Kehl

Eine Ausgrenzung verhindern

Autor: 
Thekla Fey
Lesezeit 3 Minuten
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07. Oktober 2009
Foto: Thekla Fey - Frisch auf den Tisch: Mit dem Sozialpass kann im Lädele der Kehler Tafel günstig eingekauft werden.

Foto: Thekla Fey - Frisch auf den Tisch: Mit dem Sozialpass kann im Lädele der Kehler Tafel günstig eingekauft werden.

Vor neun Monaten hat die Stadt Kehl den Sozialpass für einkommensschwache Familien neu eingeführt. Für die Kehler Zeitung Anlass, einmal nachzufragen, was aus dem »Baby« denn geworden ist.
Kehl. »Im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden«, sagt Ulrike Kleinknecht-Strähle, Leiterin des Fachbereichs Familie und Bildung bei der Stadt Kehl. Insgesamt wurden zirka 250 Pässe ausgegeben. »Das ist ein guter Beginn«, heißt es im Rathaus. Überwiegend wird der Pass von Kindern und Jugendlichen genutzt, zum Beispiel um die – teilweise Pflicht – Schulmittagessen zu finanzieren. Insgesamt 70 Kinder- und Jugendliche haben eine Ermäßigung für Mittagessen bekommen. »Wir wollen in erster Linie eine Ausgrenzung aus finanziellen Gründen verhindern«, erklärt Kleinknecht-Strähle. »Die Jugendlichen sollen genauso sein können, wie ihre Mitschüler.« Wenigstens was das Mittagessen angeht. »Auch die Caterer sind sehr feinfühlig in diesem Bereich«, freut sich Ulrike Kleinknecht-Strähle. »Sie verbuchen einmal den Sozialpass und ab dann werden die Schüler genauso bedient wie ihre Mitschüler ohne Ermäßigung. Die Stadt bekommt dann einfach die Rechnung zugeschickt.« Der Sozialpass beinhaltet auch Beihilfe für Landschulheimaufenthalte, die 28 Mal ausgeschöpft wurde, und die Ermäßigung für den Ferienspaß – das ist 15 Mal eingelöst worden. »Den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ganz normal aufzuwachsen, ist immens wichtig«, erklärt Kleinknecht Strähle. »Und dazu gehört nun mal auch der Aufenthalt im Landschulheim mit den Schulkameraden oder die Teilnahme am Ferienspaß.« Die Vergünstigungen im kulturellen Bereich werden leider wenig genutzt. Nur die Stadtbibliothek verzeichnet 49 neue, erwachsene Leser durch den Sozialpass. Für Kinder ist der Bibliotheksausweis ohnehin kostenlos. Immerhin, ein Anfang ist gemacht. Auch wenn nicht nur Bücher in der Bibliothek ausgeliehen werden können und sich mancher sicher die Leihgebühr in der Videothek sparen möchte. Ob und wie stark der Sozialpass in den Freibädern genutzt wurde, konnte noch nicht abschließend ermittelt werden. In Auenheim und Bodersweier wurden 45 vergünstigte Saisonkarten ausgegeben. Bisher kommt die Stadt mit dem angesetzten Budget gut aus. Aber man hofft, dass die Scheu und eventuell auch Scham verlieren und die Zahl der Sozialpassinhaber im nächsten Jahr steigen wird. Die Angebotspalette wird erst mal nicht erweitert. »In Kehl gibt es viele Vereine, Anlaufstellen und sonstige soziale Einrichtungen, in denen man zusätzliche Hilfen in Anspruch nehmen kann«, erläutert Kleinknecht-Strähle. Dazu gehört neben der Kehler Tafel und der Kleiderkammer auch der Verein Huckepack, der bei der Erstklässler-Ausstattung hilft. Das bisherige Fazit ist also gut. Man darf gespannt sein, wie sich das »Baby« nun weiter entwickelt.

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