Route über Kehl

Europarat-Mitarbeiter radeln von Helsinki bis nach Straßburg

Autor: 
Sandra Biegert
Lesezeit 3 Minuten
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18. Juni 2019

(Bild 1/2) Mit dem Fahrrad von Kehl nach Straßburg: Eine Gruppe von Mitarbeitern des Europarats feiert so das 70-jährige Bestehen der internationalen Organisation. Die Strecke bildet die letzten sechs Kilometer einer viel längeren Tour, die vor rund einem Monat in Helsinki in Finnland ihren Anfang nahm. ©Sandra Biegert

Anlässlich des 70. Geburtstags des Europarats haben Mitarbeiter der Organisation eine Radtour von Helsinki bis nach Straßburg unternommen. Am Montag führte die Route durch Kehl und endete nach 2400 Kilometern symbolisch vor dem Gebäude des Europarats.

Rund 30 Frauen und Männer haben sich am Montagmorgen mit ihren Fahrrädern am Kehler Bahnhof nahe der Straßenbahnbrücke versammelt. Ihr Ziel: Der Europapalast in Straßburg, Sitz des Europarats. Anlässlich des 70-jährigen Bestehens der internationalen Organisation haben manche der Teilnehmer aber schon eine viel längere Reise hinter sich. Startpunkt der Fahrradtour war Helsinki, die Hauptstadt Finnlands.

Anlass war die Sitzung des Ministerkomitees, das dort am 17. Mai stattgefunden hat und an der auch der deutsche Außenminister Heiko Mass teilgenommen hatte. 

Radler aus 17 Nationen

Insgesamt 2400 Kilometer führte die lange Radtour vom Ausgangspunkt über Estland, Lettland, Litauen, die Russische Föderation, Polen und Deutschland nach Straßburg. Rund 20 Teilnehmer aus 17 verschiedenen Nationen konnten entweder die ganze Strecke oder wahlweise in insgesamt fünf Etappen mitradeln. Am Ende stand die etwa sechs Kilometer lange Tour von Kehl nach Straßburg, an der noch weitere Europarat-Mitarbeiter teilnahmen.

 

Patrick Müller ist die letzte Etappe von Fulda bis Straßburg bei der Fahrradtour der Europarat-Mitarbeiter mitgefahren (Foto: Sandra Biegert).

 

Auch der Deutsche Patrick Müller ist mitgefahren, und zwar die letzte Etappe der Reise ab Fulda. Am Montag hat er bereist 57 Kilometer Weg hinter sich gebracht, um 7 Uhr morgens sind sie in Rastatt losgefahren. Fünf Tage war er insgesamt unterwegs, im Schnitt haben sie 80 Kilometer am Tag zurückgelegt. »Das war meine erste mehrtägige Radtour aber ich fühle mich noch erstaunlich gut«, erzählte er.

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Die Reise hatte für ihn eine enorme symbolische Kraft. »Wir sind durch Länder gefahren, die sich früher bekriegt haben«, sagte Müller. »Heute sind – bis auf  Russland, da haben die Kollegen ein Visum benötigt – alle Grenzen offen.«

Auf ihrer Tour haben sie Menschen und Landschaften kennengelernt und selbst versucht, die Werte ihrer Organisation, des Europarats, zu vermitteln. »Wir wollten vor Ort zeigen, was der Europarat erreichen kann«, so Müller. Er selbst arbeitet beim Anti-Folter-Komitee. Seine Aufgabe ist es, Haftorte in den Mitgliedsstaaten des Europarats zu besuchen und Empfehlungen auszuschreiben, wie die Haftbedingungen verbessert werden können. 

 

In fünf Etappen haben die Teilnehmer 2400 Kilometer von Helsinki bis vor das Gebäude des Europarats in Straßburg zurückgelegt. Hier fahren sie auf der letzten Etappe bei Heppenheim (Foto: Patrick Müller). 

 

Die Reise war laut Müller außerdem eine gute Gelegenheit, die Kollegen aus anderen Ländern einmal privat zu treffen und kennenzulernen. Er betonte, dass das Projekt aus einer Eigeninitiative der Europarat-Mitarbeiter entstand. »Wir haben uns für die Reise Urlaub genommen und alles selbst finanziert.« 

Halbes Jahr Planung

Ein halbes Jahr vorher sei mit der Planung begonnen worden. Die Route wurde laut Müller genau ausgearbeitet und auch die Hotels auf dem Weg vorab gebucht. Die Gruppe ist dann bei jedem Wetter gefahren, um den Zeitplan einzuhalten. »Ich hatte die letzten fünf Tage noch Glück mit dem Wetter, da hat es nicht geregnet«, sagte Müller. »Zwischenzeitlich wurden die Kollegen aber auch mal richtig nass.«

Die Initiative hat ihre Tour und was sie dabei erlebt haben in einem Online-Blog festgehalten.

Info

Die Aufgaben des Europarats

Der Europarat mit Sitz im Europapalast in Straßburg ist Europas führende Organisation für Menschenrechte, wie es auf der Homepage des Europarats heißt. Er wurde am 5. Mai 1949 gegründet und hat 47 Mitgliedsstaaten, darunter auch die 28 Mitglieder der Europäischen Union (EU). Mit der EU ist er dabei aber nicht verbunden, auch wenn beide Organisationen die selbe Flagge und Hymne verwenden. Die Mitgliedsstaaten des Europarates haben die europäische Menschenrechtskonvention unterzeichnet. Das ist ein Vertrag zum Schutz der Menschenrechte, der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit. Daneben wird über allgemeine europäische Fragen debattiert. Das Ziel des Europarats ist die Einheit und Zusammenarbeit Europas und damit auch wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt zu fördern. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, ebenfalls mit Sitz in Straßburg, überwacht dabei nach Angaben auf der Homepage die Umsetzung der Konvention in den Mitgliedsstaaten. Er ist das einzige wirkliche Rechtsprechungsorgan, das auf der Grundlage der Europäischen Menschenrechtskonvention geschaffen wurde.

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