Themenabend

Bürgerstiftung Kehl beschäftigt sich mit "Wasser"

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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16. Mai 2018

Auskunft über die Wasserverhältnisse in der Region gaben Jean-Marie Woehrling, ehemaliger Generalsekretär der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt, der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Kehl, Jörg Armbruster, und Ulrich Heppner von den Technischen Diensten Kehl (von links). ©Nina Saam

Unter dem Titel »Faszination Wasser« hat die Bürgerstiftung Kehl mehrere Themenabende geplant. Die Auftaktveranstaltung »Die Wassermacher der Region« fand am Dienstag in der Hochschule Kehl statt und bot interessante Fakten zur Wasserver- und -entsorgung.

Das Thema Wasser ist lebenswichtig und beschäftigt nicht nur jeden einzelnen, sondern auch alle Ebenen der Verwaltung. Die Stadt Kehl hat eine ganz besondere Beziehung zum Wasser, wie auf dem Themenabend der Bürgerstiftung Kehl (BSK) deutlich wurde. Zur Diskussion hatte die BSK neben ihrem Vorstandsvorsitzenden Jörg Armbruster, der einst das Wasserwirtschaftsamt Offenburg leitete, Ulrich Heppner von den Technischen Diensten Kehl und Jean-Marie Woehrling, den ehemaligen Generalsekretär der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt, geladen. Die Moderation hatte Klaus Gras inne.

An Wasser mangelt es in Kehl nicht. Die Stadt liegt über dem größten Grundwasserleiter Europas, aus dem sie ihr Trinkwasser aus 60 Meter Tiefe entnimmt. Die Qualität ist gut: Nur bei Eisen und Mangan werden die Grenzwerte überschritten, weshalb die Stoffe im Wasserwerk ausgefiltert werden. Der 1905 erbaute Wasserturm dient nur noch der Reserve- und Notfallversorgung. Damit das Wasser in dem 300 Kubikmeter-Tank hygienisch bleibt, wird die Stadt nachts aus dem Turm versorgt, bis der Tank leer ist und mit frischem Wasser aufgefüllt werden kann. Rund zwei Millionen Kubikmeter Trinkwasser holt die Stadt pro Jahr aus dem Untergrund. Gleichzeitig wird das 20- bis 30-fache zur Grundwasserabsenkung abgepumpt: Der Bau der Staustufe Gambsheim in den 70er-Jahren hat den Grundwasserspiegel um einen Meter angehoben, weshalb er seitdem im Stadtgebiet künstlich abgesenkt werden muss. »Jeder Tropfen Regen muss aus Kehl rausgepumpt werden«, erläuterte Ulrich Heppner von der Stadt. 

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Drei Flüsse 

In Kehl treffen drei Flüsse aufeinander – der Rhein, die Kinzig und die Schutter. Jörg Armbruster, der einst das Wasserwirtschaftsamt unter sich hatte, erläuterte das davon ausgehende Gefahrenpotenzial. Während der Rhein gegen ein 1000-jähriges Hochwasser gerüstet ist, bieten die Dämme an der Kinzig einem 100-jährigen Hochwasser Paroli. Angesichts des Klimawandels, der Hochwasserereignisse wahrscheinlicher macht, eine trügerische Sicherheit: »Irgendwann werden wir ein größeres Hochwasser bekommen«, so Jörg Armbruster. »Wenn der südliche Kinzigdamm zwischen Willstätt und Kehl bricht, steht die Kehler Innenstadt vier bis fünf Meter unter Wasser.« Verschärft würde die Situation dadurch, dass der Rheindamm den Wasserabfluss verhindern und die City so zum »Kehler Rückhaltebecken« machen würde.

Den Aspekt der Schifffahrt beleuchtete Jean-Marie Woehrling von der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt, die 1815 gegründet wurde, um die »Freiheit der Schifffahrt« zu garantieren. Heute entwickelt die Kommission im Auftrag der EU gemeinsame Regelungen für ein europäisches Wasserstraßennetz. Die Schifffahrt auf dem Oberrhein sei indes noch ausbaufähig. »Es gibt viele Anstrengungen, den Transport aufs Wasser zu verlagern«, so Woehrling. »Aber vielen ist der Schiffstransport zu langsam und zu schwerfällig.« Ein Problem sei auch, dass Schiffsmotoren oft schon sehr alt sind und viele Schadstoffe ausstoßen.
Der zweite Themenabend wird dem Komplex »Der Mensch und das Wasser« gewidmet sein. Referenten sind bis jetzt der Arzt Manfred Gärtner und Duschan Gert von der Schwarzwaldsprudel GmbH, der über Mineralwässer sprechen wird. Die Veranstaltung wird am 24. September ebenfalls in der Hochschule Kehl stattfinden.

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