Kehl - Auenheim

Auenheim empört über Shredder-Pläne

Nina Saam
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25. Oktober 2021
Blick vom Auenheimer Lärmschutzwall auf das Stahlwerk. Direkt dahinter will eine ebenfalls im Hafen ansässige Firma eine Shredder-Anlage bauen.

Blick vom Auenheimer Lärmschutzwall auf das Stahlwerk. Direkt dahinter will eine ebenfalls im Hafen ansässige Firma eine Shredder-Anlage bauen. ©Nina Saam

Im Kehler Hafen soll eine Shredder-Anlage gebaut werden. Davon hat die Ortsverwaltung zufällig erfahren. Nun sind die Auenheimer sauer, dass sie nicht vorab informiert worden sind.

Ortsvorsteherin Sanja Tömmes berichtete im Ortschaftsrat am Donnerstag über die Pläne eines Industriebetriebs im Kehler Hafen, eine Blechschrott-Shredderanlage zu errichten – ungefähr auf Höhe von Auenheim. Die Anlage soll bis zu 50 Tonnen Mischschrott am Tag aufbereiten. Der so erzeugte „Qualitätsschrott“ soll zur Stahlerzeugung eingesetzt werden.

Merkwürdig mutet jedoch an, wie Auenheims Ortsvorsteherin von dem Vorhaben erfahren hat: Das Regierungspräsidium war bei der Ortsverwaltung vorstellig geworden, um den Bürgersaal für einen Erörterungstermin anzumieten. „Ich habe dann auf der Homepage der Stadt entdeckt, worum es eigentlich geht“, sagte sie. Dort und im Rathaus II waren die Unterlagen bis Dienstag dieser Woche einsehbar – dass die dort auslagen, wusste allerdings keiner. „Ich finde es eine gnadenlose Sauerei, dass das nicht vorher zu uns gekommen ist“, sagte Ortschaftsrat Klaus Heidt. Schließlich sei das etwas, was in erster Linie den Ort betreffe.

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In Sachen Lärm ist Auenheim ein gebranntes Kind. Von den Badischen Stahlwerken nur durch die Kinzig und dem Lärmschutzwall getrennt, haben die Bürger seit Jahrzehnten mit Lärmbelastung zu tun. Vonseiten der Badischen Stahlwerke ist viel getan worden, dennoch ist je nach Windrichtung immer noch Industrie­lärm zu hören.

Sanja Tömmes betonte, dass sich die Ortschaft nicht gegen die Shredder-Anlage an sich wende, schließlich sei Recycling „eine gute Sache“. Aber es werde mit Blechen und Schrott gearbeitet, die mit Magnetgreifern aufgenommen werden, was mit Lärm einhergehe – zumal die Anlage werktags von 6 bis 22 Uhr und samstags von 7 bis 18 Uhr arbeiten soll.

„Kein Krach"

„Wir brauchen keinen weiteren Krach hier, das Stahlwerk reicht“, sagte sie. In dem Antrag heißt es, dass der Betrieb der Anlage zu keinen Lärmbelastungen führe, „die nicht innerhalb der jeweiligen Gebietsausweisungen zulässig“ seien. „Was heißt das, wenn es doch lauter wird?“, fragte sie. „Wie sollen wir nachweisen, dass der Lärm vom Shredder und nicht vom Stahlwerk kommt?“ Tömmes kündigte an, dass es seitens der Ortschaft Einwendungen geben wird: „Wir wollen, dass die Anlage von Anfang an eingehaust wird.“

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