Willstätt - Sand

Altes Sander Kirchenfenster wird fachmännisch restauriert

Autor: 
Günter Ferber
Lesezeit 2 Minuten
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08. Februar 2019

Andreas und Mechtild Linnenschmidt präsentieren das obere, fast fertige Rechteck des Fensterbildes. ©Günter Ferber

Die evangelische Kirchengemeinde Sand lässt das alte Kirchenfenster, das vor einiger Zeit auf dem Dachboden der Sander Kirche entdeckt worden war, in einer Werkstatt in Steinbach restaurieren. Die Arbeiten machen gute Fortschritte.

Pfarrerin Britta Gerstenlauer und Irene Jäger vom Sander Kirchengemeinderat statteten kürzlich Andreas und Mechtild Linnenschmidt in Steinbach einen Besuch ab. Sie wollten sich über die Fortschritte bei der Restaurierung des alten Kirchenfensters der Bartholomäus-Kirche informieren, das derzeit in deren Werkstatt restauriert wird. 

Viel Erfahrung

Andreas Linnenschmidt ist seit 40 Jahren Glaskünstler und Restaurator und hat viel Erfahrung im Restaurieren von alten Kirchenfestern, weshalb die Sander Kirchengemeinde auch ihm den Auftrag erteilt hatte. 

Mehrfach geflickt

Das Fensterbild befand sich in einem schlechten Zustand, berichtete Linnenschmidt den beiden Besucherinnen. Es stellte sich heraus, dass es schon mehrfach geflickt worden war; dabei wurde auch viel Fensterkitt verwendet, der zuerst einmal entfernt werden musste. Das Fensterbild hat in der Sander Kirche zwei Kriege überdauert und ist in diesen Zeiten auch mehrfach beschädigt und danach, vermutlich auch aus Geldmangel, provisorisch geflickt worden. Durch die Feuchtigkeit in den Kirchenmauern hatten sich auf den teilweise bedampften Gläsern sogenannte »Auslaugungen« gebildet – eine Art von Korrosion. Daher musste Linnenschmidt viele Teile komplett austauschen und neu fertigen – eine Arbeit, die viel Können erfordert. 

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Die einzelnen Fenster­elemente setzen sich aus wiederum bis zu 60 einzelnen Glasscheiben zusammen. Zerstörte Gläser müssen dabei möglichst farbtreu ersetzt werden. Selten nur gibt es noch Ersatz aus der Zeit, in der die Fenster entstanden sind. 

Zusammenarbeit mit Denkmalschutz 

Die Restaurierung des historischen Fensters erfolgt in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Ulrich Boeyng von der Oberen Landesdenkmalbehörde in Karlsruhe hat sich in der Steinbacher Werkstatt persönlich ein Bild von der präzisen und zugleich sensiblen Arbeitsweise der Linnenschmidts machen können. Der Aufwand hat sich gelohnt. 

Im Frühjahr fertig?

Die Gesichter von Britta Gerstenlauer und Irene Jäger erstrahlten, als Andreas und Mechtild Linnenschmidt das fast fertige Teil präsentierten. Das obere Rechteck ist nahezu fertig. Im Laufe des Frühjahrs sollen die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen sein. Am 7. Juni wird das dann restaurierte Fensterbild in der Bartholomäus-Kirche im Rahmen einer kleinen Feierstunde der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Stichwort

»Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid«

Das Glasfenster zeigt eine Darstellung aus dem Matthäus-Evangelium, Kapitel 11: »Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid«. Es wurde im vergangenen Jahr auf dem Dachboden der Bartholo­mäus-Kirche, in einer Holzkiste verstaut, gefunden. 

Das Fensterbild wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Chorraum der Sander Kirche eingebaut. 1976 wurde es durch neue Chorfenster ersetzt und in der Kiste auf dem Dachboden deponiert. 
Das Fensterbild besteht aus vier Teilen und ist in der Spitze 3,50 Meter hoch und 1,24 Meter breit. Es soll nach erfolgter Restaurierung im Chorraum der Kirche in einem Holzrahmen aufgestellt und der Kirchengemeinde somit wieder zugänglich gemacht werden. 

Die Gesamtkosten der Renovierung werden sich auf rund 10 000 Euro belaufen. Die Kirchengemeinde Sand erhält für die Renovierung Zuschüsse von der Landeskirche (2000 Euro), vom Ortschaftsrat Sand (2500 Euro), von der Bürgerstiftung Willstätt (1000 Euro) und von der Sparkasse Hanauerland (500 Euro). 

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