Kehl

Club Voltaire blickt auf fünfjähriges Bestehen

Autor: 
Heidi Ast
Lesezeit 2 Minuten
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10. Februar 2019

In ihrer Rede beschreibt Ilse Teipelke den Salon als einen Ort der Freundlichkeit und Empathie. ©Heidi Ast

Viele Wegbegleiter, die den Club Voltaire seit fünf Jahren unterstützen, wie das Kulturamt Kehl, der Historischer Verein Kehl, das Centre Culturel Alsacien oder Künstler aus der Region wie Isolde Wawrin, hatten sich am Donnerstag im Club Voltaire  eingefunden, um gemeinsam mit der Vereinsgründerin und scheidenden Vorsitzende Ilse Teipelke auf die letzten fünf Jahre zurückzublicken. 

Streitkultur vor dem Hintergrund des durch Voltaire formulierten Freiheitsgedanken betreffend Geschlechterkampf, in der Kunst und auch im individuellen Ausdruck sind die Basis der Vereinsarbeit. Vorstandsmitglied Hartmut Kübler bezeichnet Teipelke in seiner Anmoderation als  unermüdliche »Menschenfischerin«, die immer voller Energie hochkarätige Leseabende, Ausstellungen und musikalisch Avangardistisches in den Räumen einer ehemaligen Kaserne in der Hafenstraße organisierte und präsentierte. 

Teipelkes folgende Rede schlägt dann einen weiten Bogen. Er beginnt in einer Zeit, in der um 1789 zwar Freiheitsforderungen postuliert wurden, welche aber nur für wohlsituierte, weiße Männer galten, bis hin zum Erbe der Enkel des zweiten Weltkriegs, die laut zitierter Schriftstellerin Sabine Bode dann auch noch in der zweiten Generation im kollektiven Unterbewusstein Einfluss nehmen. 

Zu Teipelkes Freiheitsverständnis gehören ebenso die Untersuchung früherer entwendeter kolonialer Kunst durch den senegalesichen Wissenschafftler Felwine Sarr und der Kunsthistorikerin Bénédikte Savoy, welche zu einem Aufschrei bei den Völkerkundemuseen sorgte, ebenso wie einen Kinoabend mit dem Motto »Female  Pleasure«, der von der brandaktuellen Dämonisierung der weiblichen Lust handelt. Hier sieht die engagierte Künstlerin nach wie vor einen großen Handlungsbedarf und nicht ausgehendes Futter für die Streitkultur, die hier im Club Voltaire im Sinne der literarischen Salons des 18. und 19. Jahrhunderts gepflegt wird. 

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Jüngere Generation fehlt

Teipelke beschreibt den Salon als einen Ort der Freundlichkeit und Empathie, in  ständiger Bemühung, eine gemeinsame Kommunikation jenseits des »Politiksprechs« zu entwickeln. Was dem Club bisher noch nicht gelang, ist eine jüngere Generation in diese  Themenumfelder einzubinden, was Teipelke sehr bedauert. Ilse Teipelke tritt, gemeinsam mit ihrer »rechten Hand« Gabriele Goos-Glas aus persönlichen Gründen (die Kehler Zeitung berichtete darüber) aus dem Vorstand zurück. 

Auch wenn sie sich dann wieder verstärkt um ihre eigenen künstlerischen Belange kümmern wird, kann man davon ausgehen, dass ihr Einfluss im Club Voltaire auch  weiterhin zu spüren sein wird.

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