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Fahrradkontrollen: Fast die Hälfte mit Mängeln - prev

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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16. Mai 2021
War der Zustand des Fahrrads okay, gab es als „Belohnung“ ein T-Shirt. Von links: Polizistin Alexandra Simmler, Radfahrer Mike Blass, Felix Neulinger, Leiter des Kehler Reviers, und Michael Görlitz von der Abteilung Tiefbau der Stadt.

War der Zustand des Fahrrads okay, gab es als „Belohnung“ ein T-Shirt. Von links: Polizistin Alexandra Simmler, Radfahrer Mike Blass, Felix Neulinger, Leiter des Kehler Reviers, und Michael Görlitz von der Abteilung Tiefbau der Stadt. ©Nina Saam

Die Polizeibeamten des Kehler Reviers hatten sich in den Morgenstunden und am frühen Abend auf dem Parkplatz zwischen der Friedhofstraße, die vor einem Jahr zu einer Fahrradstraße umgewidmet wurde, und der Hauptstraße postiert.

Sämtliche an diesem kalten und regnerischen Tag vorbeikommenden Radler wurden angehalten und die Räder kontrolliert. „Wir schauen, ob das Licht und die Bremsen funktionieren, die Reflektoren dran sind, die Reifen genügend Profil aufweisen und die Lenkung nicht zu viel Spiel hat“, zählt Polizeioberrat Felix Neulinger, Leiter des Kehler Reviers, auf.

Bei E-Bikes und Pedelecs wurde zudem darauf geachtet, ob die Räder nicht durch technische Veränderungen „frisiert“ und damit schneller gemacht wurden.

Die „Erfolgsquote“ war erschreckend: 50 der 110 am Abend kontrollierten Fahrräder wiesen technische Mängel auf.

Doch nicht nur die Radler wurden kontrolliert, sondern auch die motorisierten Fahrzeuge, die den Weg durch die Friedhofstraße nahmen. Dabei gingen den Beamten ein Mopedfahrer, der ohne Führerschein, dafür aber mit reichlich Promille unterwegs war, und ein junger Fahrer, der unter Drogen stand, ins Netz.

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Auch wurde ein gestohlenes Fahrrad sichergestellt, das anhand der Rahmennummer identifiziert und dem rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden konnte.

Was Neulinger besonders auffiel: „Nur etwa 20 Prozent aller Radler trugen einen Helm“, sagt er. „Wir können da aber nur an die Vernunft appellieren.“ Er sieht auch die Eltern in der Pflicht: Sie sollten nicht nur ihre Kinder dazu anhalten, den Helm zu tragen, sondern selber mit gutem Beispiel vorangehen. „Ich würde mich sehr freuen, wenn der Gesetzgeber da aktiv werden und eine Helm-Tragepflicht einführen würde“, sagt er.

Die Fahrradstraße wurde zunächst für zwei Jahre auf Probe eingerichtet, berichtet Michael Görlitz von der Abteilung Tiefbau der Stadt Kehl, die sich der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Kommunen (AGfK) angeschlossen hat. „Wir wollen die Radfahrer in die Friedhofstraße lotsen, weil wir in der Hauptstraße keine Schutzstreifen anbringen können“, sagt er. Schutzstreifen bringen mit sich, dass ein Parken und Halten entlang der Straße nicht erlaubt ist.

Durchschnittlich 500 Fahrradfahrer wurden bislang täglich in der Friedhofstraße gezählt – wobei die Zahlen wegen der Corona-Pandemie nicht repräsentativ sein dürften. Dennoch „sieht es so aus, dass die Fahrradstraße bleibt“, so Görlitz.

Dann soll auch der recht holprige Straßenbelag erneuert werden. Zuvor stehe allerdings noch die Sanierung der unter der Straße verlegten Leitungen an.

Die Beamten arbeiteten bei ihren Fahrradkontrollen nicht mit Sanktionen, sondern mit positiver Verstärkung: Wenn das Fahrrad technisch in Ordnung war, gab es als „Giveaway“ ein T-Shirt von der Aktion. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagt Felix Neulinger. „Es hat sich gezeigt, dass solche Kontrollen richtig und wichtig sind, da es für Fahrräder keinen TÜV gibt.“

Hintergrund

Aktionstag sicher.mobil.leben

Der Radverkehr ist ein wesentlicher Bestandteil der Mobilitätswende, vor allem in den Ortschaften. Mit der Zunahme des Radverkehrs steigen aber auch die Unfallzahlen besorgniserregend an, so Polizei-Pressesprecher Hans Peter Huber in einem Pressegespräch.

Die Corona-Pandemie und der E-Bike-Boom trügen ebenfalls dazu bei: 2021 gab es bereits 44 Pedelec-Unfälle. 70 Prozent aller Radfahrunfälle ereignen sich innerorts.

Mit mehr Kontrollen und Präventionsarbeit soll dem entgegengewirkt werden.

Beim gestrigen Aktionstag wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg 828 Fahrzeuge kontrolliert, Beanstandungen gab es bei 301.

Während es bei den Rädern eher bei der technischen Ausstattung haperte, waren die Autofahrer überwiegend zu schnell oder mit dem Handy am Ohr unterwegs – oder sie standen auf dem Fahrradstreifen.

Rund zwei Drittel aller Radler waren ohne Helm on tour – in Kehl waren es sogar 80 Prozent.

Das Konzept mit Kontrollen und Prävention soll weitergeführt werden.

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