Kork

Ärger über Müll am Baggersee

Nina Saam
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09. Juli 2015
Zahlreiche Feuerstellen auf der Liegewiese zeugen von Grillpartys am Korker Baggersee. Die zurückgelassenen Müllberge hat die TDK inzwischen beseitigt.

Zahlreiche Feuerstellen auf der Liegewiese zeugen von Grillpartys am Korker Baggersee. Die zurückgelassenen Müllberge hat die TDK inzwischen beseitigt. ©Nina Saam

Alle Jahre wieder – kommt der Sommer, kommen die »Wasserratten« an den Korker Baggersee und mit ihnen Müll, Lärm und zugeparkte Wege. Im Ortschaftsrat entspann sich am Mittwoch eine erregte Diskussion darüber, wie man Abhilfe schaffen könnte.

In der Sitzung machten die Bürger aus ihrem Ärger keinen Hehl: lautstarke Partys am See bis tief in die Nacht, illegale Feuerstellen, Hundehäufchen und Müllberge auf der Liegewiese, kreuz und quer stehende Autos und zeitweise ein »Nichts geht mehr« auf der Zufahrtsstraße zum Baggersee und dem Kieswerk. »Warum tun Stadt und Polizei nichts?«, fragte ein Bürger empört. »Bei jeder privaten Party stehen sie auf der Matte, aber da feiern 150 Leute bis nachts um drei und die Polizei traut sich nicht hin.« Ortsvorsteher Patric Jockers verwies darauf, dass das Ordnungsamt durchaus »Knöllchen« verteile und die TDK alle zwei Tage die Mülltonnen leere, deren Kapazität an so einem Hitzewochenende wie diesem aber offensichtlich nicht ausreiche.

»Das Saubermachen kostet die Stadt 18 000 Euro im Jahr«, gab er zu bedenken. Wozu sie laut Jockers nicht verpflichtet ist, da es kein offizieller Badestrand sei. Auf die Forderung eines Bürgers, Falschparker abschleppen zu lassen, entgegnete Jockers, dass die Stadt das nicht mache, weil sie dabei in Vorleistung gehen müsse.

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Die Stadt treibt derzeit eher ein anderes Problem um – die Absicherung. Nach den tödlichen Badeunfällen am Waltersweierer Baggersee im letzten Sommer seien sowohl die Stadt Offenburg als auch die kiesabbauende Firma verklagt worden, berichtete Patric Jockers. Nun denke man in Kehl über eine klare Abgrenzung zwischen Strand und Betriebsgelände nach. Zudem müssten Schilder aufgestellt werden, die deutlich auf die Gefahr durch Abbruchkanten und rutschenden Kies hinweisen.

Wie man den von den Bürgern angesprochenen Problemen Herr werden könne, wisse er allerdings auch nicht, so Jockers. Bei solchen Temperaturen würden die Menschen eben Bademöglichkeiten aufsuchen. Auch am Kehler Freibad sei am Wochenende alles zugeparkt gewesen. Er sei nach wie vor Verfechter eines Bezahl-Parkplatzes, auch eine Einzäunung mit Eintritt und Badeaufsicht könne er sich vorstellen. Ortschaftsrat Markus Sansa sprach sich dagegen aus: »Je mehr man den See kultiviert, desto mehr Leute kommen«, sagte er. Der Ortsvorsteher versprach, die vielfältigen Probleme am Baggersee erneut im Gemeinderat vorzutragen. Besänftigen konnte er die Bürger damit kaum. »Wir wollen nicht auf irgendeine Abstimmung warten, wir wollen, dass sie einschreiten«, so der Tenor im Saal.

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