Serie "Wohnraum-Not"

Familie Demmouche sucht ein Zuhause

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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18. Oktober 2018

Yamina Demmouche sucht dringend für sich und ihre drei Kinder (14, 20 und 21 Jahre alt) eine bezahlbare Wohnung. ©Nina Saam

Die Sozialverbände in der Ortenau wollen zur Armutswoche das Thema »Bezahlbarer Wohnraum« aufgreifen. Für Menschen mit geringem Einkommen ist es schwierig, eine Wohnung zu finden, die sie sich leisten können – auch in Kehl. Zusammen mit der Caritas und dem Diakonischen Werk stellt die KEZ vier Familien vor, die keine Wohnung finden. Heute: Familie Demmouche. 
 

Yamina Demmouche empfängt die Besucher in einer geschmackvoll mit Antiquitäten eingerichteten Fünf-Zimmer-Wohnung in der Hauptstraße. Doch ihr Heim ist nur noch eine Bleibe auf Zeit: Bis Ende Dezember muss sie die Wohnung in der Fußgängerzone geräumt haben.

Die vierfache Mutter war 30 Jahre lang verheiratet. Die älteste Tochter (27) studiert auf Lehramt in Heidelberg und kommt jedes Wochenende nach Kehl. Die drei jüngeren leben noch bei ihr. Ihre Söhne, 20 und 21 Jahre alt, sind beide in Ausbildung; die jüngste Tochter (14) besucht die Hebelschule. 

Ehemann trennte sich

Im vergangenen Jahr wurde bei Yamina Demmouche Brustkrebs diagnostiziert; gleichzeitig trennte sich ihr Mann von ihr. Sie hatte immer noch gehofft, dass er wieder zu ihr zurückkommt, doch mittlerweile hat er seinen Lebensmittelpunkt nach Achern verlegt und die gemeinsame Wohnung gekündigt. Da der Mietvertrag nur auf ihn lief, stehen Yamina Demmouche und drei ihrer Kinder nun quasi auf der Straße: Der Kündigungstermin war der 30. September. »Einfach rausschmeißen kann der Vermieter die Familie nicht«, sagt Mario Schäfer, Sozialberater bei der Caritas. »Da müsste er schon eine Räumungsklage anstrengen.« Soweit will es aber niemand kommen lassen. Inzwischen konnte erreicht werden, dass die Familie noch bis Ende des Jahres dort wohnen bleiben darf. 

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Erwerbsunfähig

Damit ist zwar die akute Bedrohung erst mal vom Tisch, aber leichter wird die Wohnungssuche dadurch nicht. Die 49-jährige Französin, die seit 30 Jahren in Deutschland lebt und von Beruf Buchhalterin ist, ist durch ihre Krankheit erwerbsunfähig und bekommt jetzt Geld vom Jobcenter – eine Tatsache, die viele Vermieter von vornherein abschreckt, obwohl das bedeutet, dass auch die Mietzahlungen übernommen werden, wenn die Wohnungen den Anforderungen entspricht.

ÖPNV-Anbindung 

Yamina Demmouche ist verzweifelt. Sie will ja selbst so schnell wie möglich ausziehen, zu viele schlechte Erinnerungen hängen an der gemeinsamen Wohnung. Doch die Wohnungssuche gestaltet sich schwierig, obwohl sie keine großen Ansprüche hat: »Ich würde alles nehmen, damit ich mit meinen Kindern zusammenbleiben kann«, sagt sie. Ob Kernstadt oder Ortsteile, nur eine ÖPNV-Anbindung ist wichtig, damit die Kinder zur Schule und zur Arbeit kommen können und sie zu ihren Behandlungen: »Ich will einfach nur in Ruhe leben«, sagt sie. »Meine Ärztin hat gesagt, ich soll keinen Stress haben.«
 

Kontakt: Wer Yamina Demmouche helfen möchte, kann sich an das Diakonische Werk, Edgar Berg, Tel. 0 78 51/70 86-620, oder an den Caritas-Sozialdienst, Mario Schäfer, Tel. 0 78 51/87292-11, wenden.

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