Eckartsweier

DRK-Kreisverband Kehl verabschiedet Detlev Prößdorf

Autor: 
Florian Würth
Lesezeit 4 Minuten
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09. Februar 2017
Detlev Prößdorf (links) bekommt von seinem Nachfolger Beda Grollmann das Treuedienstabzeichen und die goldene Ehrennadel des Landesverbands verliehen.

(Bild 1/3) Detlev Prößdorf (links) bekommt von seinem Nachfolger Beda Grollmann das Treuedienstabzeichen und die goldene Ehrennadel des Landesverbands verliehen. ©Florian Würth

Nach 40 Jahren als Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Kehl ist Detlev Prößdorf am Dienstagabend im Eckartsweierer Waaghaus in einer sehr herzlichen Atmosphäre verabschiedet worden. Zum neuen Kreisvorsitzenden wurde Beda Grollmann gewählt, der schon länger dem Vorstand angehört.

Ganze 23 Jahre war Detlev Prößdorf Oberbürgermeister von Kehl. Doch das ist gar nichts gegen das Amt des DRK-Kreisvorsitzenden, das er stolze 40 Jahre innehatte. Im vergangenen Dezember aber kündigte Prößdorf seinen Rücktritt an, sodass ein möglicher Nachfolger gesucht wurde. Der wurde mit Beda Grollmann gefunden, bislang unter anderem als Ortsvereins-Vorsitzender in Renchen bekannt. Grollmann wurde am Dienstagabend im Waaghaus in Eckartsweier einstimmig gewählt, denn die Abschiedsfeier war gleichzeitig auch eine Kreisausschuss-Sitzung. Im Oktober soll Grollmann bei der Kreisversammlung dann noch einmal im Rahmen der allgemeinen Neuwahlen bestätigt werden.

Die Stimmung im Waaghaus war eine bemerkenswerte Mischung aus Fröhlichkeit und Wehmut. Die Redebeiträge zeugten von der Beliebtheit Prößdorfs und vom großen Respekt, die jedermann ihm entgegenbringt. Kein Wunder, dass es an diesem Abend auch feuchte Augen gab.

Der scheidende Vorsitzende ist seit einigen Wochen auf einen Rollstuhl angewiesen, erhob sich aber jedesmal, wenn er eine Auszeichnung bekam. Auch um den einen oder anderen lockeren Spruch war er nicht verlegen. Prößdorfs Rückblick fiel rundum positiv aus: »Es waren 40 schöne Jahre. Ich habe keine schlechte Erinnerung, und ich habe mehr empfangen, als ich geben konnte.«

Viele Leistungen

Die stellvertretende Kreisvorsitzende Brigitta Ließ dankte Detlev Prößdorf im Namen des ganzen Kreisverbands. Diesen habe er in seiner Amtszeit auf gesunde Füße gestellt, er habe viel bewegt und deutliche Spuren hinterlassen. In der Tat: Meilensteine waren unter anderem der Bau der Geschäftsstelle in Kehl und der Rettungswache in Freistett, die Gründung des Haus-Notrufsdiensts und der Sozialstation, die Erstellung des Katastrophenschutzzentrums in Kork, die Neustrukturierung des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes, die fruchtbare Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen und die Einrichtung des »Café Vergissmeinnicht«. 80 hauptamtliche Mitarbeiter hat das Kreis-DRK heute. 

Beda Grollmann und Brigitta Ließ überreichten Prößdorf das Treuedienstabzeichen für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft und die goldene Ehrennadel des Landesverbands. Sie ernannten Prößdorf zum Ehren-Kreisvorsitzenden. 

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An Detlev Prößdorfs Verdienste erinnerte auch Ehren-Kreisbereitschaftsleiterin Hildegard Aßmus mit ihrer sehr persönlichen Laudatio. In einer humorvollen Anekdote erzählte sie etwa davon, wie sie und Prößdorf einstmals auf der Autobahn ihre gemeinsame Leidenschaft, das schwungvolle Autofahren, entdeckten. Auch Prößdorfs Gewohnheit, Sitzungen pünktlich um 21.30 Uhr zu beenden, weil er seinen Schlaf brauchte, sorgte für Amüsement und wissendes Kopfnicken bei den Gästen.

Höchste Auszeichnung

Jochen Glaeser, Präsident des Badischen Roten Kreuzes, würdigte die Arbeit von Detlev Prößdorf und verlieh ihm die Verdienstmedaille »Großherzogin Luise von Baden«, die höchste Auszeichnung des Landesverbands.  Glaeser lobte, Prößdorf habe den Kreisverband sehr gut geführt, und das neben einem anstrengenden Hauptberuf, was heute keine Selbstverständlichkeit mehr sei. Prößdorf habe  sein Amt als echtes Ehrenamt verstanden, nie eine Vergütung oder sonstige Anerkennung verlangt, er habe nicht nur repräsentiert, sondern leidenschaftlich mitgearbeitet.

Prößdorfs Zusammenarbeit mit Kreisgeschäftsführer Alfred Armbruster reicht bis in dessen Zivildienstzeit zurück. Schon im Jahr 1983 trat Armbruster seine jetzige Tätigkeit an. Er trug witzige Zitate von Prößdorf vor, die er über die Jahre insgeheim notiert hatte.  »Ich habe von Ihnen viel gelernt«, sagte Armbruster zu Prößdorf, »zum Beispiel die Gelassenheit in schwierigen Situationen.«

Die Reihe der Grußworte setzte sich fort mit Iris Breinlinger (Kreisbereitschaftsleiterin), Theo Faller (Kreisjustitiar), Edgar Reuter (Ortsverein Eckartsweier) und Gruppenleiterin Lucia Clauss vom »Café Vergissmeinnicht«. 

Detlev Prößdorf freute sich über die warmherzigen Danksagungen. Augenzwinkernd meinte er: »Wenn ich das alles über mich höre! Als ich noch jung war, hat man so was einen Pfundskerl genannt.«

Auf Nachfolger Beda Grollmann, Jahrgang 1948 und hauptberuflich Rechtsanwalt, kommen große Aufgaben zu – vor allem der beabsichtigte Bau eines neuen Kreisverbandsgebäudes, das schon eine Herzensangelegenheit von Detlev Prößdorf war. 

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