Kehl

Angeklagt wegen Betrugs - Fall vor dem Kehler Amtsgericht

Autor: 
Daniel Wunsch
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
16. Juni 2021
Auch über das Kleinanzeigen-Portal Quoka hat ein 31-Jähriger Mobiltelefone und Elektrogeräte verkauft, die Ware allerdings nie verschickt. Deshalb musste er nun wegen Betrugs eine hohe Geldstrafe bezahlen.

Auch über das Kleinanzeigen-Portal Quoka hat ein 31-Jähriger Mobiltelefone und Elektrogeräte verkauft, die Ware allerdings nie verschickt. Deshalb musste er nun wegen Betrugs eine hohe Geldstrafe bezahlen. ©Daniel Wunsch

Weil ein 31-Jähriger Kehler über Kleinanzeigenportale im Internet diverse Elektronikartikel verkauft, die Ware aber behalten hatte, muss er nun eine empfindliche Geldstrafe bezahlen.

Mit dem Vorwurf des besonders schweren Falls des Betrugs gegen einen 31-jährigen Kehler musste sich Richter Stefan Heise im Amtsgericht auseinandersetzen. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft warf dem Kehler vor, im Oktober 2019 auf „Ebay Kleinanzeigen“ ein Mobiltelefon im Wert von 350 Euro verkauft und das Geld kassiert zu haben, ohne die Ware jemals auszuliefern.

Anfang April 2020 soll er zudem über die Plattform „Quoka“ Elektrogeräte und Handys im Wert von mehreren hundert Euro angeboten haben, die er ebenfalls nicht verschickte, obwohl er das Geld überwiesen bekam. Daher wurde er beschuldigt, gewerbsmäßig in vier besonders schweren Fällen betrogen und rund 1800 Euro ergaunert zu haben.

Der Angeklagte räumte alle Taten ein: „Ich habe Mist gebaut. Das war aber nicht gewerbsmäßig. Ich bereue alles.“ Da sein Arbeitsvertrag gekündigt wurde, habe er damals „finanziell nicht gewusst, wo mir der Kopf steht“. Zudem gab er zu, die Elektrogeräte immer doppelt verkauft zu haben, um seine Kosten decken zu können. „Ich hatte Schulden, auch wegen einiger Geldstrafen aus der Vergangenheit.

Auf die Frage des Richters, warum er im Oktober 2019 und dann erst wieder im April 2020 Geld gebraucht habe, antwortete er: „Mit den 350 Euro im Oktober war erst einmal alles gedeckt. Doch plötzlich stand mir das Wasser wieder bis zum Hals.“ Rechtsanwalt Faris Hussain erklärte, dass die finanzielle Situation seines Mandanten nun besser sei, da er Hartz IV bekomme und bei seiner Mutter wohne. Zudem habe er die Schulden schon zum Teil abbezahlt. Da der Angeklagte alle Vorwürfe gestand, mussten die Geschädigten, die aus dem gesamten Bundesgebiet hätten anreisen müssen, nicht nach Kehl kommen – ihre Aussagen wurden im Selbstleseverfahren eingebunden.

- Anzeige -

Die Rechtsreferendarin meinte, der Angeklagte habe sich mehrfach – und somit gewerbsmäßig – schuldig gemacht. Zu Gute käme ihm der doch recht lange Zeitraum zwischen den Taten, zur Last legte sie ihm seine sechs Vorstrafen, wovon zweimal auch gewerbsmäßig betrogen worden sei. Da er zudem Bewährungsbruch (noch bis 2021) begangen habe, beantragte sie für den Angeklagten eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung.

Laut seines Anwalts sei der Angeklagte gesundheitlich angeschlagen. Trotz seiner Vorstrafen glaube er nicht, dass der 31-Jährige aus „purer kriminelle Energie oder aus Spaß am Verbrechen“ gehandelt habe, sondern, weil er „nicht weiter wusste“. Auch, wenn er keine Straftaten mehr von ihm erwarte, komme er um eine Freiheitsstrafe aber wohl nicht drumherum. Da er aber keine Gewerbsmäßigkeit sehe, müsse eine Freiheitsstrafe noch einmal zur Bewährung ausgesetzt werden. „Ich will das ganze Geld zurückzahlen und bitte um Bewährung“, meinte der Angeklagte.

