Umweltschutz

Feldhüter Ralf Stiller über illegale Müllberge in Auenheim

Autor: 
Antje Ritzert
Lesezeit 2 Minuten
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24. Januar 2020

Auenheims Feldhüter Ralf Stiller hat ein wachsames Auge auf sein Revier. ©Antje Ritzert

Seit zehn Jahren kümmert er sich um Ordnung und Sauberkeit auf der Gemarkung Auenheim: Feldhüter Ralf Stiller zog im Auenheimer Ortschaftsrat Bilanz. 

„Die Hemmschwelle sinkt immer mehr“, lautete das Fazit von Ralf Stiller am Donnerstag vor den Auenheimer Räten. „Eigentlich gibt es überhaupt keine Schwelle mehr“, schiebt der Feldhüter von Auenheim hinterher. Was er in den vergangenen Jahren auf seiner Gemarkung erlebt habe, sei wirklich bedenklich. Ganze Kinderzimmer – von den Schränken über die Spielsachen bis hin zu den gemalten Bildern der Kleinen – landeten im Gebüsch, Gartenmöbel fänden sich im Prestelsee wieder, ganze Berge von Schlachtabfällen würden irgendwo am Wegesrand entsorgt: Es gibt nichts Ekliges oder Erstaunliches, das der 55-jährige Auenheimer in seiner zehnjährigen Tätigkeit nicht schon erlebt hätte.

Vielseitige Aufgaben

Als Feldhüter ist er für die Ordnung und Sauberkeit auf „seiner“ Gemarkung zuständig. Das ist immerhin ein Areal von knapp 5,5 Quadratkilometern. Stiller kontrolliert den Grillplatz, wacht darüber, dass die Pächter von landwirtschaftlichen Flächen die Grenzsteine und Wege einhalten, meldet Ortsverwaltung und Tiefbauamt, wenn irgendwo ein Bürger seine Hecke so sehr über den Gehweg wuchern lässt, dass Passanten die Seite wechseln müssen. Seit 2018 kontrolliert er auch die Gewässerrandstreifen, die frei von schädlichen Stoffen sein müssen, die ins Wasser gelangen könnten.

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Größte Sorgen bereitet ihm die illegale Müllbeseitigung. Nicht nur am Waldesrand oder im Gebüsch, auch an den Abfallglascontainern findet Stiller regelmäßig Gegenstände, die dort nicht hingehören. Die Dreistigkeit, mit der manche Leute ihren Müll auf Kosten der Gemeinschaft entsorgten, nehme stetig zu. „Das gab es früher so nicht“, ist Stiller überzeugt.

Umweltsünder geschnappt

Selten ließen sich die Übeltäter überführen. Nur zweimal sei es in den vergangenen zehn Jahren gelungen, die „Absender“ der illegalen Müllberge ausfindig zu machen, berichtete Stiller im Ortschaftsrat. Einer davon war eine Firma, die ein komplettes altes Bad im Gestrüpp entsorgt hatte: „Da war alles dabei, von der Kloschüssel bis hin zu den Fliesen“, sagte Stiller. Die Firma hätte mit Sicherheit eine saftige Strafe bekommen. „Auch wenn ich nicht weiß, wie hoch die war, müsste sie noch zehnmal höher sein“, findet er. 

Der Feldhüter appellierte an die Bevölkerung, mit wachsamem Auge durch Wald und Flur zu laufen und Fälle von illegaler Müllentsorgung oder anderer Ordnungswidrigkeiten bei ihm zu melden.
 

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