Appenweier

Zählerableser kommen nicht mehr ins Haus

Autor: 
Fritz Bierer
Lesezeit 3 Minuten
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24. Juni 2017

Künftig müssen die Kunden des Eigenbetriebs Wasserversorgung in Appenweier ihren Zähler selbst ablesen und die Daten der Gemeinde mitteilen – per Telefon oder Fax, auf einer Antwortkarte oder per Internet auf die Homepage der Gemeinde. ©Kevin Bierer

Für den Eigenbetrieb Wasserversorgung der Gemeinde Appenweier hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung von der Verwaltung vorgeschlagene Änderungen der Betriebsstruktur zugestimmt. Künftig müssen Kunden ihre Wasserzähler selbst ablesen und die Daten der Gemeinde melden.

Änderungen in der Struktur des Eigenbetriebs Wasserversorgung hat Appenweiers Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag mit Mehrheit verabschiedet. Im Rahmen einer allgemeinen Finanzprüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) sahen die Prüfer Handlungsbedarf, informierte Kämmerer Markus Kern in seinem Statement. 
Bessere Liquidität
Zunächst ging es um die Liquidität des Eigenbetriebes, der über ein Eigenkapital von 679000 Euro verfügt, was 16,49 Prozent entspricht. »Aus Sicht der Finanzverwaltung ist eine angemessene Eigenkapitalausstattung von insgesamt 30 Prozent erforderlich«, erklärte Kern, der eine Erhöhung des Eigenkaptals um 250 000 Euro auf 750 000 Euro vorschlug. Ein Vorteil der Stammkapital-Aufstockung, so der Kämmerer, würde eine spürbare Verbesserung der Liquidität bringen. »Damit könnte der bestehende Finanzierungsmittelfehlbetrag ausgeglichen werden«. so Kern. Auch würde die vom Finanzamt beanstandete »verdeckte Gewinnausschüttung« für die Abführung von Zins-
aufwendungen an den Kernhaushalt der Gemeinde künftig entfallen. 
Ohne Diskussion gab der Gemeinderat schließlich »grünes Licht« für eine Stammkapitalaufstockung um 250 000 Euro, das dann einer Quote von über 22 Prozent entspricht.  Das Geld soll am 1. Januar 2018 fließen. 
Die gravierendste Änderung betrifft aber die Kunden des Eigenbetriebs. Aktuell werden die Daten der Wasserzähler in Appenweier, die zur Erstellung der Jahresabrechnungen benötigt werden, von Mitarbeitern der Wasserversorgung bzw. des Bauhofes jeweils zwischen Oktober und November abgelesen. Diese »Hausbesuch« wird es künftig nicht mehr geben, denn die manuelle Weiterverarbeitung der abgelesenen Zählerstände führe im Rechnungsamt zu einem erheblichen Erfassungs- und Kontrollaufwand, informierte  Markus Kern. »Auch entstehen Überstunden im Bereich des Bauhofs und der Wasserversorgung.«
Was der Kämmerer am Montag vorschlug, wird in vielen anderen Gemeinden im Ortenaukreis schon länger praktiziert – die »Kundenselbstablesung«. Und das geht laut Markus Kern so: »Die Bürger werden von der Gemeindeverwaltung angeschrieben mit der Bitte, die Zählerstände selbst abzulesen und im Rathaus einzureichen.« Dabei gibt es mehrere Kommunikationsmöglichkeiten: per Telefon/Fax, eine Antworte, die dem Anschreiben der Gemeinde beigefügt ist oder die Internetmeldung über die Homepage der Gemeinde.
Betreut werden die Daten dann schließlich durch die Firma co.met GmbH aus Saarbrücken. Sie sammelt die erhobenen Daten und wird sie digitalisieren und dann ins Abrechnungssystem der Gemeinde übertragen. 
»In der Regel wird bereits im Jahr der Einführung der Kundenselbstablesung eine Rücklaufquote von über 90 Prozent erreicht«, beantwortete Markus Kern eine entsprechende Frage aus dem Ratsgremium. Für die Einführung der Kundenablesung verlangt co.met GmbH knapp über 3000 Euro – »unsere Personalkosten sind bisher deutlich höher«, so der Kämmerer. 

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