Serie 50 Jahre Kehler Messdi (6/7)

Die Promis – sie „stürmen“ den Messdi - prev

Autor: 
Hans-Jürgen Walter
Lesezeit 6 Minuten
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15. Mai 2021

Vom 13. bis 16. Mai hätte der 50. Geburtstag des Kehler Messdi gefeiert werden sollen. Doch wie schon im Vorjahr kann auch 2021 das „Fest der Feste“ der Kehler nicht stattfinden. Wegen der Corona-Pandemie. Wir lassen Messdi-Erinnerungen wach werden. Heute: Die Promis.

Stars treffen in Kehl? Klar doch. Der Messdi kann das bieten. Und das immer bei freiem Eintritt! Ob Sternchen, Chartgrößen oder Charmeur alter Schule, ob Gesang oder Sprache, ob leis‘ oder laut – egal: mit Esprit und Engagement, mit Begeisterung und Herzblut, mit Spaß und Freude sind sie dabei beim Kehler Volksfest, Protagonisten und Publikum.

„Der Regen hat aufgehört“ heißt die erste Liedzeile. Und in der Tat: Rechtzeitig zum Konzertbeginn schließt der Himmel seine Schleusen am Abend dieses 29. Mai 2014. Am Messdi-Eröffnungstag geht Echo-Preisträgerin Christina Stürmer mit den rund 3000 Besuchern auf dem Marktplatz auf Tuchfühlung. Dass es frisch ist, ist schnell vergessen.

Das Open-Air-Konzert ist der krönende Abschluss der 150-Tage-Dankeschön-Tour der Kehler Zeitung anlässlich ihres 150. Jubiläums. Ein Dankeschön der Zeitung an ihre Leser und Kunden für deren Treue und Unterstützung. „Millionen Lichter … Millionen Gesichter wie du und ich“: wie du und ich gibt sich die sympathische Österreicherin und „stürmt“ in die Herzen ihrer begeisterten Fans.

Radio Ohr live

Immer wieder auf dem Messdi präsent ist Radio Ohr, wie die Kehler Zeitung eine Institution des Offenburger Medienhauses Reiff. Zweimal ist der Sender live auf dem Volksfest: 1989 mit dem „Samstagstreff“ und Moderator Christian Simon, 1990 führt Mario Vogt durch das „Schöne Wochenende“.

Im „Samstagstreff“ gibt sich Ted Herold nicht nur als heißer Rock‘n‘Roller, sondern lässt seine Zuhörer dahinschmachten bei „Moonlight“. Und Cindy Berger, jahrelang die „bessere Hälfte“ des Schlagerduos Cindy & Bert und nun gerade am Beginn ihrer Solokarriere, versichert jedem einzelnen Zuhörer im Hanauerzelt: „Nur für dich allein“!

Das freilich kann der Ortenauer Radiosender 1990, ein Jahr später, noch toppen. Nicht allein, weil Elfi Graf ihren gerade herausgekommenen Titel „Einen Adam, einen Apfel und ein kleines Paradies“ vorstellt und mit „Herzen haben keine Fenster“, dem Song, der sie 1974 bekannt gemacht hat, aufs Gefühl drückt. Sondern weil alle mit Spannung auf ihn warten: Patrick Lindner, dem ein Jahr zuvor mit „Die kloane Tür zum Paradies“ der Durchbruch gelungen ist. Das Publikum tobt, pfeift, klatscht, ist begeistert. Der sympathische Interpret kann sich vor Autogrammjägern und „Blumen-Kindern“ kaum mehr retten.

Von Autogrammjägern umlagert ist bereits beim ersten Messdi 1971 Tony Marshall. Er muss nicht mal singen. Nur da sein. Auf dem Stand der Rheinelektra (Gebäude abgerissen für heutiges Woolworth). Die Fans hätten am liebsten Tony und den Stand gleich ganz mitgenommen.

Stars drängeln sich

So viele Stars auf einmal sieht Kehl wohl selten, wie Radio Ohr im Gartenschau-Jahr 2004 auf den Messdi geholt hat zur grandiosen Open-Air-Party am Samstagabend. Unter anderem Felix aus „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ begeistert die Fans – vor allem die weiblichen.

In der Stretch-Limousine hält die zierliche Sängerin Whigfield auf dem Festgelände Einzug und steckt etwa mit dem Sommerhit 1996 „Sexy Eyes“ an, während In-Grid mit „Tu es foutu“ (du hast es mir versprochen) mit den betörenden Akkordeonklängen verzaubert.