Am Ende verurteilte ihn der Richter wegen Betrugs in vier Fällen aber nur zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu acht Euro (1200 Euro). Da er dem Angeklagten keine Absicht unterstellen könne, fortlaufende Einnahmequellen generiert und sich damit den Lebensunterhalt finanziert zu haben, könne er ihm auch keine Gewerbsmäßigkeit unterstellen.

Vielmehr habe er seine Zahlungsverpflichtungen nachkommen wollen. Seine Vorstrafen seien auch nicht miteinander zu vergleichen, da ging es hauptsächlich um nicht gezahlte Hotelrechnungen. Daher „nur eine Geldstrafe, die aber – da er schon häufiger auffällig wurde – etwas höher ausfallen, so der Richter. „Die 1800 Euro werden aber selbstverständlich auch eingezogen.“

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kehl

vor 1 Stunde
Kehl
Ein Schüler soll im Juli einem Lehrer in Kehl mit dem Laserpointer ins Gesicht geleuchtet und den Mann verletzt haben. Jetzt gibt es von der Polizei dazu gute Nachrichten.
Kehler Feuerwehrleute berichten vom Einsatz im Katastrophengebiet: Feuerwehrkommandant Viktor Liehr (links), Markus Kern, Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung (zweiter von links) und Beigeordneter Thomas Wuttke (ganz rechts) haben die acht Kehler Feuerwehrmänner nach ihrer Rückkehr aus dem Katastrophengebiet auf dem Hof der Feuerwache empfangen (von links nach rechts): Philipp Maier, Florian Müll, Dennis Frömbgen, Dominik Kässinger, Matthias Baumann, Jonas Becker, Adrian Krieg und Sebastian Wintermayr.
vor 2 Stunden
Hochwasser in Bad Neuenahr-Ahrweiler
Acht Kehler Feuerwehrleute kehren nach dem Hochwasser aus dem Katastrophengebiet in Bad Neuenahr-Ahrweiler zurück: Wenn Menschen in Deutschland nach einem Stück Brot fragen.
Mitarbeiter der Kabs prüfen den Larvenbefall eines Tümpels. Nur bei starkem Befall wird gespritzt.
vor 4 Stunden
Kabs
Im Vergleich zu den trockenen Vorjahren hat die Zahl der Stechmücken in Kehl nun zugenommen. Jetzt könnte durch das Hochwasser sogar eine Plage drohen, fürchten die Schnakenbekämpfer.
Eine international bekannte Musiker-Familie auf der Bühne in Kehl (von links): Paquito Lorier (Gitarre), Yano Lorier (Percussion) und Sandro Lorier (Gitarre, Gesang).
vor 5 Stunden
"Chattanooga" auf Calamus-Areal
Beim After-Work-Konzert im Biergarten des „Chattanooga“ auf dem Calamus-Areal begeisterte die international bekannte Musiker-Familie Lorier am Freitag das Publikum in Kehl.
Es war schon erstaunlich wie mühelos Carsten Dittrich, die wilden, aber dennoch liebenswerten Kerle, den kleinen Max, den kauzigen Vogel und den Hasen, der nie Zeit hatte zum Leben erweckte.
vor 8 Stunden
Mediathek Kehl
Bereits zum sechsten Mal findet in diesem Jahr die Lese-Oase der Mediathek Kehl statt. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe war am vergangenen Samstag das Marotte Figurentheater zu Gast.
Eine derartige Spiel-Kombination soll künftig den Schulhof der Grundschule Eckartsweier bereichern.
vor 10 Stunden
Gemeinderat
Der Gemeinderat hat entschieden, dass Holz-Klettergeräte auf den Schulhöfen aufgestellt werden.
So voll und gleichzeitig so gemütlich wie beim bislang letzten Stadtfest „Kehl feiert!“ vor zwei Jahren (2019) wird es in diesem Jahr nicht zugehen. Das beliebte Fest wurde nämlich erneut abgesagt.
vor 17 Stunden
Corona-Bestimmungen
