Verdächtiger in U-Haft

Bluttat von Legelshurst: Haftbefehl wegen Totschlags erlassen

Autor: 
red/chs
Lesezeit 3 Minuten
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11. Februar 2016

©Florian Würth

Die Gewalttat von Legelshurst steht vor der Aufklärung: Ein Tatverdächtiger aus dem Bekanntenkreis des Opfers war noch am Mittwoch festgenommen worden. Er hat nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei die Tat gestanden.

Nachdem am Mittwoch gegen 8 Uhr eine 20-jährige Frau tot aufgefunden worden war, begannen die Ermittlungen der Offenburger Kriminalpolizei auf Hochtouren zu laufen. Neben einer Durchsuchungsaktion im Waldstück zwischen Legelshurst und Zierolshofen sowie Ermittlungen im Umfeld des Opfers lag das Augenmerk der 30-köpfigen Sonderkommission auf der Rekonstruktion der Gewalttat. Das teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Opfer am Dienstagnachmittag zuletzt lebend gesehen
Nach jetzigen Erkenntnissen wurde die junge Frau am Dienstagnachmittag von Familienangehörigen zuletzt lebend gesehen - am Mittwochmorgen dann von einem Mann mitten auf dem Waldweg tot aufgefunden. Da die Handtasche mit Ausweispapieren und dem Handy neben der Leiche lag, war schnell klar, dass es sich bei dem Opfer um die 20-jährige Frau handelte, die nur wenige Kilometer von dem Waldstück entfernt wohnte.

Die Tatortarbeit der Kriminalbeamten war bis gegen Mittag abgeschlossen. Anschließend wurde das gesamte Waldstück von etwa 50 Polizeibeamten, die alle aus dem Präsidiumsbereich zusammengezogen wurden, durchkämmt. Die Absuche des Waldstückes mit Unterstützung von zwei Polizeihunden und speziellen Geräten dauerte bis gegen 16 Uhr.

Verdächtiger kannte die 20-Jährige
Nachdem parallel das nähere Umfeld des Opfers überprüft wurde, ergaben sich Hinweise auf einen aus dem Hanauerland stammenden Mann, der mit der Verstorbenen bekannt war. Aufgrund verschiedener Ermittlungsmaßnahmen, darunter einer Durchsuchung und verschiedenen Vernehmungen, erhärtete sich der Verdacht. Der Mann konnte noch am Mittwoch festgenommen werden.

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Aufgrund des aktuellen Ermittlungsstandes waren der Tatverdächtige und das spätere Opfer mit dem Auto vom Elternhaus in das Waldstück zwischen Legelshurst und Zierolshofen unterwegs. Bei einem Halt auf dem Waldweg war es vermutlich zum Streit gekommen. In dessen Verlauf soll der junge Tatverdächtige die 20-Jährige mit mehreren Messerstichen getötet haben. Das Opfer verstarb noch am Dienstagabend am späteren Leichenfundort an den Stichverletzungen. Damit bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft entsprechende Berichte der Mittelbadischen Presse.

Nachdem der Tatverdächtige gegenüber der Polizei ein Geständnis abgelegt hatte, wurde er am Donnerstag um 13.30 Uhr dem Haftrichter vorgeführt. Der von der Staatanwaltschaft Offenburg beantragte Haftbefehl wegen Totschlags wurde vom Haftrichter erlassen. Der Verdächtige wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Entsetzen und Fassungslosigkeit herrschten gestern in Willstätt: Niemand konnte sich an so eine Gewalttat erinnern. Die 20-Jährige war in der Gemeinde gut bekannt. Sie sei fröhlich, offen und lebenslustig gewesen, habe einen großen Freundeskreis gepflegt – in den sozialen Medien und im realen Leben. Viele treibt die Fragen um: Wer tut einer jungen Frau so etwas an – und vor allem warum? War es eine Beziehungstat? Die Fragen versuchen die Ermittler zu beantworten.

 

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