Kehl - Auenheim

Auenheim will Beschränkung der Besucheranzahl im Freibad

Autor: 
Antje Ritzert
Lesezeit 3 Minuten
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13. Juli 2018

Künftig mit Besucher-Zählautomat? Ortsvorsteherin Sanja Tömmes fordert, die Anzahl der Gäste, die sich gleichzeitig im Auenheimer Freibad aufhalten dürfen, zu beschränken. ©Antje Ritzert

Damit sich die Wasserqualität im Auenheimer Schwimmbad verbessert, fordert Ortsvorsteherin Sanja Tömmes eine Beschränkung der Besucherzahl.

Hat das Auenheimer Freibad bald seinen neuen Spitznamen weg? »Pissoir«, wie der Franzose sagen würde, statt »Piscine«? »Wir haben ein echtes Problem mit der Wasserqualität« sagte Ortsvorsteherin Sanja Tömmes auf der Ratssitzung am Donnerstagabend. Es sei unmöglich, an heißen Tagen abends nach der Arbeit seine Bahnen zu schwimmen. »Um 9 Uhr ist es noch okay, aber ab 11, wenn die Franzosen kommen, wird es unerträglich«, beklagte die Auenheimer Rathaus-Chefin. 

Zählanlage gefordert

Sie fordert deshalb eine Beschränkung der Besucheranzahl für das beliebte Familienbad am Westrand des Dorfes. Dies könne über eine Anlage realisiert werden, die die rein- und rausgehenden Gäste zählt. Ab einer bestimmten Grenze solle niemand mehr eingelassen werden. Erst, wenn sich Besucher verabschiedeten, könnten wieder neue Gäste aufgenommen werden. »Es ist schon ein Unterschied, ob etwa nur 2000 Menschen drin sind oder 4000«, sagte Tömmes. Ab einer bestimmten Menge an Leuten sei es im Schwimmbad nicht mehr erträglich. »Eine Beschränkung würde es für alle angenehmer machen – sowohl für die Badegäste als auch für das Personal«, sagte sie.

Hygiene nicht kontrollierbar

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Das Personal habe sowieso ein Problem, dass es bei dieser Menge an Leuten die hygienischen Umstände nicht kontrollieren könne. Vor zwei Jahren wurde das Badeshorts-Verbot abgeschafft, das ursprünglich eingeführt wurde, um eine gute Wasserqualität zu gewährleisten. Der Auenheimer Ortschaftsrat selbst hatte die Aufhebung des Verbots angestoßen, nachdem der Gemeinderat den Burkini (ein Ganzkörper-Badeanzug für muslimische Frauen) für zulässig erklärt hatte. Allerdings hatte das Gremium einen jährlichen Sachstandsbericht von der Kehler Verwaltung verlangt, der mögliche Veränderungen der Wasserqualität im Auenheimer Schwimmbad dokumentiert. »Einen solchen haben wir bis heute noch nicht bekommen«, mahnte Tömmes in Richtung Kehl.

Herkunft der Besucher ist egal
Sie betonte ausdrücklich, dass es ihr mit einer Beschränkung der Besucheranzahl nicht um eine Diskriminierung der Franzosen gehe. An der Kasse solle kein Unterschied zwischen der Herkunft gemacht werden. Aber man wolle den Einheimischen die Lebensqualität vor Ort gewährleisten. »Denn es sind die Kehler, die über ihre Steuergelder mit einem großen Zuschuss ihre Bäder finanzieren«, erinnerte sie.

Dauerkartenbesitzer vor verschlossener Tür?

Ratsmitglied Klaus Heidt (Freie Wähler) meldete Bedenken wegen der Dauerkartenbesitzer an, die dann womöglich gelegentlich vor geschlossenem Tor stünden würden. »Ich habe auch eine Saisonkarte«, sagte Tömmes. »Aber wenn man weiß, wie viele Leute rein- und rausgegangen sind, dann kann ich auch abends noch mal rein, um meine Bahnen zu ziehen.« Eine Beschränkung der Besucheranzahl würde zudem das Parkplatzproblem lösen, sagte sie. Sie präsentierte Fotos von chaotischen Verkehrszuständen vor dem Schwimmbad. Man sei mit dem Ordnungsamt in Kontakt. »Nur mit Knöllchen werden wir das aber nicht in den Griff bekommen«, sagte sie. »Das Problem ist einfach die Menge.«

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