Kehl

14.366 Unterschriften für Hallenbad-Dachsanierung

Autor: 
Martin Egg
Lesezeit 3 Minuten
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22. Mai 2017

Übergabe der Unterschriften durch Gerd Baumer (rechts) an OB Toni Vetrano im Bürgersaal. ©Martin Egg

Toni Vetrano hält eine Wiedereröffnung des Kehler Hallenbads zur kommenden Wintersaison für unwahrscheinlich. Das erklärte der Kehler Oberbürgermeister heute Nachmittag im Rathaus. Bad-Aktivist Gerd Baumer hatte ihm zuvor 14 366 Unterschriften für den Erhalt der Einrichtung übergeben.

Listen mit exakt 14 366 Unterschriften hat Gerd Baumer, ehemaliger Grünen-Stadtrat und Hobby-Schwimmer, heute Nachmittag an OB Toni Vetrano (CDU) übergeben. Baumer und die Unterzeichner setzen sich damit für die sofortige Reparatur des kaputten Hallenbaddaches und gegen eine Schließung der Einrichtung »auf unbestimmte Zeit« ein. Für den Erhalt des Hallenbades kämpfen insbesondere die Mitglieder des Kehler Schwimmvereins, von denen einige der Unterschriftenlistenübergabe im Bürgersaal des Rathauses beiwohnten. Im Fall einer Schließung auf längere Zeit fürchten sie mangels Trainingsmöglichkeit um den Erfolg bei anstehenden Wettkämpfen.

Im März hatte der OB die Schließung des Bades zum Saisonende bekanntgegeben, nachdem Statiker eine Gefährdung der Schwimmer durch herabstürzende Deckenteile nicht mehr ausschließen konnten (die Kehler Zeitung berichtete). Baumer hatte daraufhin seine Aktion gestartet – mit dem Ziel, bis Mai 5000 Unterschriften zu sammeln. Dass es nun so viele mehr geworden sind, bedeute eine »relativ große Verantwortung«, die er nun in die Hände des OB übergeben wolle, so Baumer. Unterschrieben hätten gleichwohl nicht nur Kehler, sondern auch Schwimmer aus umliegenden Gemeinden, aus Straßburg und befreundeten Schwimmvereinen; Menschen, die einen Bezug zur Kehler Einrichtung hätten, erklärte er. Zwar dankte Baumer der Stadtverwaltung für ihre Offenheit, die Unterschriftensammlung an der Hallenbadkasse und das Aufhängen eines Protestplakates in der Halle nicht unterbunden zu haben, kritisierte aber auch die Art der Kommunikation des Rathauses. Baumer sieht es als einen Fehler an, trotz der gebotenen Eile die Öffentlichkeit über eine Pressemitteilung informiert, statt sich im Vorfeld mit den Betroffenen an eine Tisch gesetzt zu haben.

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Keine »Schnellschüsse« 

Vetrano beteuerte, die ihm übertragene Verantwortung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: »Selbst 7000 Unterschriften wären viel«, sagte er: »Das ist ein Zeichen!« Trotzdem lehnte er, wie bereits bei der Bürger-Info am Mittwoch in der Stadthalle, »Schnellschüsse« ab. Er wolle »keinen großen Betrag in eine Bruchbude stecken«, und selbst eine Dachsanierung bedürfe einer Vorlage für den Gemeinderat. Deshalb halte er es für unwahrscheinlich, dass das Bad zur nächsten Wintersaison wieder öffnen werde. Möglicherweise, fuhr das Stadtoberhaupt fort, sei außerdem ein Hallenbadneubau an neuer Stelle, der in drei Jahren stehen könnte, nicht teurer als eine Generalsanierung der bestehenden Einrichtung. 
Noch vor der Sommerpause im Juli, kündigte Vetrano an, solle der Gemeinderat die Ergebnisse des Hallenbad-Bürgerabends diskutieren. 

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