Narrenzunft Oberachern

Zum 44-jährigen Jubiläum entsteht ein Jockele-Denkmal

Autor: 
Michaela Gabriel
Lesezeit 2 Minuten
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12. Januar 2018
Höchste Konzentration und ungezählte kleine Schläge mit Meißel und Fäustel: Die gelernte Steinmetzin Mariella Nesselhauf hat ein Denkmal für die Narrenfigur Jockele aus Oberachern erschaffen.

Höchste Konzentration und ungezählte kleine Schläge mit Meißel und Fäustel: Die gelernte Steinmetzin Mariella Nesselhauf hat ein Denkmal für die Narrenfigur Jockele aus Oberachern erschaffen. ©Michaela Gabriel

Die Narrenfigur Jockele der Narrenzunft Ober­achern wird 44 Jahre alt. Dieses närrische Jubiläum, vier mal elf, ist für den Traditionsverein der passende Anlass, um dem Jockele ein Denkmal setzen zu lassen.

Die junge Steinmetzin Mariella Nesselhauf aus Weisenbach fertigte im Auftrag der Narrenzunft Jockele Oberachern eine Stele mit der Jockelemaske in Originalgröße. Sie wird künftig den Aussichtspunkt »Jockele Guck« in Oberachern zieren. Weit ins Land geht der Blick bei den Felsen knapp unterhalb des Sendemasts am Bienenbuckel. Dort wird der Jockelekopf aus Stein hinausblicken und an den Ursprung der Jockele erinnern. 

Harte Arbeit

In der Garage in Varnhalt, in der Mariella Nesselhauf seit November an der Stele gearbeitet hat, schaut der Jockel noch die Decke an. Der ursprünglich 600 Kilogramm schwere Sandstein liegt auf übereinander gestapelten Paletten. Ein kleiner Scheinwerfer erleuchtet den Teil, den die Künstlerin gerade bearbeitet. Es sind die Glocken der Maske, die mit Meißel und Fäustel im Detail ausgearbeitet werden. Mehrere Kisten des in kleinen Stücken abgeschlagenen Materials mussten schon abtransportiert werden.

Täglich bis zu sechs Stunden hat sie unermüdlich geklopft und den Stein bearbeitet. »Der Sandstein aus Seedorf im Schwarzwald ist mein Lieblingsstein«, sagt sie. Zuerst musste eine gerundete Fläche geschaffen werden, auf der die Inschrift Platz finden konnte. »Für das Grobe braucht man etwa ein Drittel der Zeit«, berichtet die 26-Jährige. Dann folge die Feinarbeit. Nach dem Vorbild einer Originalmaske und eines Jockele-Bengels formte sie plastisch einen Jockel aus dem Stein, der am Ende noch etwa die Hälfte seines Ursprungsgewichtes hat. 

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»Das Ergebnis gefällt mir. Das ist mein erstes Gesicht und ich bin richtig zufrieden und stolz«, sagt die junge Steinmetz-Gesellin zufrieden. Ihre ganze Freizeit habe sie dafür verwendet und ihr Freund, der selbst Steinmetz und Bildhauer ist, habe sie dabei unterstützt.

Gelernte Steinmetzin

Ihren ersten Beruf erlernte die 26-Jährige in der Freiburger Münsterbauhütte. Als Steinmetz-Lehrling arbeitete sie an der Restauration des Freiburger Münsters mit. Inzwischen ist die junge Frau in der Ausbildung zur Erzieherin im Waldkindergarten Gaggenau. 

Bevor die Jockele-Stele aufgestellt wird, soll sie noch eine Imprägnierung bekommen. Außerdem wird die Farbe des Waldes, in der sich die Jockele kleiden, an dem Denkmal eine kleine Rolle spielen. Spaziergänger werden das schon bald vor Ort entdecken können.

Stichwort

Jockele

Die 1974 gegründete Häsgruppe erinnert an einen Wächter im Dreißigjährigen Krieg, der Jockel hieß. Er hatte eine »Lärmestang«, mit der er Alarm schlagen konnte, wenn feindliche Truppen anrückten. Die Jockele haben dazu ihre Jockele-Bengel mit kleinen Glocken.

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