Sturmschäden im Rheinwald

Aufräumen hinter „Sabine“

Autor: 
Redaktion
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13. Februar 2020

Mit schwerem Gerät anrücken mussten die städtischen Forstarbeiter, um in den städtischen Waldgebieten wie hier im Rheinwald die Sturmschäden zu beseitigen, damit Spaziergänger den Wald wieder gefahrlos betreten können. ©Stadt Kehl

Nach dem Sturm „Sabine“ gilt es nun, Sturmschäden im Gemeindewald zu beseitigen und somit der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Förster Markus Gutmann rät Waldgängern zur Vorsicht, bis die Arbeiten abgeschlossen sind.

Auch wenn Sturmtief „Sabine“ keine Schäden in der Größenordnung der beiden Orkane „Lothar“ und „Kyrill“ hinterlassen hat – am Tag danach haben die städtischen Forstmitarbeiter dennoch alle Hände voll zu tun. Teilweise mit schweren Maschinen rücken sie an, um umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste zu beseitigen und an den Waldwegen für einen waldtypischen Zustand zu sorgen.

Beim Betreten des Waldes sei dennoch Umsicht geboten, eine absolute Sicherheit etwa vor herabstürzenden Ästen gebe es nicht, sagt Förster Markus Gutmann.

Der Naturerlebnispfad zählt zu den ersten Gebieten, die sich die Forstmitarbeiter vornehmen, nachdem tags zuvor Sturmtief „Sabine“ durch den Rheinwald gezogen und einige Bäume umgerissen hat. „Nach größeren Sturmereignissen begutachten wir die Schäden im Wald zügig und versuchen sie schnellstmöglich zu beseitigen“, erläutert Markus Gutmann.

Dabei stehen sogenannte Erholungseinrichtungen ganz oben auf der Prioritätenliste. Hierzu zählt auch der Naturerlebnispfad am Oberländer-Denkmal. 

Dem Waldstück ist deutlich anzusehen, dass hier „Sabine“ gewütet hat. Umgerissene oder entwurzelte Bäume, abgebrochene Äste und Zweige liegen auf dem Boden. Selbst eine Eiche soll es umgeworfen haben, berichten Forstmitarbeiter.

Aber Förster Markus Gutmann spricht im Fachjargon lediglich von Einzelwürfen. Das heißt: Großflächige Schäden – wie einst Sturm „Lothar“ – hat das Unwetter nicht angerichtet. Vielmehr hat es einzelne Bäume umgerissen, die ohnehin schwächer verwurzelt oder instabil waren. „Ausselektiert“ wurden sie, beschreibt Markus Gutmann. Das sei ganz natürlich. 

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Jetzt liegt es an den Forstmitarbeitern, hinter „Sabine“ aufzuräumen. Ihre Prioritätenliste richtet sich danach, wie stark die Waldstücke besucht werden. „Je stärker sie frequentiert werden, desto höher ist die Verkehrssicherungspflicht anzusetzen“, erläutert Gutmann und betont: „Wir wollen, dass bei einem Waldspaziergang nichts passiert. Das ist unsere oberste Prämisse.“

Das Waldstück am Oberländer-Denkmal steht auf der Prioritätenliste auch deshalb weit oben, weil dort drei Flächen zur waldpädagogischen Nutzung liegen. Diese werden von Kindertageseinrichtungen genutzt. Nahe dem Eingang zum Naturerlebnispfad steht ein kleines Tipi, aus Ästen und Zweigen aufgestellt. Kinder hatten es errichtet; der Sturm konnte ihm scheinbar nichts anhaben. 

Anders steht es um einige Bäume rings herum. Teilweise sind dort große Äste abgebrochen, haben sich jedoch in der Krone verfangen. Das macht sie zu einer Gefahrenquelle, denn die Äste können jeden Moment herabstürzen. Um das zu verhindern, wird der Baum gefällt. Dabei kommt nicht nur die Motorsäge zum Einsatz, sondern auch eine schwere Forstmaschine mit Greifarm und Stahlseilwinde. Die Maschine zieht den gefällten Stamm aus dem Waldstück, der Greifarm legt ihn anschließend an den Wegesrand, wo er für niemanden ein Hindernis darstellt.

Ersatz werde in solchen Fällen nicht gepflanzt, erläutern die Forstmitarbeiter und verweisen auf das natürliche Waldgefüge. Nur bei großflächigeren Schäden werden neue Bäume eingepflanzt. 

„Dadurch, dass wir der Verkehrssicherungspflicht regelmäßig nachkommen, waren wir ganz gut vorbereitet auf den Sturm“, berichtet Förster Markus Gutmann. Sowohl Waldspaziergänger als auch Brennholzkunden empfiehlt er, auch drei bis vier Tage nach dem Unwetter mit Vorsicht den Wald zu betreten.

Voraussichtlich bis zum Ende der Woche wird es dauern, bis die größeren Sturmschäden im Kehler Gemeindewald beseitigt sein werden.

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