Rheinazu-Freistet

Zwei Rheinauer porträtierten Flüchtlinge für guten Zweck

Autor: 
Sophia Körber
Lesezeit 3 Minuten
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31. August 2017
Nils Langenbacher und Sandrigo Zoilo (Mitte von links) haben die in der Freistetter Containersiedlung untergebrachten Flüchtlinge aus Gambia porträtiert.

Nils Langenbacher und Sandrigo Zoilo (Mitte von links) haben die in der Freistetter Containersiedlung untergebrachten Flüchtlinge aus Gambia porträtiert. ©Sophia Körber

Morgen, Samstag, ist es soweit. Auf diesen Tag laden Nils Langenbacher und Sandrigo Zoilo zu ihrer »Nakala-Charity-Gala« in die Stadthalle ein. »Nakala sagen die Jungs oft zur Begrüßung. Es bedeutet so viel wie ›hey, wie geht’s‹ in der Sprache Wolof. Dadurch haben wir irgendwann angefangen, sie »Nakalaboys« zu nennen«, erklärt Langenbacher. Die Rheinauer sind aus Zufall auf die gambischen Zuwanderern gestoßen. Nils Langenbacher aus Freistett hat einige, der zirka 40 Jungs, beim Fußballspielen gesehen und mitgespielt: »Im Prinzip haben wir sie nicht als Flüchtlinge kennengelernt, sondern als Männer, die irgendwo auf einem Rasen Fußball spielten.« Auch Sandrigo Zoilo aus Memprechtshofen schloss Freundschaft mit den »Nakalaboys«: »Wir machen viel zusammen. Sie sind schon fast Brüder für uns.«  

Schneller Entschluss

Schnell war der Entschluss gefasst, zu helfen. Die Frage war nur wie. »Angefangen hat alles mit der Idee, ein Fotobuch zu verkaufen. Später wurde die Idee konkreter und ein Charityevent mit Vernissage und Livemusik kam dazu«. 

Geld ist laut Langenbacher eigentlich Nebensache an dem ganzen Projekt: »Wir wollen den Rheinauern die Angst vor dem Fremden nehmen. Eine andere Kultur, andere Sprache, andere Hautfarbe – das schreckt viele erstmal ab. Es verirrt sich selten jemand hier her und noch seltener gehen die Leute auf sie zu.« Das Projekt trifft bereits jetzt auf viel Zuspruch und die gambischen Zuwanderer freuen sich darüber.

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Ihnen gefällt es in Rheinau. Viele haben bereits einen Arbeitsplatz gefunden und sind dabei, Deutsch zu lernen. »Vielleicht wird ein Unternehmen auf die Gambier aufmerksam und bietet Arbeits- oder sogar Ausbildungsplätze an«, sagt Sandrigo Zoilo und blickt euphorisch der Gala entgegen. 

Für die Verwirklichung des Projekts haben Zoilo und Langenbacher einige Sponsoren an der Hand und erhalten durch den Rheinauer Helferkreis viel Unterstützung – vor allem in der Kommunikation mit der Stadt Rheinau.

Private Einblicke

Über zwei Monate hinweg dokumentierten die beiden Künstler das Leben der »Nakalaboys«. Große Porträtfotos sollen auf der Vernissage für Eindruck sorgen, aber auch Videos mit privaten Einblicken in den Alltag der Zuwanderer. »Unser Bildband soll nicht einfach ein Bilderbuch werden, sondern eine Mischung aus Bildern und Storytelling. Man soll die Gambier kennenlernen«, erzählt der Freistetter.

Das nötige Fachwissen haben beide. Nils Langenbacher arbeitet beruflich in einem Kamerageschäft und dreht Videos für Youtube. Auch für Sandrigo Zoilo ist das Fotografieren ein Hobby. Wie viele Porträtfotos aufgehängt werden, wird sich zeigen, meint Zoilo. »Sicher ist aber, dass jeder sein Porträt bekommt. Es soll eine Art Erinnerung für sie sein.«

Hintergrund

»Nakala-Charity-Gala«

Die »Nakala-Charity-Gala« beginnt morgen, Samstag, um 14 Uhr in der Stadthalle in Freistett. Das limitierte Bildband »Domo Adama – Human Being« zeigt das Leben der Gambier aus einem intimen und nie gesehenen Blickwinkel. Bei der Gala wird dieses Buch verkauft. In der Vernissage des Fotoprojektes »Faces« werden hochkarätige Porträts der Männer ausgestellt und zum Verkauf angeboten. Der gesamte Erlös kommt dem Helferkreis und dessen Arbeit zugute«. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von »Mercedes & Friends«. Erstmals performt Mercedes Brunk mit ihrer Tochter Sophia. Der Eintritt ist frei.sk

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