Partnerstadt Oberkirch

Zieht ein Schnellimbiss in die Burg von Haverfordwest ein?

Autor: 
Kay Wagner
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
11. Juni 2021
Haver Skatepark: Am Skatepark wird nicht nur Sport betrieben. In den Abendstunden kommt es dort auch zu Pöbeleien und „antisozialem“ Verhalten von Jugendlichen.

(Bild 1/2) Haver Skatepark: Am Skatepark wird nicht nur Sport betrieben. In den Abendstunden kommt es dort auch zu Pöbeleien und „antisozialem“ Verhalten von Jugendlichen. ©Kay Wagner

Die Burg, das Arbeiten, die Produktion von Strom für Autos und der Skaterplatz – überall soll es in Oberkirchs Partnerstadt Haverfordwest anders werden. Die Stadt sprudelt vor neuen Ideen.

Es sieht nach einer Trotzreaktion aus, was gerade in Oberkirchs walisischer Partnergemeinde Haverfordwest zu beobachten ist: Statt entmutigt und hoffnungslos aufgrund von Brexit und Corona-Pandemie den Kopf in den Sand zu stecken, sprudelt die Gemeinde gleichsam vor neuen Ideen für die Zukunft und dem Willen, diese Zukunft positiv zu gestalten. Beispiel: Der so genannten Haver Hub. Diese Initiative ist schon gut zwei Jahre alt, doch hat sie durch die Erfahrungen mit Covid-19 neuen Schwung erhalten. Im alten Postgebäude der Stadt bietet der HaverHub flexible Arbeitsräume an. Die Räumlichkeiten selbst können unterschiedlich gestaltet werden, je nach Bedürfnissen der Mieter. Für Stunden, Tage oder Monate kann Platz gemietet werden. Der Hub will auf diese Weise eine Alternative zum Home-Office und zum festen Bürogebäude einer einzelnen Firma bieten. Quasi ein Ort der Arbeit und der ständigen Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen.

Das walisische Parlament überlegt zurzeit, aus dem Hub ein nationales Pilot-Projekt für die neue Arbeitsgestaltung in der Zeit nach Covid-19 zu machen. „Es ist eine Freude zu sehen, wie dieses schöne historische Gebäude für eine neue Ära geformt wird, während sie weiterhin ihre zentrale Kommunikationsrolle beibehält“, jubelt HaverHub-Chef Gitti Coats über die Perspektiven für sein Projekt. Neue Perspektiven soll es auch für die in ihren Grundfesten über 900 Jahre alte Burg von Haverfordwest geben. Deren Überreste thronen noch heute auf einem Hügel über der Innenstadt, mehr oder weniger stolz aufgrund des nicht mehr ganz attraktiven Zustandes des Gemäuers. Der Kreisrat, der County Council, möchte das ändern und hat eine öffentliche Befragung der Bevölkerung durchgeführt. Die Ergebnisse davon sind noch nicht bekannt. Aber Leserkommentare aus der Lokalpresse geben erste Hinweise darauf, wie skeptisch die Bürger bei der Frage sind. „Abreißen wäre das Beste, die Steine können für andere Zwecke sinnvoll verwendet werden“, ist eine Idee. Andere Kommentare zeigen kaum Hoffnung, dass die Rats-Überlegungen zur Attraktivitätssteigerung in einem sinnvollen Projekt enden. „Schaut euch doch an, was die mit anderen historischen Gebäuden in unserer Region gemacht haben: Überall ein Desaster!“, ist zu lesen. Eine moderne Kaffee- oder Schnellimbiss-Kette im Burggemäuer unterzubringen, ist eine andere Idee.

- Anzeige -

Nägel mit Köpfen hingegen hat der Kreisrat schon bei der Neugestaltung des Parkplatzes vor seinem Gebäude am Rande der Innenstadt gemacht: Dort werden Dächer aufgestellt, die nicht nur vor Regen und zu starker Sonne schützen, sondern gleichzeitig Strom liefern. Auf den Dächern sind Solaranlagen angebracht, mit deren Hilfe Strom für Ladestationen zum Betanken von E-Autos auf dem Parkplatz produziert wird.

