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Kehl

Diskussion über die Zukunft der Kehler Bäder

Informationsabend am Mittwoch in der Kehler Stadthalle / Rund 160 interessierte Besucher
18. Mai 2017
&copy Erwin Lang&copy Erwin Lang

Rund 160 Besucher haben am Mittwochabend in der Kehler Stadthalle an der Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung zur Zukunft der Bäder in Kehl teilgenommen. Im ersten Teil der Veranstaltung wurde vor allem der katastrophale Zustand des Kehler Hallenbads beleuchtet, das vorläufig geschlossen ist.

Die Stadt Kehl müsse »den Anspruch haben«, sagte OB Toni Vetrano zu Beginn, für ihre Bürger »im Rahmen ihrer Daseins- und sozialen Fürsorge-Verantwortung« ein Hallenbad und eine »adäquate Bäderländerschaft« zu führen. »Ich will ein Hallenbad für die Stadt Kehl!«, legte der Rathaus-Chef ein Bekenntnis ab. Eine Flickschusterei werde es aber mit ihm nicht geben. Die Stadtverwaltung habe keine Präferenzen für eine der Szenarien, die am späteren Abend vorgestellt wurden, so der OB.

 

 

Michael Heitzmann, Leiter des Gebäudemanagements der Stadt Kehl, sagte: »Wir sind von der Situation, die wir im Hallenbad vorgefunden haben, selber überrascht worden«. Dies rief deutlich hörbar ein ungläubiges Staunen bei den Besuchern hervor. Später machte er deutlich, dass er damit die Situation rund um das Hallenbad-Dach gemeint hat.

Lange Vorgeschichte

Heitzmann ging auf die lange Vorgeschichte rund um die Kehler Bäder ein, die bereits rund 25 Jahre alt ist. Erste Erneuerungen im Hallenbad hat es schon Mitte der 90er gegeben. 2002 gab es den ersten Entwurf. Schon damals sei angedacht worden das Hallenbad an den heutigen Standort des Freibades zu verlegen. Schon 2003 sei dann über ein Ganzjahresbad diskutiert worden, so Heitzmann. Bald sei klar geworden, dass der beste Platz dafür der Standort des Freibades ist. 

Mit Straßburg konnte sich 2010 die Kehler Verwaltung nicht auf einen gemeinsamen Standort für ein neues Bad einigen, sodass Straßburg seine eigenen Bäder sanierte. Es gab mehrere Machbarkeitsstudienfür ein Ganzjahresbad. Denn, das machte Heitzmann deutlich: Das Konzept des Hallenbads (als Schul- und Schwimmbecken) stammt aus den 70ern und entspricht damit nicht mehr den modernen Anforderungen.

Alle drei Bäder haben im Schnitt zwischen 200.000 und 250.000 Besucher jährlich. Das Hallenbad hatte 2008 noch knapp 45 000 Besucher, 2016 waren es nur noch 23 000, was er auch auf die mangelnde Attraktivität zurückführte.

2 Millionen investiert

Nach Angaben Heitzmanns hat die Stadt Kehl seit 2002 rund 500 000 Euro in das Hallenbad gesteckt, für zahlreiche Sanierungen.  Rund eine Million floss ins Kehler Freibad, mehr als 460 000 Euro ins Auenheimer Freibad. Macht unter dem Strich: eine Investition von rund 2,1 Millionen Euro seit 2002 in alle drei Bäder.

Nachdem im August das Schadensbild an der Decke der Einstein-Sporthalle deutlich geworden war, sei zwei Wochen später das Hallenbad-Dach geöffnet worden. »Wir haben die Annahme getroffen, dass auch am Hallenbad dieselbe Situation vorherrscht.« Deshalb habe man sich dazu entschlossen, ein Sicherheitsnetz einzubauen. Doch das Restrisiko hatte die Stadt zu tragen. Dieses Risiko sei irgenwann nicht mehr abschätzbar gewesen. Ein hinzugeholter Gutachter sprach von einem »unabwägbares Risiko«. Eine »Gefahr für Leib und Leben« habe nicht ausgeschlossen werden können. So erfolgte zwangsläufig die Schließung des Hallenbads am Ende der Wintersaison.

»Brauchen richtiges Bad«

Claude Woitschitzky meinte, eine halbe Million Euro Investition innerhalb von 15 Jahren ins Hallenbad sei »sehr, sehr wenig«. Er kenne keine Stadt, die so günstig ihre Bäder betreibe wie Kehl, sagt er, woraufhin er viel Applaus erhielt.

Inge Grüninger plädierte für ein Hallenbad in Kehl, entweder die Sanierung des jetzigen Bades oder einen Neubau. Schulen und Kindergärten hätten die Pflicht, den Kindern das Schwimmen beizubringen. »Das sind wir unseren Kindern schuldig«, sagte sie unter großem Beifall. »Wir brauchen wieder ein richtiges Bad!«

Alle Szenarien einer Bäderlandschaft

Danach wurden alle Szenarien für eine künftige Bäderlandschaft vorgestellt. Dazu am Donnerstag mehr auf www.bo.de

Autor:
Klaus Körnich

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