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Der Korker Wald erholt sich – was die Ziele sind

Autor: 
Redaktion
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17. Mai 2019

Naturverjüngung und Pflege tun ihm gut. ©Stadt Kehl

Der Korker Wald entwickelt sich wieder recht gut. Über die Naturverjüngung würden auch Eichen in großer Zahl nachwachsen. Der Gemeinderat muss sich jetzt überlegen, welche Ziele im Wald auf Kehler Gemarkung verfolgt werden sollen. 

Dem Korker Wald geht es nach Angaben der Stadtverwaltung Kehl wieder recht gut. Sogar Eichen würden über die Naturverjüngung in großer Zahl nachwachsen. Nachpflanzungen beschränken sich auf 20 bis 25 Prozent der vom Eschentriebsterben betroffenen Fläche. Auf weiteren zehn bis 15 Prozent seien in den kommenden Jahren Ergänzungspflanzungen zur Erhöhung der Baumartenvielfalt vorgesehen. 

Dass der Korker Wald den Totalausfall der Eschen verkraftet hat, sei auch ein Verdienst der Jagdpächter: Sie haben durch die Erhöhung der Abschusszahlen beim Rehwild dafür gesorgt, dass die Naturverjüngung eine Chance bekommen hat, wie die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung schreibt.

Oberbürgermeister Toni Vetrano und einige Mitglieder des Gemeinderats haben sich bei einer Begehung mit den Förstern Simeon Springmann und Markus Gutmann im Zierolshofener Wald ein Bild von der Situation gemacht. Der Bereich habe sich aus Sicht der Förster optimal entwickelt: genetische Vielfalt, Artenreichtum und starke Eichen für die Holzgewinnung. Auch für das Rehwild biete sich ein optimales Biotop aus dichtem Gehölz als Unterschlupf und lichteren Partien als Äsungsmöglichkeit.

Eichen als Lebensraum

Gerade weil es »nicht mehr viele wertvolle Eichenwälder gibt«, wie Springmann erklärt, plädieren er und Gutmann dafür, im Korker Wald ein besonderes Augenmerk auf die Eichen zu legen. Eichen, besonders, wenn sie schon älter sind, bieten Hunderten von Vogel-, Schmetterlings-, Käfer- und Insektenarten sowie Kleintieren wie Baummarder, Waldkauz oder Fledermaus einen Lebensraum. Zudem kommen Eichen mit Trockenstress besser klar als Buchen. Allerdings: Eichenwälder müssen gepflegt werden. Je mehr Eichen pro Hektar sprießen, desto besser. Wie im Zierolshofener Wald schafft es das Rehwild dann nicht mehr, Einfluss auf das Höhenwachstum zu nehmen und es kommen so viele junge Bäumchen durch, dass Nachpflanzungen kein Thema seien.

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Plastik im Wald

Wenn jedoch nichts nachwächst, werden Bäume nachgepflanzt. Auf einem halben Hektar Fläche wurden 700 kleine Eichen gepflanzt und mit Plastikröhren vor Wildverbiss geschützt. Aber: Die Wurzeln sind weniger intensiv ausgebildet und kurz – im Vergleich zu einer Eiche aus Naturverjüngung. »Wir bringen mit den Schutzröhren auch Plastik in den Wald«, sagte Springmann. Etwa sechs Jahre bleiben die Röhren stehen, dass Plastikteile im Laufe der Zeit in den Waldboden eindringen, könne nicht ausgeschlossen werden. 

Bannwaldflächen, also Bereiche, die sich selber überlassen werden, würden die Bemühungen, einen stabilen Eichenwald zu schaffen, konterkarieren, erklärten die Forstleute. Werden nachwachsende Eichen nicht »freigepflegt«, wie Gutmann sagt, werden sie von Hain- oder Rotbuchen verdrängt. Brennholz oder Holz für den Möbel- und Hausbau dürften aus einem Bannwald nicht entnommen werden.

Der Gemeinderat müsse überlegen, welche Ziele im Wald auf Kehler Gemarkung verfolgt werden sollen. Bislang decken die Erlöse aus dem Holzverkauf die Kosten für Naturschutz, Nachpflanzungen und Unterhaltung der Waldwege. Ist das Holz aus den Escheneinschlägen der vergangenen Jahre verkauft, müssten große Eichen gefällt werden, um die Kosten zu decken. Zusammen mit dem kommissarischen Leiter des Bereichs Stadtplanung/Umwelt, Matthias Kaufhold, und Umweltreferentin Insa Espig wurde diskutiert, ob durch die Naturschutzleistungen im Wald Ökopunkte generiert und verkauft werden könnten.

2020 muss ein neuer Zehn-Jahres-Plan für den Kehler Wald aufgestellt werden, der Gemeinderat könnte dann laut Springmann Leitlinien festlegen und Ökopunktemaßnahmen mit aufnehmen.

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