Baumpflege

Fachmänner schneiden Kehler Pappeln im Garten der zwei Ufer

Autor: 
Redaktion
Lesezeit 3 Minuten
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22. Januar 2020

(Bild 1/3) Nerven wie Drahtseile braucht Manuel Wieber. Der Fachagrarwirt für Baumpflege setzt in 24 Metern Höhe die Säge für den Pflegeschnitt an einer Pappel an. ©Stadt Kehl

Schnipp-schnapp! Um die Pappeln im Garten der zwei Ufer gegen die Folgen des Klimwandels zu rüsten, setzt eine Fachfirma aus dem Kinzigtal die Säge an. Doch für den speziellen Pflegeschnitt müssen die Fachmänner erstmal 24 Meter in die Luft gehen. Eine Aktion, die bei manchem Spaziergänger der Atem stocken lässt.

Rund 40 Pappeln im Garten der zwei Ufer werden in dieser Woche die Äste gestutzt. Eine Fachfirma aus Zell am Harmersbach ist damit beauftragt, mittels Pflegeschnitten die Bäume für die sich durch den Klimawandel ändernden Witterungsbedingungen zu wappnen sowie die Verkehrssicherheit in der Parkanlage zu wahren. Eine Aufgabe, die Konzentration, Präzision und ein hohes Maß an Schwindelfreiheit erfordert.

Neugierig und auch ein wenig überrascht beäugen Spaziergänger und Jogger im Garten der zwei Ufer die imposante Hubarbeitsbühne, die sich über ihren Köpfen zu den Pappelkronen emporstreckt. Im Korb stehen Fachagrarwirt für Baumpflege, Manuel Wieber, und sein Kollege. Auf 24 Meter Höhe legt Manuel Wieber den Steuerknüppel um, die Hubarbeitsbühne kommt zum Stehen. Technisch könnte der Kran sich bis zu 35 Meter strecken; das ist bei den Pappeln im Garten der zwei Ufer aber nicht erforderlich. 

Mit einem Kletterseil und Karabinerhaken gesichert, wenden sich Manuel Wieber und sein Kollege den langen Pappelästen zu, die über den Spazierwegen in den Himmel ragen. Der Fachagrarwirt zieht eine Handsäge aus der Lederscheide, die an seinem Gürtel baumelt. Die Zähne am Sägeblatt schneiden sich durch das Gehölz, bis den Ast nichts mehr am Baum hält. Nach einem prüfenden Blick gen Boden – ob auch ja kein Fußgänger unter ihnen ist – lässt Manuel Wieber den Ast herabfallen. Er hinterlässt einen dumpfen Schlag, als das Holz die Parkanlage erreicht. Dort ist ein weiterer Kollege im Einsatz. Mit einem Rechen kehrt er Reisig und kleine Zweige zusammen, liest die abgesägten Äste auf und sammelt und sortiert sie am Wegesrand. Das gesammelte Holz wird schlussendlich in einen großen Häcksler wandern und dort zu Holzspänen zerkleinert.

Stress durch Trockenheit

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„Heiße Sommermonate erzeugt bei Bäumen einen sogenannten Trockenstress. Darauf reagieren sie mit Astabwürfen“, weiß Manuel Wieber. Deshalb ist ein vorbeugender Pflegeschnitt wichtig. Er unterstützt die Bäume gegen die sich verschärfenden Witterungsbedingungen und schützt gleichzeitig Passanten, die im Garten der zwei Ufer spazieren wollen. 

Das Team der Spezialfirma aus Zell am Harmersbach wird voraussichtlich die ganze Woche damit beschäftigt sein, die Pappeln zu beschneiden. Immerhin 38 der hochgewachsenen Bäume sind markiert mit einer blauen Zahl oder einem roten Punkt. Letzteres ist ein Zeichen für die Baumpfleger, dass sie hier einen Pflegeschnitt setzen sollen. Zwei Pappeln sind mit einem roten Kreuz versehen, hier müssen sich Experten erst die Bäume ansehen – ehe entschieden wird, was mit diesen passiert.

Mit fünf Mitarbeitern ist die Fachfirma im Garten der zwei Ufer zugange. Neben den beiden Baumpflegern auf der Hubarbeitsbühne ist auch ein Kletterer im Einsatz. Dort wo die Äste dicht zusammenwachsen und sie von der Hebebühne aus nicht zu erreichen sind, ist der Kletterer gefragt. „Das ist eine gute Ergänzung“, sagt Manuel Wieber. So können die Baumpfleger mit zwei Teams die Pappeln abarbeiten.

Beachten der Details

Die ersten Schnittmaßnahmen bewertet der städtische Betriebshof als positiv. Wie Frank Wagner, Leiter des Grünflächenmanagement beim Betriebshof, berichtet, achten die Baumpfleger auch auf Details wie auftretende Aushöhlungen in den Pappeln. Diese werden als Rückzugsräume für Eichhörnchen, Fledermäuse oder als Brutstätten für Vögel, Bienen und Insekten erhalten. „Wir handeln nach dem Grundsatz der Verkehrssicherung. Ebenso wichtig ist uns der Erhalt unserer Baumbestände und dass die Pappeln ihre Kronen möglichst artspezifisch ausbilden können.“

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