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Peter Freudenthaler und Volker Hinkel stimmen als „Fools Garden“ ihren Gassenhauer „Lemon Tree“ an und DJ Jan Wayne bringt die Menge so richtig zum Abtanzen: „Here I am“! – Einfach cool!

Wiederum mehrere 1000 Fans kommen ein Jahr später zur Hitradio-Ohr-Messdi-Party mit den „Chartgrößen“ Haiducii, Charlene und Channing, die begleitet vom Dröhnen der Harley-Biker auf die Bühne kommen, sowie der Band „Urban Ego“. Von der Ex-Miss Bukarest Haiducii will das Messdi-Publikum nur das Eine: den Sommer-Sonnen-Gute-Laune-Hit „Dragostea din tei“.

Stimmung pur – die herrscht auch bei den Auftritten von Geri, dem Klostertaler. Wie etwa 2017. „Ich geb alles“ verspricht das Energiebündel – und hält Wort! Mit seinem Mix aus volkstümlichem Partysound und modernen Rock-/Pop-Elementen sorgt er für grenzenlose Begeisterung – ganz besonders auch auf dem Kehler Messdi. Und besonders auch dann, wenn er zum Saxophon greift!
Es gibt sie aber auch, die leisen Töne auf dem Messdi. René Egles beispielsweise, der Poet, Liedermacher, Protestsänger, Zeitkritiker aus dem Elsass. Wenn er vom „Babbe sini Schlappe“ singt, dann hören die Leute zu, summen mit. Und sie versinken beim Erklingen der stillen Liedle in dieser Egles-eigenen Stimmung. Um dann mitzuwippen und mitzusingen, wenn der Elsässer von den fröhlichen Seiten des Lebens erzählt.

Auch leise Töne

Fröhlich, ja ausgelassen, aber auch ernst und leise, das kann auch Roger Siffer, das elsässische Energiebündel (1983). Eine eigenartige Gemütslage packt den Zuhörer, wenn Siffer das in den Freiheitsbewegungen im 19. Jahrhundert gesungene und nach wie vor aktuelle „Die Gedanken sind frei“ intoniert.

Der Alemanne mit gallischem Esprit ist mit Dinah Faust und dem Barabli, den Gälfiäßlern und anderen mit dabei beim in den Messdi 1996 eingebetteten deutsch-französischen Freundschaftsfest. Stuttgarts Oberbürgermeister Manfred Rommel und der Straßburger André Bord, unter Staatspräsident François Mitterrand zuständig für die deutsch-französische Zusammenarbeit, halten die Festreden.

Scharfzüngiges

Das gesprochene Wort – es kann sich durchsetzen im Messdi-Trubel. Ein Beweis ist der Auftritt von Huguette Dreikaus, die 1995 elsässischen Humor scharf gewürzt auftischt: Deftiges und Derbes.

Mit Intelligenz und viel Sarkasmus überzeugen 2004 einen ganzen Nachmittag lang auf der Messdi-Bühne auch die Kabarettisten Hans Gerzlich und Florian Schroeder.

Lebensfreude und Nostalgie, das sind beliebte Ingredienzien beim Messdi. Wenn etwa der „lachende Vagabund“ Fred Bertelmann 1983 mit seiner wohlklingenden Bassstimme vom „Herzenswunsch, dass es dir gut geht“ singt.

Dass es allen gut geht, das ist natürlich Herzenswunsch der Messdi-Macher. Und von Johann Lafer. Der Sternekoch zeigt 2019 im City-Center mit viel Charme und Witz, wie man gutes Essen hinbekommt.

„Het immer Spaß gemacht!“ So ist es. Die Gruppe „Zäpf“, eine von vielen Kehler Promis beim Messdi, hat für die 30. Auflage des Kehler Stadtfestes den im Hanauer Dialekt gesungenen „Messdi-Hit“ auf eine CD gepresst und bei der Fest­eröffnung das Publikum mit der Uraufführung überrascht. „Ach, wie wär des trurig, wann kenn Messdi wär!“ heißt es in einer der vier Strophen. Wie wahr, das hat sich nun schon zweimal wegen Corona gezeigt. Alle hoffen jetzt auf 2022. Denn die Fans sind sich einig: „Messdi ist einfach das Beste an Kehl!“

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