Rettungskräfte erhalten schwimmende Übungsanlage

Erste mobile Übungsanlage europaweit eingeweiht

Autor: 
Franziska Jäger
Lesezeit 3 Minuten
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06. Juli 2015
»Regina Rheni«, Königin des Rheins: Am Samstag wurde im Straßburger Hafen die erste mobile Übungsanlage europaweit eingeweiht. Feuerwehren am Oberrhein können auf ihr in Straßburg, Mannheim und Mühlhausen den Ernstfall erproben.

(Bild 1/4) »Regina Rheni«, Königin des Rheins: Am Samstag wurde im Straßburger Hafen die erste mobile Übungsanlage europaweit eingeweiht. Feuerwehren am Oberrhein können auf ihr in Straßburg, Mannheim und Mühlhausen den Ernstfall erproben. ©Erwin Lang

Ein Übungsschiff ohnegleichen wurde am Samstag in Straßburg eingeweiht. Rettungskräfte aus drei Ländern können sich nun am Oberrhein realitätsnah auf Einsätze auf und an Binnenschiffen vorbereiten.

Straßburg. Im Französischen gibt es den in der Jugendsprache »Verlan« gebräuchlichen Ausdruck »laisse béton«. Die Silben wurden umgekehrt, eigentlich heißt es »laisse tomber«, »lass sein«. »Laisse béton, dieses olle Betonschiff«, hätte man die Veranstaltung vom Samstag auch nennen können. Denn anstatt auf einem gebauten Übungsschiff aus Beton an Land können Feuerwehrleute nun auf einem echten Schiff auf Wasser üben.

Was? Wie sie Menschen aus den engen und brennenden Schächten eines Schiffes retten, wie sie einen umgekippten Seecontainer richtig anpacken, wie sie ausgelaufenes Öl an Deck stoppen –  und wie sie Brände löschen. Aber der Reihe nach.

»Mit der Einweihung der europaweit ersten mobilen Übungsanlage auf einem Schiff schreiben wir ein Stück Geschichte, was den Ausbau der gemeinsamen Sicherheitsarchitektur in dieser Region betrifft.« Das sagte der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) bei der offiziellen Einweihung und Schiffstaufe der »Mobilen Übungsanlage Binnengewässer« (MÜB) im Straßburger Hafen, an der auch die Freiburger Regierungspräsidentin und Vorsitzende des Interreg-Programmes, Bärbel Schäfer, neben der früheren Bürgermeisterin von Straßburg und Vorsitzenden des Hafens Straßburg, Catherine Trautmann, als Patin der »Regina Rheni« teilnahmen.

Auch Philippe Richert, Vorsitzender des Regionalrats Elsass und Ministerialdirigent Peter Grüßner vom Innenministerium Rheinland-Pfalz waren gekommen, um nur einige Namen zu nennen. Das Übungsschiff ist in Kooperation zwischen den Feuerwehren der Departements Bas-Rhin und Haut-Rhin sowie den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz entstanden. Gefördert wurde es durch das Interreg-IV-Oberrhein-Programm der Europäischen Union. Gesamtkosten: drei Millionen Euro.

»Der Rhein ist in den vergangenen Jahren gefährlich geworden«, sagte Gall. So würden immer mehr Stoffe transportiert werden, bei gleichzeitig erhöhtem Verkehrsaufkommen im Fracht- und Personenverkehr. Durch die MÜB werde die Vorsorge für Unfälle und andere Schadenslagen auf dem Rhein weiter verbessert.

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Schiff ist verschiebbar

Das erste »Leuchtturmprojekt« (Gall) dieser grenzüberschreitenden Kooperation war das 2008 in Dienst gestellte deutsch-französische Feuerlöschboot »Europa 1«. Die MÜB, ein umgebautes, ehemaliges Tankmotorschiff, wird nun Feuerwehrangehörigen entlang des Oberrheins aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz zur realitätsnahen Ausbildung und zum Training dienen. Der Umbau brachte Veränderungen mit sich: Die Wärmeübertragung auf Metallwänden ist eine ganz andere als auf Beton.

Das Übungsschiff kann über den Wasserweg verschoben werden und wird in den Häfen Mannheim, Straßburg und Mulhouse-Illzach anlegen. Der damalige Präsident des Service Départemental d’Incendie et de Secours du Bas-Rhin (SDIS 67), Senator Guy-Dominique Kennel, hatte in seiner Eigenschaft als Projektträger, Eigentümer und Verwalter der MÜB den Wunsch, die Anlage noch vor der offiziellen Einweihung seinen Kofinanzierungspartnern zur Verfügung zu stellen.

Kehler Feuerwehr am Zug

Seit Herbst vergangenen Jahres lag das Schiff im Hafen von Mannheim. Dort starteten auch die ersten Lehrgänge. Im Frühjahr wurde die MÜB in den Straßburger Hafen verschoben, wo die französische Feuerwehr gerade trainiert. Bis September wird auch die Stadt Kehl Gelegenheit haben, ihre Feuerwehrleute zum Training auf das Schiff zu schicken. Bevor der 100 Meter lange Koloss weiter nach Mühlhausen ziehen wird.

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