Solche „grünen“ und auf Nachhaltigkeit angelegte Innovationen haben bei der lokalen Molkerei bereits zu Erfolgen geführt. Die Wegwerfmenge an Nahrungsmittelabfällen ist dort auf null gesunken, seit diese Abfälle regelmäßig an eine Biogasanlage abgegeben wurden. Wiederverwendetes Wasser, das bei der Produktion entsteht, macht mittlerweile 50 Prozent der gesamten Wassermenge aus, die die Molkerei benutzt. Frisches Wasser als Alternative zu alkoholhaltiger Flüssigkeit könnte hingegen eine Lösung für die Probleme sein, die im Bereich des Skater-Parks in Haverfordwest auftreten. Betrunkene Jugendliche fallen dort besonders in den Abendstunden durch „anti-soziales Verhalten“ auf, wie es Lokalpolitiker bezeichnen. Diese haben jetzt zu einem Dialog geladen um zu schauen, wie gemeinsam gegen das Problem vorgegangen werden soll. Eine weitere Bemühung, die Zukunft der Stadt positiv zu gestalten.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

Nach längerer coronabedingter Zwangspause lieferte der Junge Chor Fautenbach am Sonntag ein erfrischendes Konzert in der Jugendkirche ab.
vor 4 Stunden
Nach längerer Zwangspause
Mit einem erfrischenden Konzert erfreute der Junge Chor Fautenbach am Sonntag in der Jugendkirche seine Zuhörer. Es war der erste Auftritt nach einer längeren coronabedingten Zwangspause.
Schwarzwaldverein-Chef Manfred Wisgott wurde ausgezeichnet.
vor 4 Stunden
Auszeichnung
Der Vorsitzende des Schwarzwaldvereins Oberkirch, Manfred Wisgott, hat am 20. Juni in der Hauptversammlung des Schwarzwaldvereins die höchste Auszeichnung des Gesamtvereins erhalten.
Wilhelm Ernst starb im Alter von 96 Jahren.
vor 4 Stunden
Beliebt und überaus geschätzt
Im gesegneten Alter von 96 Jahren verstarb am 9. Juni Wilhelm Ernst. Wie sehr er im Ort und darüber hinaus beliebt war und geschätzt wurde, zeigte die große Trauergemeinde, die ihn auf seinem Weg zur letzten Ruhestätte begleitete.
Größe und Ausstattung beeindrucken: der „Discover industry”-Truck vorm Gymnasium Achern.
vor 4 Stunden
Bildung
Vor dem Acherner Gymnasium zieht derzeit ein Seminarraum auf Rädern die Blicke auf sich: Der „Discover industry“-Truck.
Freudestrahlend versammelten sich zum Spatenstich (von links): Fachbereichsleiter Carlo Frohnapfel, Michael Kaiser (RS Ingenieure), OB Klaus Muttach, Fachbereichsleiter Ralf Volz und Bauunternehmer Alois Huber.
vor 4 Stunden
Bauarbeiten
In Achern haben die Erschließungsarbeiten auf den Illenau-Wiesen begonnen, wo das Unternehmen Powercloud in den kommenden Jahren eine Millionen-Investition plant. Richtig anrollen werden die Bagger in einigen Wochen.
Plakatierungen an jedem Baum oder Laternenpfahl wie hier im Frühjahr in Renchen würden die Grünen in Oberkirch bei der Bundestagswahl gerne vermeiden.
vor 4 Stunden
Vor der Bundestagswahl
Mit Sammelwänden für Wahlwerbung wollen die Oberkircher Grünen wildes Plakatieren im Vorfeld der Bundestagswahl verhindern. Für ihren Antrag ernteten sie am Montag deutliche Kritik.
Alexander Doll hat unterhalb der Ullenburg zehn Tanks mit LED-Lampen bestückt, mit der er durch Farbwechsel am Samstag eine Lichtschau zaubern will.
vor 4 Stunden
Lichtblick
Warum am Samstag die Tiergartener Rebberge leuchten werden
Das Hans-Furler-Gymnasium soll für über 20 Millionen Euro saniert werden.
vor 4 Stunden
Gymnasium wird ab Sommer saniert
