Glaube/Religion

Die Aleviten in Kehl stellen sich vor

Autor: 
Karin Bürk
Lesezeit 2 Minuten
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13. Juni 2018

Nur Deniz Kaplan brachte die türkische Musik nahe. ©Karin Bürk

Die Aleviten in Kehl stellten am Montag Studierenden der Hochschule ihre Glaubenseinrichtung vor. Auf Initiative von Beatrice Hurrle von der Hochschule  Kehl, die dort das Fach Interkulturelle Kompetenz unterrichtet, kamen rund 100 Studierende in das Gemeindezentrum der Alevitischen Gemeinde.

Schon beim Betreten des Alevitischen Gemeindezentrums sieht man den Unterschied zu normalen Gotteshäusern. Kein Prunk, eher eine schlichte und nüchterne Atmosphäre, die nicht auf die Ausübung eines Glaubens hinweist.

Nüchtern

Als Räume steht der rund 160 Mitglieder starken Gemeinde ein  früheres Wäschereigebäude zur Verfügung. Das  Haus besteht aus einem großen Raum, was die Möglichkeiten deutlich einschränkt. Da das Gebäude von der Stadt angemietet wird, können weitere Aktivitäten, wie etwa ein Raum für Kinder zur Durchführung von Nachhilfe oder Theaterkursen derzeit nicht umgesetzt  werden. Wünschenswert wäre auch die Einrichtung eines Kinderspielplatzes im Außenbereich sowie die Durchführung anstehender Reparaturen am Haus.

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Vorsitzenden der Gemeinde, Filiz Toprak,  sprach der geistliche Vorsitzende, Dede Hüseyin Kazimoglu ein kurzes Gebet. Eren Boyraz hob mit zwei Gesangsvorträgen den Stellenwert des Musikinstrumentes Baglamas hervor, bevor Taylan Caglar in kurzen Worten die Jugendarbeit vorstellte. Sehr interessant waren die Ausführungen von Baris Sahin, Vertreter des Bundes der Alevitischen Studierenden. Der Bund wurde 2010  in Deutschland gegründet mit dem Ziel, alevitischen Studierenden an Hochschulen Zugang zu Strukturen ihrer Glaubensrichtung zu bieten.

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Grundzüge des Glaubens

Ismail Kaplan, Vertreter der Alevitischen Gemeinde Deutschland, stellte die Grundzüge der theologischen Dimension der alevitischen Glaubenslehre dar. Gleichstellung der Geschlechter, Toleranz und Bescheidenheit sind Kernelemente des Alevitentums. Es wurde auch deutlich, dass es Ähnlichkeiten sowohl zum Christentum, als auch zum Islam gibt, aber auch große Unterschiede. Im Mittelpunkt steht aber stets der Mensch. Die Gleichstellung von Mann und Frau ist bei den Aleviten ebenfalls ein wichtiges Element und  gilt für alle Bereiche des Lebens.

Gesang und Tanz

Fester Bestandteil der Religionsgemeinschaft sind auch der kultische Gesang und der Tanz, immer in Verbindung mit dem Saz, ein langhalsiges türkisches Saiteninstrument. Die türkische Sängerin Nur Deniz Kaplan und Ehefrau von Ismail Kaplan, brachte zwischen den Vorträgen ihres Mannes dem  Publikum die emotionale Poesie der türkischen Musik näher. Sie versteht die Musik als Botschaft einer türkisch-europäischen Kultur, die Menschen verbinden kann.

Der kurzweilige, informative Nachmittag gab nur einen kleinen Einblick in diese Glaubensrichtung. Wer mehr über die Aleviten erfahren möchte oder Interesse hat, sich mit ihnen auszutauschen, ist im Cem-Haus in der Neumühler Straße 17 in Kehl jederzeit herzlich willkommen.
 

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