Kehl

Bürgerstiftung investiert in "Afghanischen Bombenteppich“

Autor: 
Simona Ciubotaru
Lesezeit 2 Minuten
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11. Dezember 2019

In Anwesenheit von Oberbürgermeister Toni Vetrano (von links), des Stiftungsvorstands Jörg Armbruster und Kunstliebhabern enthüllte Ilse Teipelke ihr Kunstwerk. ©Simona Ciubotaru

Die Multimediakünstlerin Ilse Teipelke enthüllte am Montag im Kulturhaus ihr eigenes Werk „Afghanischer Bombenteppich“. Es wird der Stadt durch die Bürgerstiftung Kehl zur Verfügung gestellt.

Unter Glas hängt es nun beim Eingang des Konzertsaals im Kulturhaus – geheimnisvoll und abschreckend zugleich, der „Afghanische Bombenteppich“ der bekannten Multimediakünstlerin Ilse Teipelke. Aus der Ferne wirkt es wie eine Malerei: Symmetrien auf weißem Hintergrund, geordnete, schwarze Zeichen – es könnten auch Hieroglyphen sein. Erst aus direkter Nähe bemerkt der Betrachter, dass die Muster aus Metall sind.

Das plastische Kunstwerk spricht die Sprache des Schreckens und der Hölle, aus der auch die älteren der afghanischen Frauen, die im Publikum anwesend waren, entkommen sind: Maschinengewehre, Helikopter, Bomber, Panzer –in dichten Reihen. Anstelle von Blumen und Arabesken schimmern bedrohlich Armeen.

Traditionelles Handwerk

Ilse Teipelke informierte bei der offiziellen Übergabe des Werkes am Montag über seine Entstehung. Einige Zeit habe sie sich mit Arabesken beschäftigt. In einem Katalog entdeckte sie die auch für Kunstkenner und Ethnologen geheimnisvollen, sogenannten „Bombenteppiche“ aus Afghanistan. Diese seien auf dem Hintergrund des traditionellen Handwerks der Teppichknüpferei entstanden, nur haben die afghanischen Frauen nach der russischen Invasion (1979 bis 1989) auf die uralten Muster verzichtet und damit begonnen, die Teppiche mit Kriegsmaschinerie zu „schmücken“. 

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Es gäbe Spekulationen darüber, ob diese Muster als subversive Agitation oder als kollektive Bearbeitung der Kriegstraumata dienten.

Hommage an afghanische Frauen

„Meine Arbeit ist eine Hommage an die Weberinnen und an die afghanischen Frauen. Sie waren fähig, auf eine aktuelle Bedrohung mit ihren traditionellen Kulturtechniken zu reagieren und haben so eine neue zeitgenössische Darstellung für den Krieg gefunden“, sagte Teipelke. Oberbürgermeister Toni Vetrano und Jörg Armbruster würdigten in ihren Reden das Engagement der Künstlerin und bedankten sich für das einmalige Kunstwerk.  

Anschließend wurden das Buch „Erbauer einer Kathedrale“, das in deutscher Sprache vor Kurzem erschien, und seine Autoren vorgestellt. Man berichtete über die Entstehung dieser Monographie, die sich den Meistern hinter dem Dombau und den sozialen Umständen der Bauzeit widmet. In Frankreich sei das Buch ein großer Erfolg. Es sei jedoch schwierig gewesen, das Werk in Deutschland zu veröffentlichen. Die Unkosten hätten Verleger abgeschreckt, Unterstützung von der Stadt Kehl habe man nicht bekommen. 

Aber die Bürgerstiftung habe großzügig das Buch finanziert und ein Teil der Ausgabe abgenommen. Dr. Manfred Gärtner habe dabei als „Geldauftreiber“ eine wichtige Rolle gespielt.

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