Corona-Epidemie
Dossier: 

Einkaufsservice in Willstätt ist angelaufen

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22. März 2020

So, was brauchen wir noch? Die Einkaufshelfer Edgar Reuter und Eckartsweiers Ortsvorsteherin Amalia Lindt-Herrmann arbeiteten den Einkaufszettel Posten für Posten ab. ©Günter Ferber

Der von der Gemeinde Willstätt organisierte Einkaufsservice für durch das Corona-Virus besonders gefährdete Bürger ist angelaufen. Die erste Tour fand am Freitag statt.

„Es hat alles reibungslos funktioniert.“ Edgar Reuter, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Eckartsweier, zieht zufrieden Bilanz der ersten Einkaufstour für durch das Coronavirus besonders gefährdete Bürger. Zusammen mit Eckartsweiers Ortsvorsteherin Amalia Lindt-Herrmann fuhr er am Freitagvormittag zum Edeka-Markt nach Willstätt, um für einen älteren alleinstehenden Mann die Einkäufe zu besorgen.

Tüten vor die Haustür

Zuvor hatten sie am Telefon verabredet, was sie alles besorgen sollten – und diesen Einkaufszettel arbeiteten sie nun Posten für Posten ab: Wurst, Brot vom Bäcker, Mineralwasser, Margarine und anderes, was man so braucht, wanderte in den Einkaufswagen. Anschließend fuhren die Einkaufshelfer zum Kunden nach Hause und stellten ihm die Einkaufstüten vor die Haustür. Direkter persönlicher Kontakt ist tabu wegen der Ansteckungsgefahr. „Er hat am Fenster gestanden und uns schon erwartet“, erzählt Reuter. „Und er hat sich sehr über den Service gefreut.“ 

Gemeinde stellt Rechnung aus

Auch der Kassenzettel steckte in der Einkaufstüte. Die Gemeinde wird nun eine Rechnung über den Einkaufsbetrag erstellen und dem Kunden zuschicken. Barzahlung ist nicht möglich – denn die erfordert die persönliche Übergabe des Wechselgeldes, und es ist ja Sinn und Zweck, direkte Kontakte so weit wie möglich zu minimieren.

Aktive Rotkreuzler, die in der Bereitschaft sind, dürfen übrigens nicht mitmachen, erzählt Reuter: „Sie müssen ja auch selbst geschützt sein und dürfen daher auch keinem Risiko ausgesetzt werden.“ Doch ansonsten gebe es in seinem Verein viel positive Resonanz bei den Aktiven.

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Breiter Pool von Helfern

Und das gilt nicht nur für Eckartsweier. „Wir haben einen breiten Pool von Helfern, die sich freiwillig angeboten haben“, berichtet Willstätts Bürgermeister Christian Huber. Die Helfer kommen aus allen Ortsteilen – und das sei wichtig für die Akzeptanz: „Wer Hilfe braucht, hat die dann bestimmt auch gerne von Leuten, die er aus dem Dorf kennt.“

An diesem Freitagmorgen war der alleinstehende Mann der einzige Kunde. Doch Reuter ist überzeugt, dass die Nachfrage noch steigen wird. „Es wird sich alles erst entwickeln.“ „Viele wollen auch unabhängig bleiben“, so Christian Huber. Die Gemeindeverwaltung hatte zuvor ein Rundschreiben an alle Willstätter Haushalte verschickt, um über den Service zu informieren. „Wir gehen daher davon aus, dass die Nachfrage noch steigen wird“, so Huber. 

Zentrale Anlaufstelle 

Im Rathaus gibt es eine zentrale Anlaufstelle. Mitarbeiter der Verwaltung nehmen die Anrufe oder E-Mails entgegen und vermitteln den Kontakt zwischen Kunde und Einkaufshelfer. „Wir wissen also, wer wann wo hinkommt“, so Huber. Bei seiner Sekretärin Jasna Vogt laufen die organisatorischen Fäden zusammen. Auch die Rechnungen für die Einkäufe laufen über ihren Schreibtisch.

Huber jedenfalls will auch weiter bedarfsgerecht helfen. Der Einkaufsservice sei „das richtige Angebot zur richtigen Zeit.“ Im Rathaus stellt man sich jedenfalls darauf ein, dass die Krise noch eine Weile andauern wird. 

Der Einkaufsservice ist Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr erreichbar. Kontakt: • 0 78 52/43-221 oder -222 oder E-Mail: einkaufsservice@willstaett.de.

Stichwort

Kein Verständnis für „Corona-Partys“

Umso weniger Verständnis hat Willstätts Bürgermeister Christian Huber (Foto) für „Corona-Partys“ und Grillpartys auf öffentlichen Plätzen. Auch in Willstätt sind mehrere Fälle bekannt geworden. Huber appelliert denn auch an die Bürger, die von Bund und Land erlassenen Bestimmungen und Verbote einzuhalten. Kein Politiker, Landeschef oder Bürgermeister erlasse Einschnitte in die Grundrechte der Bürger zum Spaß, betont er via Facebook. Sollte das noch einmal vorkommen, würde ihn dies dazu zwingen, Kontrollmaßnahmen anzustoßen, „da wir als Ortspolizeibehörde für die Einhaltung der Verordnung mitunter zuständig sind“, heißt es in einem Appell auf Instagram. Auch eine Ausgangssperre stehe nach wie vor im Raum. „Und das wird uns alle noch weiter einschränken.“

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