Willstätt - Eckartsweier

Eckartsweierer Narren stürmen das Rathaus

Autor: 
Klaus Elff
Lesezeit 2 Minuten
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13. November 2019

Edgar Reuter (rechts) und seine Wölfe legten Bürgermeister Christian Huber (vorn 4. von rechts) und Eckartsweiers neuer Ortsvorsteherin Amalia Lindt-Herrmann (vorn Mitte) in Ketten. ©Klaus Elff

Halb Eckartsweier – so ungefähr jedenfalls – war am Montag auf den Beinen, um am Elften im Elften den Narren beim Stürmen des Rathauses behilflich zu sein oder zumindest zuzusehen.

Mit der „Schlacht ums Rathaus“ beginnt am Elften im Elften traditionell die Fastnacht in Eckartsweier. Und natürlich hatten die Ortsoberen auch diesmal keine Chance gegen den Ansturm der Eroberungstruppe des Narrenrats „Wölfe“, die, begleitet von Musik und Kanonendonner, das Rathaus stürmten und Bürgermeister und Ortsvorsteherin in Fesseln legten. 

„In Kettenhaltung“ 

„Erfolgreich haben wir, wer auch immer im Rathaus weilt, auch diesmal wieder von ihren Ämtern befreit“, erklärte stolz der Anführer der Narren, Präsident Edgar Reuter, dem wartenden Volk im Rathaushof, „damit beginnt in Eggertswier und bundesweit, Gott sei Dank, die fünfte Jahreszeit.“ Und so führte er die Ortsregierung „in Kettenhaltung“ vor und verlas die Proklamation der Narrenregierung in neun Punkten und kam zu dem Schluss, dass „somit, meine Herrschaften, wird sich alles zum Guten wenden, denn nun liegen alle Amtsgeschäfte in guten Händen.“ 

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Auch Bürgermeister machtlos

Der „abgesetzte“ Bürgermeister Christian Huber ergriff sein „letztes Wort“ zum Geschehen und kam auf die Wahl der Ortsvorsteherin zu sprechen. „Des war kei leichte Geburt, des sag ich hier, d’ Ortsvorsteherin zu wähle, des glaubt ihr mir. Un jetzt wo sie da isch, wolle ihr sie gleich entmachte. Des isch der Grund, warum ich mir dachte, ich steh heut hier dazu und helf der gute Frau, doch wenn ich hier rumguck, des war wohl für lau, die Macht g’hert wohl euch ab jetzt für die Zitt, ob des ebs Schlechts isch, des glaub ich nitt. Die Narren aus Wolfstätt sinn, hoff’ ich, so schlau, un gebe nach Fastnacht wieder frei denne Bau.“

„Oh jemine, ihr wildes Narrenvolk, ist euch denn wirklich gar nichts hold?“, jammerte Ortsvorsteherin Amalia Lindt-Herrmann, „das Rathaus ist noch gar nicht lange mein und soll ab heute euer sein?“ Doch natürlich musste sich doch geschlagen geben. „Nehmt nun den Schlüssel und gebt fein acht, stoßt kräftig an, singt und lacht, legt los, bevor ich’s mir überleg, ich ergeb’ mich und steh euch nicht im Weg.“ Die „Wölfe“ bedachten die beiden Abgesetzten mit einer Schärpe, die ihnen das Leben „bei Wasser und Brot“ erleichtern soll.

Mit Glühwein, Musik und Dreimal „Wolfstätt Helau!“ und mit Würstchen aller Art feierte das Volk anschließend im Rathaus die Machtübernahme.  

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