Porträt

Alban Meier: 50 Jahre Pfarrer in Kehl

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Redaktion
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13. September 2017

Vor 50 Jahren hat Alban Meier die katholische Gemeinde St. Maria in Kehl übernommen. Auch nachdem er 2000 in den Ruhestand gegangen ist, nimmt er noch Gottes- und Besuchsdienste wahr. ©Seelsorgeeinheit Kehl

Alban Meier (86) ist am Sonntag 50 Jahre Pfarrer in Kehl. Am 17. September 1967 wurde er als Nachfolger von Erich Egner-Walter empfangen, den die Gemeinde in der gleichen Feierstunde nach siebenjährigem Wirken in der Kuratie St. Maria verabschiedete. Meier ist der älteste Kehler Pfarrer – sowohl an Lebens- als auch an Dienstjahren mit insgesamt 57 Priesterjahren. Alban Meier erhielt 1960 die Priesterweihe.

»Die Sonne brach durch, als für den Pfarrgemeinderat der Kuratie St. Maria Klaus Ryniak die Gäste begrüßte. So erhielt der dunstig begonnene Sonntagmorgen doch noch strahlende Helle.« So beginnt der Bericht in der Kehler Zeitung vor 50 Jahren über den Pfarrer-Wechsel in der katholischen Mariengemeinde. Das könnte in der Rückschau symbolisch auch für die Beschreibung des Wirkens von Pfarrer Alban Meier in Kehl stehen.

Erst sieben Jahre zuvor, am 1. März 1960, hatte Erzbischof Schäufele die Kuratie St. Maria, Königin des Friedens unter Lostrennung von der Muttergemeinde St. Johannes Nepomuk errichtet. Erich Egner-Walter, der zum 10. März 1960 die neu errichtete Kuratie als erster selbstständiger Seelsorger übernommen hatte, leistete wertvolle Aufbauarbeit. Sein Nachfolger ist Alban Meier, seit 2000 im tätigen Ruhestand.

Mut und gutem Willen

Er sei sich bewusst, ein schweres Erbe anzutreten, sagte der Neue an jenem Sonntag-vormittag im September 1967. Alban Meier hatte die heilige Messe mit seiner neuen Gemeinde zum ersten Mal am 26. August 1967 gefeiert, zwei Tage nach seinem 36. Geburtstag. Wegen der Ferien hatte die Feierstunde zur Verabschiedung und Begrüßung indessen erst im September stattgefunden.

In Anlehnung an die am 23. September 1960 eingeweihte Europabrücke, die zwischen Kehl und Straßburg den Rhein und die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich überspannt, nannte Alban Meier seinerzeit als seine wichtigste Aufgabe das Brückenbauen: Er wolle Brücken schlagen zwischen den Einzelnen, zwischen den Konfessionen und über Ländergrenzen hinweg. Die Fackel des Glaubens und der Brüderlichkeit solle weiter leuchten. Mit Mut und gutem Willen werde er an seine Aufgabe herangehen.

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Die Aufgabe hat ihn gepackt 

In seinem langjährigen Wirken für und in Kehl hat Alban Meier sein Soll mehr als erreicht. Obwohl er bei seinem Amtsantritt in Kehl vor 50 Jahren gedacht habe, im Hanauerland keine zehn Jahre zu bleiben, wie er schmunzelnd erzählt. Doch die auf ihn wartende Aufgabe hat ihn gepackt und die Liebe zur jungen Gemeinde und zu den hier lebenden Menschen geweckt.

Um die am 19. Juli 1959 geweihte Marien-Kirche entwickelte sich in den 1960er und 1970er Jahren ein neuer Stadtteil. Im Geiste des II. Vatikanischen Konzils führt er den Aufbau der Pfarrgemeinde weiter, bindet Laien in die Gemeindearbeit ein und greift Ideen aus der Gemeinde auf. Sein Anliegen ist es, die Gemeindeglieder zum »mündigen Christen« zu ermutigen. Er schlägt sie, die Brücken zwischen den Konfessionen und den Nationen. Er bringt die Ökumene voran, nicht nur zwischen den Christen in Kehl, sondern er ist ebenso Motor in der deutsch-französischen Zusammenarbeit und Ökumene mit Straßburg.

Post aus Freiburg

Er fördert die Integration von Zuwanderern, die in seine Gemeinde aus den unterschiedlichsten Bundesländern ebenso kommen wie aus dem deutschen Osten sowie aus den Gastarbeiterländern, und er ist für alle diejenigen da, denen als Aussiedler oder als Flüchtlinge, wie etwa aus Armenien, Kehl und die Mariengemeinde eine neue Heimat wird. Inklusion ist für Alban Meier bereits eine Selbstverständlichkeit, als sie noch kein Schlagwort der Politik ist. Er ist Mitgründer der kirchlichen Sozialstation Kehl-Hanauerland, Initiator des integrativen Kindergartens St. Raphael sowie Mitinitiator und Vorsitzender von »Huckepack«, dem 2007 gegründeten, gemeinnützigen Verein zur Förderung und Integration sozial benachteiligter Kinder in Kehl.

Vor Auseinandersetzungen mit seinem Bischof hat sich Alban Meier nicht gescheut, der wegen seiner vorangehenden Seelsorge oft Post aus Freiburg erhält. Auch das offene Bekenntnis zueinander zwischen ihm und seiner Weggefährtin Ursula Kretz schlägt anfangs Wellen. »Wir haben nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass wir zusammenleben«, sagt Meier. »Wir haben den Weg einer guten menschlichen Beziehung gefunden, auch wenn es nicht immer einfach war.«
 

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Vita: Alban Meier

Einfach war es eigentlich nie im Leben von Alban Meier. Geboren am 24. August 1931 in Altschweier, heute Ortsteil von Bühl, wächst er mit vier Brüdern auf dem elterlichen Bauernhof im Geburtsort auf. Er bricht sein 1951 begonnenes Philologiestudium in Freiburg ab, weil er wegen des Unfalltodes seines Bruders und schwerer Krankheit seines Vaters zu Hause in den Reben und Obsthängen gebraucht wird.
1955 nimmt er dann das Theologiestudium auf, studiert in Freiburg und Innsbruck, erhält 1960 die Priesterweihe und tritt in Gernsbach seine erste Kaplans-Stelle an. 
Nach Stationen in Mannheim und Singen übernimmt er 1967 die Pfarrei St. Maria in Kehl. Als diese 2000 in die Seelsorgeeinheit Kehl übergeht, tritt Alban Meier seinen Ruhestand an, nimmt aber gleichwohl noch bis heute Gottes- und Besuchsdienste für die katholische Kirchengemeinde Kehl wahr.

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Publikation geplant

Für sein segensreiches Wirken erfährt Alban Meier von allen Seiten Lob, zuletzt bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande vor drei Jahren. Dabei ist dem pensionierten Pfarrer Lob eher peinlich. Vielmehr möchte er das Lob Gottes in den Mittelpunkt stellen. Ungeachtet dessen ist es für die Kehler Bürgerstiftung, für deren Ziele sich Alban Meier engagiert, eine ehrenvolle Aufgabe, die Verdienste des Geistlichen zu würdigen. Anlässlich des 50-jährigen Wirkens von Meier in Kehl soll eine Publikation herausgebracht werden, die unter dem Leitthema Zuwanderung stehen wird. Das Engagement von Alban Meier als Pfarrer in St. Maria und in Kehl soll skizziert werden anhand der Entwicklung der Stadt, insbesondere am Südrand zu Sundheim sowie mit Beispielen von Menschen, die nach Kehl gekommen sind.
 

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