Begegnung

Alte Korker Grundschule soll Gemeinschaftshaus werden

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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10. Dezember 2019

Die alte Grundschule an der Herrenstraße soll zur Begegnungsstätte von jungen und alten Nutzern werden. ©Nina Saam

2015 zogen die Korker Grundschüler in die ehemalige Werkrealschule um, anschließend diente das 1912 erbaute Schulhaus an der Herrenstraße drei Jahre lang als Flüchtlingsunterkunft. Nun soll aus der alten Grundschule ein Gemeinschaftshaus werden. Die Planungen dafür wurden im Ortschaftsrat vorgestellt.
 

Der Jugendkeller, der im Untergeschoss des Handwerksmuseums untergebracht ist, wartet schon ewig darauf, aus den fensterlosen, feuchten und nicht barrierefreien Räumen herauszukommen. „Ich finde es echt schwierig, Inklusion zu leben, wenn nicht mal unser Inklusionsbeauftragter mit seinem Rolli in unsere Räume kommen kann“, sagte Jugendkellerleiter Kevin Ewert auf der Ortschaftsratssitzung am Montag. „Ich musste sie filmen, damit er weiß, wie es unten aussieht.“ 
Auch Kinder und Jugendliche aus der Epilepsieklinik und den Wohnbereichen der Diakonie Kork haben mit der Zugangssituation Schwierigkeiten – eine Klientel, die er gerne in die Jugendarbeit einbinden möchte. 
Auf der Ortschaftsratssitzung stellte Michael Heitzmann, Leiter der Abteilung Gebäudemanagement, mit Kevin Ewert die Planung für die neuen Räume des Jugendtreffs in der alten Grundschule vor.

Alles unter einem Dach

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Das dreigeschossige Schulgebäude soll zu einem Dorfgemeinschaftshaus werden und Räume für örtliche Vereine, den Jugendkeller und gewerbliche Nutzung bereithalten. Das Dachgeschoss ist als Anschlussunterbringung vermietet, im Obergeschoss befindet sich eine Praxis. Zwei Räume werden gemeinsam vom TV Kork und dem Behindertensportverein als Lagerraum verwendet. Im Erdgeschoss hat der Verein Vielfältiges Kork sein Domizil aufgeschlagen, die Kellerräume werden von den Korker Hexen genutzt.

Der Jugendtreff soll Räume im Erdgeschoss und dem ebenerdigen Eingangsbereich erhalten, wobei dieser als Durchgangs- und Veranstaltungsraum vom Verein Vielfältiges Kork mitgenutzt wird. Dort soll auch eine gemütliche Sitzecke eingerichtet werden. 
Um einen barrierefreien Zugang zu den höher gelegenen Räumen zu erhalten, ist der Einbau eines Lifts oder einer Rampe erforderlich. Im ehemaligen Sekretariat wird das Büro eingerichtet, für die Jugendlichen soll es einen großen „lauten“ Raum geben, in dem sich die Musikanlage, der Billardtisch und die Theke befinden, und einen „ruhigen“ Raum zum Spielen und Chillen. 

Besonders freut sich Kevin Ewert über die Küche, die sich der Jugendtreff mit dem Verein Vielfältiges Kork teilen wird: „Eine große Küche und eine lange Tafel, an der alle sitzen können, ist enorm wichtig“, sagte er. „Ein gemeinsames Kochen und Essen kennen viele Jugendliche nicht mehr von zu Hause.“ Im Außenbereich hinter der Halle soll ein gemütlicher Outdoorbereich mit Paletten-Sofas entstehen, die bereits vorhandenen Hochbeete sollen mit Küchenkräutern bepflanzt werden. 
Für die Um- und Rückbauten sind im aktuellen Haushalt 75 000 Euro eingestellt. „Es müssen Wände, die für die Flüchtlingsunterkunft eingezogen wurden, abgerissen werden, die Schließanlage muss geändert werden, wir brauchen eine barrierefreie Toilette, eine neue Küche, Beleuchtung, Schallschutz“, zählte Michael Heitzmann auf. Reichen wird das Geld nicht, doch einiges möchte Kevin Ewert mit den Jugendlichen in Eigenarbeit machen.
Einstimmig sprach sich das Gremium für die Umbaupläne aus. „Damit folgen wir genau dem, was in unserem Inklusionskonzept drinsteht“, sagte Ortsvorsteher Patric Jockers. „Auch das gerade entstehende Stadtentwicklungskonzept sieht derartige Orte der Begegnung in den Ortsteilen vor.“ 

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