Auch im zweiten Corona-Jahr kann das Stadtfest in Kehl, das ursprünglich am 10. und 11. September gefeiert werden sollte, nicht stattfinden. Dies teilen die Organisatoren am Montagabend mit.
Bürgermeister Christian Huber (links) verabschiedete Bertram Walter, der 2009 an die Moscherosch-Schule kam und jetzt nach Kappelrodeck wechselt.
vor 23 Stunden
Moscherosch-Schule
Wenn‘s am schönsten ist, soll man gehen. Mit diesen Worten verabschiedete sich Bertram Walter von seinem Kollegium der Moscherosch-Gemeinschaftsschule am letzten Mittwoch.
Fanny Ezannic hat sich mit ihrem eigenen Crêpes-Stand einen Traum erfüllt.
02.08.2021
Serie Kehler Marktgeschichten (13)
Auf Jahrmärkten sind die Schlangen am Crêpes-Stand oft die längsten. Bei Fanny Ezannic gibt es nicht nur süße Crêpes, sondern auch herzhafte Galettes aus Buchweizen.
Martin Baumert, Vorsitzender Stadtkapelle Hanauer Musikverein.
02.08.2021
Kehl
In der Jahreshauptversammlung der Stadtkapelle Hanauer Musikverein ist der Vorsitzende Martin Baumert in seinem Amt bestätigt worden.
Rührend: Die Streicherklassen der Falkenhausenschule spielten vergangenen Montag ihr Abschlusskonzert.
02.08.2021
Kehl
Die Streicherklassen der Falkenhausenschule – Leitung: Suzanne Da Costa-Kunz, Begleitung Clarisse Durban – spielten in der Schulturnhalle ein schönes Abschlusskonzert. Dieses Mal durften auch Familie und Freunde die Darbietung genießen.
Demonstrationsteilnehmer am Samstag auf der Passerelle zwischen Kehl und Straßburg.
01.08.2021
Kehl
Mit einem Gedenkgottesdienst in der Friedenskirche ist am Samstag der vielen Geflüchteten gedacht worden, die ertrunken sind. Anschließend fand eine Demonstration auf der Passerelle statt.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Bester Service an drei Standorten: In Offenburg, Oppenau und Achern, kümmern sich die Teams des Autohauses Roth um die Fahrzeuge der Kunden. 
    31.07.2021
    Beim Rundum-Service steht der Kunde im Mittelpunkt
    Persönliche Betreuung, kundenorientierter Service – dafür steht das Autohaus Roth seit 45 Jahren. Der Spezialist für die Marken PEUGEOT, CITROËN und SUBARU deckt das mobile Leben mit einem umfassenden Leistungspaket ab. Überzeugen Sie sich selbst!
  • Bester Service an drei Standorten: In Offenburg, Oppenau und Achern, kümmern sich die Teams des Autohauses Roth um die Fahrzeuge der Kunden. 
    31.07.2021
    Beim Rundum-Service steht der Kunde im Mittelpunkt
    Persönliche Betreuung, kundenorientierter Service – dafür steht das Autohaus Roth seit 45 Jahren. Der Spezialist für die Marken PEUGEOT, CITROËN und SUBARU deckt das mobile Leben mit einem umfassenden Leistungspaket ab. Überzeugen Sie sich selbst!
  • Persönlicher Kontakt, kurze Wege: Dafür steht das Autohaus Schillinger in Offenburg-Albersbösch. 
    30.07.2021
    Bester Service Ortenau, Juli 2021
    Das Autohaus Schillinger hat seit 1946 einen festen Platz in der Offenburger Unternehmensgeschichte. Die Entwicklung vom Zwei-Mann-Betrieb zum heutigen Unternehmen mit 20 Mitarbeitern wurde konsequent von Familie Schillinger und einem engagierten Team vorangetrieben.
  • 30.07.2021
    Bester Service: Serie der Mittelbadischen Presse
    Wir wissen es seit Jahrzehnten: Die natürlichen Energieressourcen sind endlich. Und die Nutzung, vor allem die Verbrennung, ist klimaschädlich. Alternative Quellen intelligent nutzen, nachhaltig leben und wirtschaften sind die Aufgaben der Zukunft.