Kehler Stadtgeflüster

Falsch plakatiert

12. August 2017
&copy Erwin Lang&copy Florian Würth

Stell Dir vor, es ist Wahlkampf und keiner kriegt’s mit! Fast scheint es bisher nach diesem Motto gelaufen zu sein. Aber jetzt gibt es zumindest für die Kehler keine Ausreden mehr: Denn in den vergangenen Tagen sind die ersten großen Wahlplakate in der Stadt aufgestellt worden. So stand gestern mitten im Kreisel in Sundheim ein überdimensionales Wahlplakat und ein Ordnungshüter hat dort fleißig fotografiert. Hintergrund: Das Plakat hätte da gar nicht stehen dürfen! Eigentlich, so wird uns geflüstert, war der Festplatz in Sundheim als Standort vorgesehen. Da muss der Plakat-Aufsteller wohl was durcheinandergebracht haben. Das Kreisel-Plakat hat gestern schon sichtlich zahlreiche Autofahrer irritiert. Es musste weg! 
Übrigens: Ab heute dürfen die Parteien dann so richtig loslegen. Denn jetzt können sie auch kleinere Wahlplakate aufhängen. Kann also auch dieses Mal kein Kehler behaupten, er hätte nichts mitbekommen...

Stadtgespräch ist derzeit, ob die Kehler Gastrobetriebe abends länger im Freien bewirten dürfen – und zwar um eine Stunde, bis 12 Uhr nachts. Wie berichtet, haben die Eisdielen die Initiative gestartet, aber die Unterschriftenlisten haben wir auch schon etwa im »Wolkenkratzer« gesichtet. In deutscher und französischer Sprache wird darauf um Unterstützung gebeten, einige Listen auf den Tischen waren schon gut gefüllt. Auch auf der Facebook-Seite der Kehler Zeitung wurde kontrovers diskutiert, und die Fronten stehen sich ziemlich unversöhnlich gegenüber. »Wer denkt an die Anwohner?«, schreiben die einen, und bekommen schnell als Antwort, dass man ja nicht in die Stadt ziehen brauche, da sei es halt lauter als auf dem Dorf. Vergessen wird dabei: Nicht jeder sucht sich sein Wohnhaus aus, und viele wohnten auch schon vor den Gastro-Betrieben hier. Und: Irgendwann will man nachts auch mal schlafen dürfen...

Übrigens: Eine Ruhestörung der besonderen Art gab es – wir haben berichtet – in der Nacht auf Mittwoch in einer Shisha-Bar in der Großherzog-Friedrich-Straße, wo Schüsse fielen. Da kommt einem ja doch wieder der Artikel einer amerikanischen Journalistin in den Sinn, die Kehl als »Straßburgs Tijuana« bezeichnete. Na ja – die Mord­rate dieser mexikanischen Hochburg der Drogenkartelle haben wir noch nicht erreicht. Aber es wäre trotzdem schön, wenn man hier auf Schießereien verzichten könnte. 

Eine versöhnliche Geste kam unterdessen von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs, die hinterm Bahnhof das Gras mähten. Eine kleine Stelle mit Blümchen ließen sie freundlicherweise stehen. Die Bienen dankten es ihnen. Aber ob alle von dem Fleckchen noch satt wurden?

Wenn Sie uns was flüs­tern wollen: Telefon 0 78 51 / 7 44 18 oder E-Mail an lokales.kehl@reiff.de

Autor:
Florian Würth

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