Die Vergabe von öffentlichen Aufträgen gestaltet sich für die Stadt Oberkirch zunehmend schwieriger. Auch am Montag konnte man nicht in allen Fällen von Konkurrenz sprechen.
Herbert Huber war Acherns letzter selbständiger Uhrmachermeister. Er wurde 90 Jahre alt.
vor 11 Stunden
Herbert Huber
Mit dem Tod von Herbert Huber verliert Achern seinen letzten selbstständigen Uhrmacher. Bis ins hohe Alter stand der Verstorbene hinter der Theke seines Geschäfts.
Durmus Özmen (rechts) ist seit Anfang Juni auf dem City/Norma/Topfit-Parkplatz mit seiner „Spuck & Go“ Schnelltest-Station präsent.
vor 11 Stunden
Corona-Krise
Sinkende Infektionszahlen, aber auch zahlreiche privatwirtschaftliche Anbieter als „Konkurrenz“: Die Stadt Achern schließt zum Wochenende ihr eigenes Corona-Testzentrum.
Drei Corona-Neuinfektionen wurden in der vergangenen Woche im Renchtal per PCR-Test nachgewiesen. 
vor 12 Stunden
Neuinfektionen in der dritten Juni-Woche
Die neunte Woche in Folge sind die Corona-Zahlen in der Ortenau zurückgegangen. Auch Oberkirch steht mittlerweile besser da als der gesamte Kreis.
„Defekt“ ohne Nebenwirkung: Derzeit werden die Parkscheinautomaten ohnehin nicht gebraucht, weil der Gemeinderat die Parkgebühren erneut ausgesetzt hat.
vor 14 Stunden
Stadt will neue Automaten anschaffen
Noch bis 30. Juni 2022 können Autofahrer in Oberkirch zwei Stunden kostenlos parken. Danach sollen sie ihre Parkscheine an neuen Automaten bezahlen. Deren Kauf hinterfragte der Gemeinderat.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Sieger der #Ballwechsel Aktion des Energiewerks Ortenau (ewo) wurde der VfR Achern. Im Acherner Hornisgrindestadion versammelten sich zur Preisverleihung: (von links) Erich Oser, Michael Müller, ewo-Geschäftsführer Matthias Friedrich, Oberbürgermeister Klaus Muttach, VfR-Achern Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Glunz, Malwin Lima, Bastien Touchemann, Thorsten Libis, Salvatore Vida, Carlos Fusaro.
    21.06.2021
    Sechs Vereine freuen sich über attraktive Preise
    Endlich: Das runde Leder rollt wieder. Über Monate mussten die Ortenauer Amateurfußballer tatenlos darben. Pünktlich zum Trainingsbeginn brachte die Preisverleihung der Aktion #Ballwechsel des Energiewerks Ortenau (ewo) den Gewinnern das Glück ins Haus.
  • Das trinationale Filmfestival der Hochschule Offenburg wird live aus dem FORUM Cinema in Offenburg gestreamt.
    16.06.2021
    Filmfestival Hochschule Offenburg – 53 Filme am Start
    Das trinationale studentische Filmfestival SHORTS wird dieses Jahr vom 1. bis 5. Juli live aus den FORUM Cinemas Offenburg gestreamt.
  • Unsere eigenen vier Wände: der Bau- und Sanierungsboom hält auch in der Ortenau weiter an. 
    15.06.2021
    Bauboom hält an – neue Förderprogramme ab 1. Juli
    Die Pandemie hat der Baubranche, den Architekten und Planern, den Landschaftsgärtnern sowie den Möbelhäusern weiter Auftrieb beschert. Renovieren und Sanieren stehen ganz oben auf der Liste der Vorhaben der Bauherren. Unser Magazin zeigt Aktuelles vom Markt auf.
  • Das Arbeitgeberversprechen "in good company" wird bei Hubert Burda Media wörtlich genommen. 
    14.06.2021
    Spannende Sales-Jobs: Im Dialog mit den Verbrauchern
    1903 als Druckerei gegründet, gehört Hubert Burda Media heute mit mehr als 1600 Arbeitsplätzen am Standort Offenburg zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region und zählt mit weiteren Standorten zu einem der größten Medien- und Technologieunternehmen Europas.