden, betont Jörg Sandhacker. Und das, obwohl ein Großteil der Aufträge im Ausland umgesetzt wurde – gerade noch rechtzeitig, bevor die Grenzen geschlossen wurden.

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Stinova kümmert sich aber nicht nur um die Inneneinrichtung von Schiffen. Hoteleinrichtungen, Messestände und anderes gehören zum Aufgabenbereich des Acherner Unternehmens. Und da Stinova aus der Firma Stinus entstand, verwundert es nicht, dass das mittelständische Unternehmen unter anderem orthopädische Betriebe, Arztpraxen und andere im Gesundheitsbereich tätige Firmen innenarchitektonisch versorgt. 

Schutz aus Plexiglas

So wurde bei Stinova wegen der Corona-Krise  ein besonderer Service angefragt, der so genannte Spuckschutz aus Plexiglas für Praxen und Apotheken. Hier war unternehmerische Flexibilität gefragt. Stinova forderte Plexiglas in vorgefertigten, zugeschnittenen Größen zu 100 mal 80 oder 80 mal 80 Zentimeter an. Das Plexiglas wird dann noch fertig bearbeitet und auf Stützen befestigt. Da viele Geschäfte einen derartigen Schutz benötigen, wird das Plexiglas bei den Lieferfirmen langsam knapp, weiß Jörg Sandhacker. Der aus Wien stammende Acherner Unternehmer gehört zum Vorstand des Alten- und Pflegeheims St. Franziskus. Er und seine Frau reagierten auf den Bedarf an Schutzmasken in der Acherner Éinrichtung. So stellte man mit vorhandenem Vlies rund 300 einmalig verwendbare Masken her und übergab diese als Hilfsaktion. Zudem konnte Stinova über einen Großhändler aus Bad Neuenahr rund 2000 FFP2-Masken beziehen. 600 davon habe man, so Jörg Sandhacker, zum Einkaufspreis dem Franzikus-Heim zur Verfügung gestellt und weitere an Ärzte abgegeben.

 „Wir wissen nicht, wie lange diese Krise währt“, schauen Sabine Stinus-Sandhacker und Jörg Sandhacker dennoch  in eine ungewisse Zukunft. Um erst einmal nicht in die Verlegenheit kommen, auf Kurzarbeit umstellen zu müssen, wird derzeit auch Urlaub beim Personal abgebaut. 

Vieles wie gewohnt

Ansonsten läuft aber bei Stinova vieles wie gewohnt. Denn „das Handwerk hat schon noch gut zu tun“, betont das Unternehmer-Ehepaar. Und da es auf mehreren Füßen steht, was den Kundenkreis betrifft, hofft man, weiterhin gut durch die Corona-Krise zu kommen.

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