Soziales Engagement

Bürgerstiftung Kehl zieht Bilanz

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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16. April 2018

Der langjährige Beisitzer und Mitbegründer der Bürgerstiftung Kehl, Reinhard Batz (Mitte), zieht sich aus der aktiven Mitarbeit zurück. Zu neuen Beisitzern wurden Heino Bullwinkel (ganz links), Uwe Freyhoff (Dritter von links) und Günter Ladny (Zweiter von rechts) ernannt. Zweiter von links: der Vorsitzende des Stiftungsrats, Joachim Riel. Ganz rechts Vorstandsvorsitzender Jörg Armbruster. ©Nina Saam

Im letzten Jahr hat die Bürgerstiftung Kehl ihr zehnjähriges Jubiläum mit einer Vielzahl von Veranstaltungen gefeiert. Bei der Stifterversammlung am Freitag gaben Vorstand und Stiftungsrat einen Überblick über die gemeinnützigen Aktivitäten der Bürgerstiftung. 

Die Bürgerstiftung Kehl (BSK) hat zum Abschluss ihres Jubiläumsjahrs fast eine Punktlandung hingelegt: Die angepeilte Marke von 200 Stiftern wurde zum Jahresende erreicht. »Wir konnten im letzten Jahr 28 neue Stifter gewinnen«, berichtete der Vorsitzende des Stiftungsrats, Joachim Riel, auf der Stifterversammlung im großen Saal des Dr. Friedrich-Geroldt-Hauses. Inzwischen habe die BSK wegen ihres vielfältigen Engagements einen bundesweiten Bekanntheitsgrad erreicht, was sich auch in der Einladung einer Abordnung der BSK zum Bürgerfest des Bundespräsidenten in den Park des Schlosses Bellevue zeigte, so Joachim Riel. Die treibende Kraft zur Gründung der Bürgerstiftung war Beisitzer Reinhard Batz gewesen, der bei der Stifterversammlung seinen Rückzug aus der aktiven Mitarbeit bekanntgab. Batz, der 2013 für sein vielfältiges soziales Engagement das Bundesverdienstkreuz bekommen hatte, wurde zum Ehrenstifter ernannt.

»Gemäß unseres Mottos ›Miteinander – Füreinander‹ haben wir vieles zusammen gemacht, aber auch vieles für andere getan«, sagte der Vorstandsvorsitzende Jörg Armbruster. Er rief einige der Veranstaltungen in Erinnerung: Den Bürgerbrunch auf dem Marktplatz mit der Karawane der Fantasie der Künstlerin Ilse Teipelke, das Stifterfest in der Feldscheune, die Konzertfahrten nach Straßburg und Baden-Baden, das festliche Martinsgansessen in der Stadthalle und das Konzert mit Dirigent Theodor Guschlbauer in der Goldscheurer Kirche. Neben den drei langfristigen Leuchtturmprojekten – der Demenzbetreuung in Kehl und Bodersweier, der Förderung junger mittelloser Musiker und dem Qualifizierungsprojekt für Flüchtlinge – hat die BSK eine Vielzahl von Einzelprojekten gefördert. »Uns haben im letzten Jahr etwa 45 bis 50 Förderanträge erreicht«, berichtete Vorstandsmitglied Ursula Kretz. »Wir prüfen die Anträge, schauen, ob sie unserer Satzung entsprechen, und ob sich die Antragsteller auch um andere Finanzierungsmöglichkeiten bemüht haben.« Zudem wird darauf geachtet, dass ein Eigenanteil erbracht wird. Unterstützt wurden im letzten Jahr Projekte aus dem Bereich Soziales wie beispielsweise das Arbeitsbeschaffungsprojekt der Praxis für Suchtmedizin oder das Sozialkaufhaus »Stoffwechsel« und kulturelle Aktivitäten wie die Internationale Kinderbibliothek der Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt und verschiedene Theaterprojekte. Die Unterstützung verschiedener Sportvereine und der Diakonie Kork dagegen zählten zum Förderbereich Jugend und Sport. Zudem konnten sich einige musikalische Projekte über eine Förderung freuen.

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Niedrige Zinsen 

Aufgrund der langanhaltenden Niedrigzinsphase hatte die Bürgerstiftung im Jahr 2016 beschlossen, einen Teil des Stiftungskapitals für die Errichtung eines Mehrfamilienhauses zu verwenden. Im Oktober 2017 wurde das Haus in der Korker Georg-Zuflucht-Straße seiner Bestimmung übergeben und die acht Wohnungen konnten bezogen werden. »Man sieht an den Erträgen, wo in Zukunft die Musik spielen wird«, sagte Schatzmeister Joachim Parthon. Die Mieteinnahmen aus dem 1,3 Millionen Euro teuren Gebäude werden sich auf etwa 50 000 Euro im Jahr belaufen. Die 1,2 Millionen Euro Stiftungskapital, die in Wertpapieren angelegt sind, haben 2017 dagegen »nur« 28 000 Euro abgeworfen – mit sinkender Tendenz, da die lukrativeren Altverträge nach und nach auslaufen. 2019 werden die Zinseinnahmen nur noch 19 000 Euro betragen. Parthon appellierte deshalb wie zuvor auch der Vorsitzende des Stiftungsrats an die Stifter, die BSK vermehrt mit Spenden zu unterstützen: »Gemeinsam und miteinander können wir Großes erreichen«, sagte Joachim Riel.

Info

Qualifizierungsprogramm

Im Mai war eine Delegation der Bürgerstiftung mit den sechs jungen Teilnehmern des Qualifizierungsprojekts für Flüchtlinge nach Berlin gefahren, um dort den Förderpreis der Stiftung Aktive Bürgerschaft entgegenzunehmen. 
   Mit dem ambitionierten Qualifizierungsprogramm, das aus intensiven Sprachkursen, der Schulung handwerklicher Fähigkeiten und einer engen sozialpädagogischen Betreuung besteht, will die Bürgerstiftung nicht nur junge Flüchtlinge in Ausbildung bringen, sondern auch der heimischen Wirtschaft helfen, die unter Nachwuchsmangel leidet. Rund 120 000 Euro hat es gekostet, den ersten Jahrgang der Flüchtlinge ausbildungsfit zu machen, die im letzten Herbst nach dem Qualifizierungsjahr ihre Ausbildung angetreten haben. Dies war nur möglich gewesen, weil das Projekt zusätzlich sowohl durch die Projektpartner als auch durch einige Großspender finanziell unterstützt wurde. 
Für den zweiten Jahrgang wurde das Verfahren geändert, berichtete Stiftungsrat Karl Haase bei der Stifterversammlung. So sind die jungen Männer schon während des Qualifizierungsjahres zwei Tage in der Woche in ihrem zukünftigen Ausbildungsbetrieb. Dadurch werden die Kosten auf 49 000 Euro sinken. 
»Für die Zukunft überlegen wir, das Qualifizierungsjahr und das erste Ausbildungsjahr zusammenzulegen, da die jungen Geflüchteten mittlerweile länger in Deutschland leben, bessere Sprachkenntnisse und oft auch schon den Hauptschulabschluss haben«, sagte Karl Haase. 

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