Kehl

Campen in Kehl: Das eigene Bett ist immer dabei

Autor: 
Corina Wiessler
Lesezeit 3 Minuten
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06. Juni 2017

(Bild 1/5) Kinderprogramm: Andrea und Peter Heilsberg aus Dürrröhrsdorf hoffen noch auf Spielkameraden für Enkel Emil. ©Corina Wiessler

Hotel? Nein danke – wir campen! Ob aus dem Westerwald, der Sächsischen Schweiz oder näheren Umgebung – die Gäste auf dem Kehler Campingplatz sind von ganzem Herzen dem Leben im mobilen Heim gewogen. 

Weitläufig, schön grün und direkt an der Rheinpromende gelegen. So präsentiert sich der Campingplatz Kehl. Von Familie Widmaier auch als »zweite Heimat« betitelt. Ursula und Ernst (69) kommen seit 17 Jahren hierher – »sogar mehrmals im Jahr«, wirft die 65-Jährige ein, und lassen sich daher mit gutem Gewissen als Stammgäste bezeichnen. Die beiden, die früher noch die Kinder im Gepäck hatten, praktizieren seit 45 Jahren diese Art des Reisens. »Früher ging es allerdings nach Italien«, sagt Ernst Widmaier. »Heute bleiben wir aus gesundheitlichen Gründen lieber in Deutschland«. Die Dienste des hiesigen Klinikums habe er schon in Anspruch nehmen müssen wegen eines Zeckenbisses.

Dass die Wahl gerade auf Kehl gefallen ist, liege in der guten Anbindung zu Straßburg, der Ruhe und den vielen Bekanntschaften, die sie im Laufe der Zeit auf dem Platz gemacht hätten, begründet. Bis September will das Paar aus Calw noch bleiben, »daheim halten wir es wegen einer Straßenumleitung direkt vor dem Haus nicht aus«. Ehrensache, dass der runde Geburtstag von Ernst im Schatten des Rheinwaldes gefeiert wird. 

Den Schalk im Nacken

Dass Kehl eine gute Basis für Tagesausflüge nach Straßburg oder in den Schwarzwald darstellt, bestätigen auch Inge und Harald Bechheim aus Siegen im Westerwald. Auch sie sind das, was man Dauer-Camper nennt nach dem zehnten Aufenthalt in Folge. Sehr beliebt sind zudem Radtouren über die Europabrücke nach Frankreich. »Aber noch mehr Spaß haben wir, wenn wir mit der Honda durch die Gegend fahren und anschließend unsere Helme abnehmen«, grinst die 78-Jährige. Ihr gleichaltriger Mann erklärt: »So sehr ›mitten in der Natur‹ wie mit dem Wohnwagen(-Anhänger) kann ein Hotel oder Gasthof gar nicht liegen.«

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Außerdem müsse man im Hotel pünktlich zu den Mahlzeiten kommen und sich dazu noch in Schale schmeißen. Dazu liege man noch im Betten, wo ständig ein reger Wechsel herrscht Für Harald eine klare Sache: »Für mich kommt nur nur Camping im eigenen (rollenden) Heim in Frage.« Nur seine Frau zögert. Seit sie mit den drei Enkeltöchtern auf dem Kreuzfahrtschiff Aida durchs Mittelmeer schippperte, fällt ihr eine Entscheidung sichtlich schwerer. 

Mangel an Kindern

Nach neun Jahren Pause macht Familie Heilsberg aus Dürrröhrsdorf in der Sächsischen Schweiz wieder einmal Station in Kehl. Diesmal haben Peter (60) und seine Frau Andrea (60) den jüngsten Enkel Emil (6) mitgebracht. Wegen des Internets hat es sie in die Ortenau verschlagen. »Der Wetterbericht hat für die Ortenau schönes Wetter prognstiziert. Da haben wir ganz spontan einen Campingtrip nach Kehl beschlossen. Vor allem, da sie durch ihren früheren Besuch die Anlage kannten und damals sehr zufrieden mit deren Ausstattung und Sauberkeit waren. »Auch heute ist aller super!«

Nur einen Kritikpunkt merkt Peter an: »Es könnte etwas mehr Wasserhähne für Frischwasser geben.« Auch Emil mopst sich ein bisschen. Es fehlt an gleichaltrigen Spielkameraden auf dem Platz. »Bisher sind die meisten Gäste hier 60+ und älter«, sagt Andrea. Vielleicht ändert sich das mit den Pfingstferien«, hoffen Oma und Opa. Solange müssen sie den jüngsten Camper vor Ort bei Laune halten. 

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